Prüfen Sie sich selbst, ob Sie wirklich mit Risiken und Niederlagen umgehen können

Yoummday: Online-Marktplatz für telefonische Dienstleistungen

Stellen Sie sich und das Startup Yoummday doch kurz unseren Lesern vor!
Yoummday.com ist der weltweit erste Online-Marktplatz für telefonische Dienstleistungen. Yoummday ist also das Uber der Call Center-Branche.

Wie ist die Idee zu Yoummday entstanden?
Die Idee ist im Rahmen eines Unternehmenskaufes während der Due Diligence entstanden. Es handelte sich um einen klassischen Call Center-Betreiber, und mir war vor allem aufgefallen, wie weit die abgerechneten Stundensätze mit 39,00 Euro und das Gehalt der Telefon-Agenten mit 9,00 Euro auseinanderklaffen.

Warum haben Sie sich entschieden ein eigenes Unternehmen zu gründen?
Weil ich das am besten kann und nichts anderes kenne. Es ist mein drittes Unternehmen.

Von der Idee bis zum Start – was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Die größte Herausforderung war die Entwicklung der technischen Plattform, also die Entwicklung und technische Umsetzung eines komplett cloudbasierten Konzepts für Telefon-Agenten mit dem Ziel, darüber Kunden zu gewinnen.
Eine weitere Herausforderung sind Ausschreibungen von öffentlichen Aufträgen, bei denen Startups in der Regel massiv diskriminiert werden. Sie müssen beispielsweise mindestens fünf Jahre alt sein und fünf Millionen Euro Umsatz erwirtschaften. In den USA ist das genau umgekehrt. Da bekommt ein Startup Milliarden-Aufträge, um Raketen zu entwickeln.
Finanziert haben wir uns aus der Familienkasse, denn ich konnte schon erfolgreich ein früheres Unternehmen verkaufen.

Wer ist die Zielgruppe von Yoummday?
Zur Zielgruppe gehören alle Unternehmen, die Call Center betreiben – egal ob inhouse oder im Outsourcing. Aber auch Menschen, die sich selbständig machen möchten, und auf Yoummday ohne jegliche Fixkosten ihr eigenes Call Center aufbauen und anbieten können. Und natürlich alle potentiellen Talente, die von zu Hause aus gut verdienen möchten, denn 79 Prozent der Einnahmen erhält der Telefon-Agent. Das sind im Schnitt 20 Euro pro Stunde.

Wie funktioniert Yoummday?
Wir bringen auf einer einzigen Plattform Angebot, also Telefon-Agenten, die wir bei Yoummday Talente nennen, und Nachfrage, also Firmen, die Call Center Dienste suchen oder brauchen, zusammen. Im Rahmen dieser „Uberisation” übernehmen wir die Vermittlung, Abrechnung, Qualitätskontrolle und den technischen Betrieb sowie die Vermarktung der Plattform. Dafür erhalten wir 21 Prozent Provision auf die getätigten Umsätze.

Welche Vorteile bietet Yoummday und wo liegt Ihr USP?
Zum einen ist es die hohe Flexibilität, denn wir können ein Projekt innerhalb von fünf bis zehn Tagen starten. Dabei haben wir eine hohe Peak-Toleranz und können tägliche Kapazitäten im laufenden Projekt um 50 Prozent nach oben oder unten anpassen. Ein weiterer USP ist der unschlagbare Preis inklusive 20 Prozent Preisgarantie, und andererseits die hohe Motivation unserer Agenten, die durch das Preismodell entsteht. Ihr Verdienst beträgt 79 Prozent des Umsatzes, das ist in klassischen Call Centern ganz anders.

Wie ist das Feedback?
Von bestehenden Kunden und Agenten ist das Feedback wirklich sehr positiv. Je höher die Anrufzahlen, desto positiver ist es! Wie bei Startups üblich, bedürfen Neukunden oft noch der Überzeugung, wie sicher und zuverlässig heute aus der Cloud gearbeitet werden kann.

Yoummday, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Wir haben mittlerweile 3.200 Agenten und wachsen weiter. Einige große Kunden haben uns ermöglicht, schon sechs Monate nach der BETA-Phase Gewinne zu erwirtschaften. Wir reinvestieren alles, um weiter zu wachsen und haben vor kurzem die ersten Niederlassungen in Kapstadt und Sofia gegründet. USA steht als nächstes an. Unser Ziel ist es, in fünf Jahren fünf Prozent Marktanteil zu haben.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
1. Prüfen Sie sich selbst, ob Sie wirklich mit Risiken und Niederlagen umgehen können.
2. Suchen Sie sich noch einen oder zwei Mitstreiter, die gut zu Ihnen passen.
3. Lassen Sie sich nicht vom derzeitigen Technologie-Entwicklungs-Hype einnehmen. Am wichtigsten ist es, innovativ zu sein, Technologien richtig einzusetzen und den Ziel-Markt mit einer wirklich guten Idee zu begeistern und zu besetzen.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Klaus Harisch für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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