Freitag, Mai 27, 2022

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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

Die Gründer von aidhere, zanadio Adipositas-Therapie per App, in der Höhle der Löwen

Stellen Sie sich und das Startup aidhere doch kurz vor!

“aidhere” ist das Unternehmen hinter “zanadio”, der digitalen Adipositas-Therapie, und wurde 2019 von Dr. Nora Mehl, Dr. Tobias Lorenz und Henrik Emmert in Hamburg gegründet. zanadio ist die erste digitale Adipositas-Therapie, die auf den Grundlagen bewährter, medizinischer Behandlungen basiert, aber Dank der Verfügbarkeit per App jederzeit und von überall durchgeführt werden kann. Schon rund ein Jahr nach Gründung, im Herbst 2020, haben wir zanadio auf den Markt gebracht.

Wie ist die Idee zu zanadio entstanden?

Zwei von uns Gründer:innen haben mehrere Jahre im Gesundheitswesen gearbeitet – Nora hat als Psychologin zu Adipositas geforscht und Henrik hat als Berater Unternehmen aus dem Gesundheitswesen begleitet. Dabei hat jeder seine eigenen Erfahrungen mit der Versorgung für Menschen mit starkem Übergewicht und den Strukturen in unserem Gesundheitssystem gemacht.

Eines war unübersehbar: Für Menschen mit Adipositas gibt es nur ganz wenige Möglichkeiten, sich nachhaltig medizinisch behandeln zu lassen. Für die Behandlungen, die es gibt, werden die Kosten häufig nicht oder nur nach langen Diskussionen von den Krankenkassen übernommen. Eine gute und alltagstaugliche Therapie zu finden, ist für viele Betroffene ein monatelanger Kampf. Daraus ist die Idee entstanden, eine zeitgemäße, digitale und praktikable Therapie zu entwickeln. 

Welche Vision steckt hinter zanadio?

Unser oberstes Ziel ist es, die Versorgung für Menschen mit starkem Übergewicht zu verbessern und ihnen dabei zu helfen, nachhaltig und gesund ihr Gewicht zu reduzieren. Wir wollen endlich ein Angebot schaffen, das für die Patient:innen leicht zugänglich und einfach umzusetzen ist und das sich an die Bedürfnisse und den Alltag anpasst. Dazu gehört auch, dass dieses Angebot auf einer soliden wissenschaftlichen Basis fußt und die  Wirksamkeit in klinischen Studien beweisen kann.

Außerdem setzen wir uns dafür ein, dass Adipositas gesellschaftlich als Erkrankung wahrgenommen wird, die genau dieser medizinischen Therapie bedarf. Leider ist es noch immer so, dass Menschen mit Adipositas einfach als weniger diszipliniert gelten oder als selbst verantwortlich für ihre Situation gesehen werden – dabei gibt es zahlreiche Studien, die das widerlegen.

Wer ist die Zielgruppe von zanadio?

Unsere Zielgruppe sind Menschen mit Adipositas, also starkem Übergewicht. Das beginnt ab einem Body-Mass-Index (BMI) von 30. Unser Programm ist bisher für die Behandlung von Menschen mit einem BMI bis 40 zugelassen. Künftig soll es aber auch für Menschen nutzbar sein, die einen BMI über 40 haben. Daran arbeiten wir aktuell. 

Wie sind Sie auf die Idee gekommen sich für die Sendung Die Höhle der Löwen zu bewerben?

Für ein medizinisch orientiertes Technologie-Startup ist es wahrscheinlich eher ungewöhnlich, aber wir wurden angefragt, ob wir Interesse haben, bei “Die Höhle der Löwen” mitzumachen. Da haben wir uns kurzerhand entschieden, die Gelegenheit zu nutzen – auch, weil es uns die Möglichkeit gab, etwas mehr Aufmerksamkeit auf die Situation rund um die Versorgung von Adipositas in Deutschland zu richten.

Wie haben Sie sich auf die Sendung vorbereitet?

Wir haben bisherige Folgen analysiert und geschaut, was typische Fragen oder Kritikpunkte sind, oder welches Jury-Mitglied worauf am meisten Wert legt. Außerdem haben wir überlegt, wie wir ein digitales Produkt in einer TV-Show am besten präsentieren können. Um gut vorbereitet zu sein, haben wir unseren Pitch und die Präsentation vorher auch mit Dritten ein paar Mal durchgespielt. 

Sie sind eines der wenigen Startup-Unternehmen, dass es in die Sendung Die Höhle der Löwen geschafft hat. Wie motivierend war das für Sie?

Die Teilnahme an “Die Höhle der Löwen” war für uns eine große Chance und eine tolle Erfahrung! Zur Zeit der Aufzeichnung im Frühjahr 2020 standen wir mit unserem Produkt noch am Anfang und konnten nicht absehen, wie spannend und rasant sich das restliche Jahr entwickeln würde. Gerade zu diesem frühen Zeitpunkt war das Feedback der Löwen sehr wertvoll und nützlich für uns. Es hat uns darin bestärkt, dass wir mit auf dem richtigen Weg sind.

Wie wichtig war dieser Schritt für Sie als Startup Unternehmen? Auch unter dem Gesichtspunkt, dass durch Die Höhle der Löwen viele Interessenten und auch Medien auf zanadio aufmerksam werden?

Die Teilnahme an “Die Höhle der Löwen” ermöglicht es uns, so viele Menschen auf zanadio und unsere Mission aufmerksam zu machen, wie es auf anderem Wege kaum möglich wäre. In Deutschland sind rund 17 Mio. Erwachsene an Adipositas erkrankt und wir möchten mit unserem Programm natürlich so vielen Menschen wie möglich helfen. Dank “Die Höhle der Löwen” können wir eine beachtliche Aufmerksamkeit für das Thema Adipositas erreichen. Das ist wunderbar.

Welchen Investor hatten Sie im Fokus?

Carsten Maschmeyer war unser favorisierter Investor, weil er über viel Erfahrung im Gesundheitswesen und im medizinischen Sektor verfügt. Der Gesundheitsmarkt unterscheidet sich in vielen Dingen stark von anderen Märkten – nicht nur als Unternehmen, auch als Investor profitiert man hier von einer guten Kenntnis der Marktmechanismen.

aidhere, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

In den nächsten Jahren möchten wir so vielen Menschen mit Adipositas wie möglich dabei helfen, Gewicht zu reduzieren und ein gesünderes Leben zu führen. Dafür wollen wir zanadio auch für höhere BMI Gruppen zulassen, ein Programm entwickeln, dass auch für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Adipositas zugelassen ist und Unterstützung für Patient:innen bieten, die bereits eine adipositaschirurgische Operation, bekannt z.B. als Magenband-OP, hinter sich haben.

Da Adipositas häufig mit vielen anderen Krankheiten verbunden ist, wollen wir unseren Ansatz auch auf weitere Erkrankungen ausweiten. An erster Stelle steht aber immer, dass Adipositas bei uns wirklich als Krankheit anerkannt wird und Betroffene die Hilfe bekommen, die sie benötigen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Gründer:innen im Gesundheitswesen empfehlen wir: Arbeitet euch in die Strukturen ein. Dieser Markt ist hochreguliert und mit anderen kaum zu vergleichen. Bevor man hier mit seiner Idee Fuß fassen kann, sollte man die Mechanismen genau verstehen. 

Baut euch ein Netzwerk aus Expert:innen auf und nutzt die Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit Startups, die in einem ähnlichen Feld aktiv sind. Im E-Health-Markt ist beispielsweise der Spitzenverband Digitale Gesundheitsversorgung e.V. (SVDGV) eine super Adresse: Mittlerweile sind dort über 130 Unternehmen MItglied, daraus ergeben sich tolle Möglichkeiten zum Austausch und um voneinander zu lernen.

Holt euch frühzeitig Feedback und Einschätzungen der Zielgruppen ein. Nicht nur seitens der Nutzer:innen, sondern bei medizinischen Produkten vor allem die Perspektive von Ärzt:innen und Fachleuten. Ein medizinisches Produkt, das den Alltag und die Bedürfnisse von Mediziner:innen nicht berücksichtigt, wird keinen Erfolg haben.

Dr. Nora Mehl, Dr. Tobias Lorenz (l.) und Henrik Emmert präsentieren mit zanadio Adipositas-Therapie per App. Sie erhoffen sich ein Investment von 500.000 Euro für 8 Prozent der Anteile an ihrem Unternehmen. Foto: TVNOW / Bernd-Michael Maurer

Sehen Sie zanadio am 10.Mai 2021 in der Höhle der Löwen

Wir bedanken uns bei den Gründern für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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