Setzt euch SMART-Ziele!

ZIMON handgemachte Unikate aus unterschiedlichsten Materialien

Stellen Sie sich und das Startup ZIMON doch kurz unseren Lesern vor!

Ich freue mich sehr, dass ich mich und mein Label vorstellen darf und werde versuchen, dies in ein paar Worten zu tun.

Mein Name ist Simone Fisbach und ich wohne in Freiburg im Breisgau. Nach drei abgeschlossenen Ausbildungen und einem Studium der Betriebswirtschaft Schwerpunkt Marketing Kommunikation wollte ich schon vor ein paar Jahren in Köln meinen eigenen Konzept-Store eröffnen. Private Umstände zwangen mich damals jedoch zu einer Kursänderung und somit kam dann alles ganz anders als erwartet.

Bei meinem Label ZIMON geht es um die drei Bereiche TEXTIL, KUNST und DESIGN.

Das beinhaltet bei TEXTIL alles was mit Textilien und Fasern zu tun hat, zum Beispiel Gefilztes, Genähtes oder Textildesign. Bei der KUNST ist es die Malerei, das Zeichnen, die Fotografie, Skulpturen oder sonstige Gestaltungswerke. DESIGN steht für selbst entworfene und designte Einzelstücke aus unterschiedlichen Materialien. Wobei die Übergänge ‚fließend‘ sind und man von einer Vermischung aller Bereiche sprechen kann.

Bei meinen Arbeiten, entwerfe und fertige ich aus unterschiedlichsten Materialien wie textile Stoffe, Papier, Holz, Wolle, Fasern, Vlies und anderen Werkstoffen, handgemachte Unikate. Meine Einzelstücke sind Bekleidung, Wohnaccessoires, Taschen, Puppen, Skulpturen, Figuren, Bilder und vieles mehr. Dabei bin ich sehr vielseitig und spiele bei meinen Produkten mit Formen, kontrastreichen Farbkombinationen und Mustern. Mein Anspruch ist es, gestalterisch hochwertige, nachhaltige und vor allen Dingen fröhliche Produkte mit einem ganz eigenen künstlerischen Ausdruck zu kreieren. 

Außerdem fotografiere ich leidenschaftlich gern und es können sowohl Landschaften, Tiere, Menschen, aber auch Unbelebtes, wie bei der Objekt- und Still-Life-Fotografie ihren Reiz haben. Die grafische Nachbearbeitung der Fotos übernehme ich dabei selbst.

Das Label wird nur von mir allein betrieben und ich bin selbst für alles verantwortlich.

Warum haben Sie sich entschlossen ein Unternehmen zu gründen?

Da ich schon seit meinen Kindertagen immer gern gebastelt, gemalt und mit Dingen experimentiert habe, war mein Berufswunsch, eine künstlerische Richtung einzuschlagen. Doch meine Eltern wünschten, ich solle doch etwas Solides erlernen. Schon damals kam der Wunsch auf, einmal meinen eigenen Laden zu eröffnen. So machte ich zuerst eine Ausbildung zur Damenschneiderin an einer Schneiderfachschule, dann eine Ausbildung zur Bürokauffrau, damit ich in meinem eigenen Laden kaufmännisch nicht den Überblick verliere. Zusätzlich ergab sich noch die Möglichkeit, eine Ausbildung zur Automobilfachverkäuferin bei der Volkswagen AG in Wolfsburg zu absolvieren, die mir in Sachen Verkauf wirklich wahnsinnig viel „Know-how“ vermittelt hat. Dann habe ich nach verschiedenen Stationen im Ausland, wie bei einem Stoffdesigner in Barcelona, einer Silberschmiede in Lima und einem halbjährigen Auslandsaufenthalt in Brisbane, noch mein Fachabitur gemacht. Direkt im Anschluss studierte ich BWL mit dem Schwerpunkt Marketing Kommunikation in Köln.

Endlich sollte es mit meinem Konzept-Store in Köln losgehen, doch dann wurde ich erst einmal glückliche Mutter einer tollen Tochter und musste ein paar Umwege gehen.

Was war bei der Gründung von ZIMON die größte Herausforderung?

Für mich als alleinerziehende Mutter war und ist die größte Herausforderung die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Da die Kinderbetreuung nach wie vor größtenteils schlecht ist, es nicht genügend Kita-Plätze gibt, einem kranke Kinder oder die ständigen Schließzeiten von Hort und Kita einen Strich durch die Rechnung machen, befindet man sich als alleinerziehende Selbstständige schnell am Rande der Belastbarkeit. Das war mir damals schon klar und der Grund dafür, meinen Wunsch nach Selbstverwirklichung erstmal auf Eis zu legen, bis mein Kind aus dem Gröbsten raus ist.

Mittlerweile geht meine Tochter auf ein renommiertes Mädchengymnasium und macht ihren Weg, wodurch sich für mich nun neue Freiräume auftun, die ich gerne nutzen möchte. Deswegen denke ich nun seit einiger Zeit wieder über meine Selbstständigkeit nach und taste mich langsam ran. Derzeit mache ich noch ein Fernstudium an der Social Media Akademie in Mannheim und zum kommenden Herbst/Winter möchte ich mich dann selbstständig machen. Deshalb kann ich auch noch kein endgültiges Statement zu meiner Gründung abgeben.

Kann man mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist?

Auf jeden Fall! Es muss nicht alles perfekt sein, denn man kann ja erstmal probieren und schauen, in welche Richtung es einen zieht. Teste bevor du gründest, prüfe wie die Resonanz ist und sammle Erfahrungen am Markt. Wichtig ist für mich, authentisch zu sein und die Sache mit Herzblut zu machen, weil sie mir wirklich Spaß macht und ich dafür brenne.

Welche Vision steckt hinter ZIMON?

Nachhaltigkeit, Werte und Authentizität sind für ZIMON sehr wichtig und diese Faktoren gilt es nach außen zu transportieren, denn die Bewegung einer neuen, kreativen Generation sehnt sich nach individuellen und authentischen Dingen, die ethisch korrekt sind und am besten regional produziert werden. Die Frage der Herkunft gewinnt an Bedeutung und der Massenkonsum geht zu Ende, er stößt uns immer mehr ab. Das ‚Geiz-ist-geil‘-Gedröhne ist wie der Phantomschmerz einer Massenmarktkultur, mit der sich keiner mehr abgeben möchte und deren wir überdrüssig sind. 

Durch die Authentizität, Einzigartigkeit und Unverwechselbarkeit soll sich das Label ZIMON zukünftig am Markt positionieren. Geplant sind die Teilnahme und die Veranstaltung von Märkten und Messen und der Vertrieb über einen eigenen Onlineshop, sowie über andere Plattformen wie zum Beispiel etsy.com. Ein eigenes Ladenlokal wird vielleicht noch irgendwann Realität werden. 

Zusätzlich zum Verkauf möchte ZIMON auch DIY-Workshops anbieten, da Selbermachen im Trend liegt und auch nachhaltig ist. Geplant sind unterschiedliche Workshops mit Nähen, Filzen, Malen, Textiles Gestalten, Puppen basteln und vieles mehr. Solche Veranstaltungen bringen Vernetzung und viel Spaß, da sich Leute dabei kennenlernen und gemeinsame Sache machen.

Wer ist die Zielgruppe von ZIMON?

Die Zielgruppe von ZIMON hat den Anspruch, dass die Dinge, die sie sich leisten, einen ganz persönlichen, unverwechselbaren Charakter haben. Dafür sind sie bereit mehr als gewöhnlich auszugeben. Die Herstellungsart ist ihnen wichtig und es soll ethisch korrekt und fair hergestellt worden sein. Sie sind experimentierfreudig und suchen Authentizität, Einzigartigkeit, Unverwechselbarkeit, und das nicht im Supermarkt oder im Kaufhaus, sondern in sogenannten Nischen. 

Sie sind Non-Konformisten und reine Verkaufsstätten mögen sie nicht sehr gern. Zu finden sind sie im mittleren bis gehobenen Bildungsmilieu mit einem Lebensstil zum Individualismus. Sie leben in einer Kultur des ‚Sowohl-als-auch‘-Daseins. Das beinhaltet Freiheitsgefühl mit einer möglichst großen Verbindlichkeit im Zusammenleben, Realitätstauglichkeit mit der Lust zum Träumen, qualitativ hochwertige und ethisch einwandfreie Produkte, Kind und Karriere, individualisierter Lifestyle mit Familienglück. 

Die Follower von ZIMON sind Frauen und Männer mittleren Alters mit einem überdurchschnittlichen Einkommen, die sich durch gute Bildung auszeichnen. Sie pflegen einen nachhaltigen Lebensstil und ihr Augenmerk ruht dabei auf Werten wie Gesundheit, Umwelt und Sozialem. Beruflich findet man sie in freien, akademischen und künstlerischen Tätigkeiten.

Besonders bei ihnen ist, dass sie den nachhaltigen Lebensstil nicht im Sinne von Verzicht interpretieren, sondern als guten und bewussten Konsum.

Sie probieren gern neue Produkte und sich selber aus, bilden sich in Kursen weiter, in denen sie sich neue Fertigkeiten und Kenntnisse aneignen möchten, da Lernen ihnen Freude bereitet. Sie legen Wert darauf, Dinge lösungsorientiert anzugehen und sich in Seminaren und Workshops lebenslang fortzubilden und fit zu halten.

Diese Verbrauchergeneration zieht Produkte vor, die der Umwelt und dem Klima förderlich sind und darüber hinaus nicht unter katastrophalen Sozialbedingungen hergestellt werden. Dafür ist diese Generation auch bereit, mehr Geld auszugeben, denn ihre gesellschaftliche Verantwortung ist ihnen wichtig. Sie möchten mitbestimmen und mitgestalten, denn sie lieben das Individuelle. Nachhaltig und umweltbewusst muss es aber sein.

Gerechte Arbeitsbedingungen und ökologisch nachhaltige Produktionshintergründe von verantwortungsbewusst wirtschaftenden Unternehmen werden von ihnen für ihr Engagement belohnt und genießen großes Vertrauen. Das bedeutet, dass dieser Mentalitätswandel unsere Wunschwelten gerade ziemlich umgestaltet und der Wunsch nach Individualisierung größer denn je ist. Investitionen in die Umwelt- und Sozialverträglichkeit der Produkte und Dienstleistungen heute und auch zukünftig werden immer wichtiger, da die Zielgruppe diese unterstützt. Dies schlägt sich in vielen Bereichen wie Umweltschutz, Einkaufsverhalten oder Mode nieder. Wir leben im 21. Jahrhundert, es gibt keine Milieus mehr und auch keine Trend-Schablonen. Bewusstes Leben und Achtsamkeit sind die Trendthemen in der heutigen Zeit.

Was unterscheidet ZIMON von anderen Anbietern?

ZIMON liebt die Vernetzung und freut es, Menschen unterschiedlichster Couleur miteinander bekannt zu machen. Dies zeigt sich bei all meinen Aktivitäten und Veranstaltungen und trägt insgesamt zu einem Happy-Feeling bei

Das Leben ist schön und das sollten wir wertschätzen, denn es gibt keinen Ausweichplanet und wenn wir weiterhin unsere Erde und andere Menschen ausnutzen und nicht umdenken, werden wir bald die Quittung dafür bekommen. Wir müssen Werte leben und respektvoll miteinander umgehen. „Behandle andere so, wie du von ihnen behandelt werden willst.“ lautet die Devise von ZIMON.

Diese Einstellung zum Leben unterscheidet mich von anderen Anbietern, deren Hauptaugenmerk auf Gewinnmaximierung und Profitgier liegt.

ZIMON, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Im besten Fall sehe ich mich in 5 Jahren in meinem eigenen Konzept-Store, der wahlweise als Laden und auch als Workshop-Raum dient. Dort treffen sich Menschen, tauschen sich aus, vernetzen sich für gute Ideen und haben eine gute Zeit. Dieser Ort soll als Bereicherung erfahren werden. Außerdem nimmt ZIMON an Märkten und Messen teil oder veranstaltet diese selbst. Insgesamt liefert ZIMON einen wichtigen Beitrag, um unsere Welt ein kleines Stückchen besser zu machen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründerinnen mit auf den Weg geben?

  1. Lasst euch nicht einschüchtern, von Menschen, die sich selbst nichts trauen oder im schlimmsten Fall vielleicht auch nur missgünstig sind!
  2. Seid authentisch!
  3. Setzt euch SMART-Ziele! 

Dabei steht die SMART-Formel für folgende Kriterien:

S = Spezifischdas bedeutet: konkret und unmissverständlich zu benennen, worum es geht (im Sinne von „klar formuliert“)

M = Messbar das bedeutet, das Ziel so zu formulieren, dass später objektiv zu erkennen ist, ob das Ziel erreicht wurde oder nicht

A = Attraktiv/ Akzeptabel/ Aktiv das bedeutet, den Endzustand positiv zu beschreiben, das bedeutet, dass das Ziel von allen Beteiligten akzeptiert wird das bedeutet, das Ziel aktiv zu formulieren, d.h. dass aktive Verben verwendet werden müssen

R = Realistisch das bedeutet, Ziele zu formulieren, die durch das eigene Verhalten aktiv beeinflusst werden können. Ziele sollten gleichzeitig machbar und herausfordernd sein

T = Terminiert das bedeutet, die Zielkontrolle zu unterstützen, indem bei der Formulierung festgelegt wird, zu welchem (konkreten) Zeitpunkt das Ziel erfüllt sein soll

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Simone Fisbach  für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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