Im Team gründen

Zwopr: Die Hilfeplattform und Community für ein neues Miteinander

Stellen Sie sich und das Start-up Zwopr kurz unseren Lesern vor!

Wir sind Christian, Bernhard und Tassilo, beste Freunde seit knapp 20 Jahren und haben mit Zwopr, unsere Vision einer gemeinsamen und nachhaltigen Unternehmung, Leben eingehaucht. Zwopr ist eine digitale Plattform für Menschen, die sich gerne gegenseitig im Alltag unterstützen. Man gibt in seinem Profil an, wobei man Hilfe braucht und wobei man jemand anderem helfen kann – dann geht alles automatisch und man bekommt Vorschläge in der App. Zwopr verbindet Menschen im echten Leben. Jeder findet Hilfe, wenn er sie braucht, ganz einfach über die App. Abgerechnet wird dann nicht mit Geld, sondern über das interne Zeitkonto.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Wir alle sind seit vielen Jahren Unternehmer, jeder in seinem Fachgebiet. Wir haben nach kurzer Zeit festgestellt, dass die Idee von Zwopr vielen Menschen eine echte Hilfe sein kann und somit mehr verdient, als nur ein edler Gedanke zu sein. Die Idee von Zwopr gefällt und hilft sehr vielen Menschen und die Plattform hat somit das Potential sehr schnell zu wachsen. Das kann mit den richtigen Funktionen ein echter Business Case sein.

Welche Vision steckt hinter Zwopr?

Gegenseitige Unterstützung und Hilfsbereitschaft sind tief in unserer Natur verankert, denn nur dann, wenn Menschen füreinander da sind, kann ein nachhaltiges und Sinn stiftendes Zusammenleben funktionieren. Wir glauben, dass die Digitalisierung genutzt werden sollte, um Menschen im realen Leben zu verbinden. Unsere Vision ist, dass immer und überall Menschen zusammenfinden, um sich gegenseitig zu helfen. Wir bestärken Menschen in ihren Fähigkeiten, für mehr gegenseitige Unterstützung in der realen Welt.

Von der Idee bis zum Start: Was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Wir sind ein sehr effektives Team und haben einen enormen Output. Oft hätten wir diese neuen Ideen gerne noch schneller und spontaner umgesetzt. Man könnte an dieser Stelle sagen, dass die begrenzten Mittel die größte Herausforderung waren und einem schnelleren Wachstum im Wege stand. Es ist aber genau das Gegenteil! Durch das „Bootstrapping“ haben wir gelernt, alle Prozesse so effektiv wie möglich aufzusetzen und die Ressourcen zu schonen. Man kann auch mit wenig sehr weit kommen. Wir Gründer haben den Start von Zwopr aus der eigenen Tasche finanziert. Neben viel Geld sind auch tausende Arbeitsstunden in das Projekt geflossen. Aktuell unterstützen uns eine Reihe Business-Angels, u.a. aus dem Berliner Start-up-Netzwerk. Wir planen im nächsten Schritt einen strategischen Investor zu gewinnen, der das Ziel der Plattform, die unentgeltliche gegenseitige Hilfe, mitträgt und unterstützt.

Wer ist die Zielgruppe von Zwopr?

Durch ein modernes „Look and Feel“ und eine zeitgemäße Zielgruppenansprache, ist es uns gelungen, eine überraschend junge Zielgruppe für unser Thema zu begeistern. Zwopr trifft den Zeitgeist der Sharing-Economy. Nur so ist eine generationsübergreifende Akzeptanz und Verbreitung überhaupt möglich. Bei den Vergleichsangeboten liegt das Durchschnittsalter bei 50+.

Wie funktioniert Zwopr? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Die Menschen sehnen sich nach einem Miteinander, das den Nachhaltigkeits-Zeitgeist und die Möglichkeiten des digitalen Zeitalters verbindet. Zwopr organisiert als digitale Plattform die kostenlose, gegenseitige Hilfe. Für Unterstützung im Alltag möchte oder kann man oft weder Handwerker oder Dienstleister beauftragen, noch sich auf die Fähigkeiten im Freundes- und Bekanntenkreis verlassen. Wir bringen die Leute zusammen, die einerseits Unterstützung benötigen und andererseits aushelfen können. Es liegt enorm viel Potential in den Fähigkeiten von uns allen – warum das nicht nutzen? Bei Zwopr geht es um Hilfsbereitschaft und Wertschätzung füreinander – eben um ein neues Miteinander.

Der Nutzer hinterlegt, mit welcher Tätigkeit er oder sie zu einer unbestimmten Zeit einen bestimmten Dienst erweisen könnte. Zusätzlich gibt er an, wo er Hilfe benötigt. Der jeweilige Dienst wird über das Zeitkonto verrechnet, die der Nutzer dann selbst zur Inanspruchnahme des Angebots eines anderen Community-Mitglieds wieder eintauschen kann – das kann auch zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden. Im Klartext heißt das: Für die Hilfe beim Aufbau einer Schrankwand bekommt „Mitglied A“ vier Zwopr-Stunden auf seinem Zeitkonto gutgeschrieben und für die Inanspruchnahme des Blumengieß-Dienstes von „Mitglied B“ bekommt „A“ die vier Stunden wieder abgezogen. Bares Geld zahlt hier keiner – Hilfe auf Zeit ist die Währung bei Zwopr.

Das Thema lokaler Tauschringe ist nicht neu, jedoch sind die Konkurrenz-Angebote vorwiegend analog gehalten, also ohne Internet-Präsenz oder mobile App auf dem Handy. Auch die Höhe der Mitglieder-Anzahl unterscheidet uns eindeutig von den bislang existierenden Tauschringen und Zeit-Banken. 

Technisch ist Zwopr – programmiert als Progressive Web App – auf dem neuesten Stand, was unseren Service sehr schnell und übersichtlich macht.

Natürlich gibt es verschiedenen Facebook-Gruppen, die sich mit Nachbarschaftshilfe befassen, sowie bekannte Online-Nachbarschaftsnetzwerke, jedoch ohne die punktgenaue Funktionalität für Aufgabenerledigung und Abrechnung per internem Zeitkonto. 

Wie ist das Feedback?

Nach knapp 12 Monaten Planung und Entwicklung ist Zwopr im März 2019 online gegangen, in der Testregion München konnten wir innerhalb von nur wenigen Monaten fast 4.000 Mitglieder gewinnen. Zum Vergleich: Der durchschnittliche Tauschring hat nur knapp 100 Mitglieder.

Zwopr, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Im kommenden Jahr steht jetzt erst einmal der Roll-out für ganz Deutschland an. Wenn alles wie geplant weitergeht, folgen dann sehr schnell weitere europäische Länder. Es ist schwer zu sagen was in 5 Jahren sein wird. Aber fest steht: Viele Menschen sehnen sich nach einem neuen Miteinander, nach einer Gemeinschaft, in der man sich gegenseitig hilft. Nicht umsonst konvertieren zunehmend mehr Inflluencer zu Sinnfluencern. Es wird eine enorme Nachfrage nach sinnstiftenden Systemen geben.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Man muss nicht alles selbst wissen, es macht Sinn, sich von erfahrenen Gründern und Spezialisten aus der Branche gute Tipps zu holen.

Im Team zu gründen hat uns sehr geholfen. Man hat Sparringspartner und kann wichtige Entscheidungen gemeinsam treffen.

Großzügig Zeit einplanen und die geliebten Hobbys auf nicht absehbare Zeit auf Eis legen

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Christian, Bernhard und Tassilo Gründern für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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