Zena Millan individuellen und handgemachten Fliegen

Jenny Würstle Gründerin des Startup Unternehmens Zena Millan im Interview

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen Zena Millan doch kurz vor!
Jenny Würstle/ Zena Millan: Ich heiße Jenny, bin 29 Jahre alt und wohne im wunderschönen Allgäu. Außerdem bin ich Mutter von zwei Kindern (1 & 9 Jahre alt) und bin ich einfach ICH. –Nichts Besonderes. Manche würden mich vielleicht hin und wieder als „verrückt“ bezeichnen, aber wer ist das denn nicht? 😉

Zena Millan- handcrafted bow ties ist ein noch ganz junges Startup Unternehmen, deren Idee eigentlich erst im Juni/Juli 2015 entstand, und nun seit dem 01. Oktober 2015 handgemachte Fliegen bzw. Querbinder an alle verkauft, die sich im Alltag leger und dennoch mit Stil bewegen möchten.

Diese werden über einen Online-Shop unter www.handgemachte-fliegen.de vertrieben. Hier findet man eine spezielle, dennoch schöne Auswahl an Querbindern.

Wie ist die Idee zu Zena Millan entstanden und wie kam es zum Namen?
Jenny Würstle/ Zena Millan: Nun, als Kind habe ich schon von meinem eigenen Label geträumt und wusste, dass ich mich irgendwann selbstständig machen werde. Arbeitgeber konnten mir bis jetzt nie diese Freiheit geben, die ich jetzt habe. Die Frage war immer nur: mit was selbständig machen? Da ich seit einigen Jahren nähe, war die Richtung schon mal vorgegeben. – im Textilen Bereich. Aber Kleidung? –Nein, da ist die Konkurrenz zu groß. Krabbeldecken? –Auch hier, völlig überlaufen. Also: Querbinder!!! JAAAA, Querbinder! Tolle Idee, es gibt viel zu viele Männer, die keine Ahnung von Stil haben. Aber warum Querbinder? Gibt es doch auch massig, aber ich wollte „andere“ Querbinder! Querbinder, die man(n) auch im Alltag tragen kann ohne Overdressed zu wirken. Also muss eine andere Stoffart her. Baumwolle eignet sich dafür hervorragend! Warum? Weil es diesen Stoff in allen Farben und Mustern gibt. So, kann man sich sein Lieblingshemd heraussuchen und die immer passende Fliege dazu tragen.

Puh, das Thema Name ist mir doch fast etwas peinlich! *lach* Seit Jahren schaue ich mir Cesar Millan (bekannt als „Der Hundeflüsterer“) an, und vor langer Zeit kam eine Folge mit einem Hund, der Zena hieß. Mir hat der Name so gut gefallen, dass ich ihn bis heute nie vergessen habe. Und damals wusste ich gleich, dass dieser Name zu mir gehört. Nachdem letzten Sommer die Idee entstand mich tatsächlich selbständig zu machen, war auch sofort klar, dass mein Label Zena heißt. Aber Zena alleine klingt ja auch doof. Ich überlegte weiter. Ich wollte einen Namen, der einfach „schön“ ist. Den man gut aussprechen kann, der einfach nach einer Marke klingt. Und dann war der Name Millan eigentlich gar nicht sooo weit entfernt. Klar hatte ich bedenken, ob ich den Namen überhaupt verwenden darf, aber da ich ja nun so „klein“ bin und der Erfolg abzuwarten blieb, war mir das egal. Ich mag den Namen Zena Millan sehr und nur das zählt.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Jenny Würstle/ Zena Millan: Die größte Herausforderung war, erst mal „JA!“ zu sagen. Den Mut zu haben, diese Idee wirklich umzusetzen. Natürlich habe ich vorher Marktforschung betrieben und gesehen, dass es hier und dort Konkurrenz gibt. Aber nachdem ich diese genauer unter die Lupe genommen habe, wusste ich: das kann ich viel besser! Und vor allem: schöner! Die Voraussetzungen waren ja gegeben. Ich hatte alles da, was ich brauchte. Bis auf das Schnittmuster. Aber dies habe ich in einigen Wochen einfach selbst entworfen, bis ich für mich die „perfekte Fliege“ in der Hand gehalten habe. Mir ein Schnittmuster zu kaufen, kam für mich nicht in Frage, da es ja dann nicht selbstgemacht und „von mir“ ist. Es hat viel Zeit und Nerven gekostet, aber es hat sich wirklich gelohnt! Die Querbinder sind in ihrer Form einfach: WUNDERSCHÖN!
Natürlich war auch die Umsetzung des Online-Shops ein Thema. Aber da ich einen ganz wundervollen Mann habe, der das kann, habe ich ihm das überlassen. Im groben habe ich ihm gesagt was ich möchte, vor allem was ich nicht möchte und so lief das dann von ganz alleine. –Super!
Finanziert haben wir das aus eigener Tasche. Ein Unternehmen, das mir die Seite aufbaut, haben wir ja nicht gebraucht. Finanziell gesehen, wäre das eine große Hürde gewesen, aber so war es ja kein Problem. Mittlerweile finanziert sich das Unternehmen von alleine. Alles was ich einnehme, wird wieder zurück investiert um weiterzumachen.

Wer ist die Zielgruppe von Zena Millan?
Jenny Würstle/ Zena Millan: Na, das sind einige Personen! Gerade jetzt vor Weihnachten waren es natürlich die Frauen, die ihren Mann die Querbinder unter den Baum legen sollten.
Jetzt sind Fliegenliebhaber, Professoren, Barkeeper, Musiker, Bräutigame, Studenten, Herrenausstatter etc. gefragt.
Aber hauptsächlich suche ich jene Männer, die z.B. ein Date haben, oder auf ein Konzert gehen… Einen gepflegten Abend mit Freunden verbringen möchten. Es gibt unzählige Momente, in denen man Querbinder tragen kann, wenn es der richtige Querbinder ist. Die, die sich von der Menge einfach abheben wollen. Stellen Sie sich vor, Sie tragen lederne Schuhe oder ganz einfach hübsche Turnschuhe, Jeans, ihr Lieblingshemd, und als Jacke einen Trench Coat/ einen Mantel oder eine Lederjacke! Dazu eine passende Fliege. Das sieht einfach RICHTIG GUT aus!
Nicht zu vergessen: Väter & Söhne! Eine Familienfeier, auf der Vater und Kind eine Fliege tragen, ist ein Hingucker! Wer wohl der stolzere von beiden sein wird?

Was ist das Besondere an den Fliegen?
Jenny Würstle/ Zena Millan: Das Besondere ist 1. natürlich die Qualität und Exklusivität. Ich kaufe keine Stoffe im Internet oder „Stoffmärkten“. Ich muss die Stoffe live sehen und fühlen. Wenn man sich ein Business aufbaut, kauft niemand die Katze im Sack. Somit kann ich mir immer sicher sein, dass das Ware bester Qualität ist. Außerdem kaufe ich nur kleine Mengen an Stoff, damit die Auflagen klein bleiben.
2. die Form. Diesen Schnitt hat keiner, da er (wie schon erwähnt) von mir selbst entworfen ist.
3. die Verarbeitung: Ich nähe schon viele Jahre und bin da wohl Perfektionistin. Wenn eine Naht nicht stimmt, wird’s nochmal gemacht. Mein Qualitätsanspruch ist in dieser Hinsicht SEHR HOCH!
4. es ist alles 100% Handarbeit von A (wie Auswahl der Stoffe) bis Z (wie Zusammennähen des Querbinders). Sogar die Verpackung gestalte ich komplett selbst.

Wie häufig werden heutzutage Fliegen getragen?
Jenny Würstle/ Zena Millan: Hier in Deutschland werden Fliegen leider relativ wenig getragen. Außer zum Anzug auf einer Feier trägt man sie doch kaum. Der Markt ist im Gegensatz zur Krawatte verschwindend klein. In anderen Ländern, beispielsweise Amerika sind die Fliegen deutlich populärer. Aber mein Ziel ist ja: genau das zu ändern! Auch in Deutschland dürfen die Männer gerne etwas mehr Mut beweisen und die Frauen mit etwas Stil überraschen! Männer, die Fliege tragen, SIND einfach sexy!!!

Wie ist das bisherige Kundenfeedback?
Jenny Würstle/ Zena Millan: Um ehrlich zu sein, ist es fantastisch! Bis jetzt waren wirklich ALLE Kunden höchst zufrieden und haben sich herzlichst bedankt. Das bestätigt mich darin, dieses Business weiter zu machen!

Zena Millan, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Jenny Würstle/ Zena Millan: Das ist immer schwer zu sagen. Klar, wenn ich mal ein wenig spinnen darf, dann läuft „das Ding“ bis dahin! Ich habe mich auf diesen Markt fest etabliert und meine Kunden sind weiterhin meine Kunden. Mir geht es nicht als 1. darum, davon leben zu können, wobei wenn es so wäre, ist das sicherlich ganz ganz toll! Mir geht es einfach darum, meine Kunden weiterhin so glücklich zu machen und Spaß an der Arbeit zu haben! Außerdem möchte ich auch nicht zu groß werden, um eben diese Exklusivität weiterhin beibehalten zu können!
Ansonsten ist schon geplant, das Sortiment zu erweitern. Bis Ende des Jahres möchte ich Querbinder auch für Frauen anbieten. Krawatten, Einstecktücher und Kummerbunde dürfen auf Dauer auch nicht fehlen!
Außerdem möchte ich dieses Sortiment bei ausgewählten Herrenausstattern anbieten. (das wäre ganz großes Kino!)

Zum Schluss: Welche Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Jenny Würstle/ Zena Millan: Wenn ihr eine gute Idee habt, macht es! Wenn es euch Spaß macht und ihr liebt, was ihr tut, könnt ihr nichts falsch machen! Traut euch! Und gebt euch Zeit! Entwickelt euch nach und nach, überfordert euch nicht selbst. Nach jedem Hoch, kommt ein Tief aber das ist ganz normal. Danach geht es wieder bergauf!

Wir bedanken uns bei Jenny Würstle für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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