Montag, April 19, 2021

Die Macht sei mit euch – mit YODA meistert ihr die Validierung

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Startups sind mit ihrer Innovationskraft und Kreativität der Motor der globalen Wirtschaft und der gesellschaftlichen Entwicklung. Wir bieten akribisch recherchierte Informationen über Gründer und Startups. Neben Porträts junger Unternehmer und erfolgreicher Startups und deren Erfahrungen liegt der Fokus auf KnowHow von A bis Z sowohl für Gründer und Startups als auch für Investoren, Ideengeber und Interessierte. Wir begleiten, Startups von der Gründungsphase bis zum erfolgreichen Exit.

Tolle Geschäftsidee – und jetzt? Jetzt heißt es validieren, also euer Produkt so früh wie möglich in der Realität zu testen. Validierung ist die Grundvoraussetzung für euren Erfolg. So sammelt ihr belastbare Daten, mit denen ihr euer Geschäftsmodell schärfen könnt, reduziert das Risiko eines Fehlschlags und legt die eigenen Scheuklappen ab – blickt also klar auf eure Vision. Echte Validierung bekommt ihr dabei nur aus dem Markt. Und vergesst nicht: Wenn ihr eure Idee oder euer Produkt dort vorstellt, geht’s ums Sammeln echter Datenpunkte und nicht um nette Komplimente.

Wie aber bekommt ihr die Daten und Antworten, die ihr wirklich braucht? Ganz ehrlich: Geschenkt bekommt ihr sie nicht. Doch es gibt einige Tipps, die euch dabei helfen können:

Validierungstipp 1: Interviews

Sprecht mit so vielen – möglichst unvoreingenommenen – Leuten wie möglich. Stellt dabei offene Fragen, denn diese geben einen guten Einblick in Needs und Konsumgewohnheiten potenzieller Kund*innen. Ich weiß, die Hemmschwelle „einfach mal zu fragen“, ist oft groß. Schließlich werden sich die meisten der Menschen, die ihr kontaktiert, (zunächst) nicht sonderlich für euch interessieren. Doch das gehört dazu – es sind bisher nur wenige echte Glückskinder vom Himmel gefallen, die von Minute eins an alle begeistert haben. Wenn eine von zehn Personen sich für euch begeistert, seid ihr bereits richtig gut!

Validierungstipp 2: Social Media & Plattformen

Nutzt die sozialen Medien für eure Sache. Eine pragmatische Lösung sind beispielsweise Social-Media-Umfragen. Sie sind schnell und einfach durchzuführen und liefern relativ zuverlässig erste Daten von echten Personen. Wichtig dabei: Ihr müsst zuvor unbedingt sicher sein, dass ihr das Richtige von den richtigen Personen auf dem richtigen Weg abfragt. Wenn ihr also ein Produkt für angehende Mütter unter 30 entwickelt, dann sind „Mami-Kreisel“ und Instagram bessere Plattformen als LinkedIn oder “oldschool” Facebook.

Validierungstipp 3: Skin in the game

Auch ein “Ja” auf die Frage, würdest du mein Produkt zum Preis X kaufen, ist am Ende nichts außer ein Lippenbekenntnis. Erst wenn sich eure potenziellen Kund*innen oder Partner*innen tatsächlich zu etwas verpflichten, das sie “etwas kostet”, habt ihr eine echte Validierung erreicht. In der Bay Area spricht man von “skin in the game”. Ihr könnt damit zu Beginn in kleinen Schritten starten. Es gibt neben Geld viele andere Möglichkeiten, eine Verpflichtung von euren Kund*innen zu bekommen. Wenn ihr beispielsweise noch kein Geld annehmen könnt oder wollt, dann fragt, ob sie euer Produkt auf ihren Social-Media-Kanälen teilen würden. Ihr werdet schnell sehen, ob jemand bereit ist, seine Glaubwürdigkeit für euch einzusetzen. Eure Logik sollte immer sein “wir bauen es, wenn du es kaufst” und nicht “würdest du es kaufen, wenn wir es bauen?”

Validierungstipp 4: Nutzt „schlanke“ Methoden

Versucht am Anfang das Thema möglichst “schlank” anzugehen und euer Risiko zu reduzieren, bevor ihr große Mengen Zeit und Geld investiert. Ihr könnt bereits ohne Geld und in nur wenigen Stunden erste Daten und “skin in the game” sammeln. Und zwar bevor ihr viele tausend Euro für Apps, Prototypen oder Websites aus dem Fenster werft. Altbewährte Ansätze wie Lean-Startup und das Minimum Viable Product sind hierfür bestens geeignet.

Dranbleiben ist wichtig!

Auch bei erfolgreichen Startups dauert es oft einige Monate oder bei komplexen Modellen sogar ein bis zwei Jahre bis zur erfolgreichen Validierung. Auch wenn diese im Rückblick immer so schnell und geradlinig wirken. Schaut man genauer hin, ist das eigentlich nie der Fall. Gerade die großen Firmen, die heute oft zitiert und gehypt werden, haben auf dem Weg zur Validierung regelmäßig Fehlversuche unternommen und tun das heute noch – das ist Teil des Spiels. Guckt euch mal die Microsoft Morgue oder das Google Graveyard an.

Lasst euch auf keinen Fall entmutigen, selbst wenn ihr beim ersten Versuch keine Validierung erzielt. Das heißt nicht automatisch, dass eure Idee nichts wert ist. Ihr solltet euch aber kritisch hinterfragen, ob es an der mangelnden Validierung oder Fehlern beim Validieren liegt. Vielleicht habt ihr nur zu wenig Leute erreicht oder auf dem von euch gewählten Kanal genau die falschen. Auch umgekehrt bedeuten die ersten ein oder zwei Kunden nicht automatisch die Validierung eines skalierbaren Geschäftsmodells.

Aus Erfahrung weiß ich, dass es auf dem Weg zur Validierung viele Stolpersteine gibt und nicht jeder Weg für jeden passt. Doch egal wie ihr das Thema angeht, wichtig ist, dass ihr euch vorher Gedanken darüber macht, welche Resultate euch helfen, die anstehenden Entscheidungen zu treffen. Versucht dabei NIEMALS die Ergebnisse “zurechtzubiegen”, damit schadet ihr euch nur selbst. Bevor ihr aus “wir glauben” ein “wir wissen” gemacht habt, solltet ihr immer in die Validierung und nicht in das fertige Produkt oder die “Bürokratie” investieren.

Fazit: Your own Data ist das, was am Ende zählt!

Eine gut durchdachte und konsequent betriebene Validierung bringt euch voran. Dabei sammelt ihr Schritt für Schritt eure individuellen Daten. Mit ihnen schreibt sich euer Business-Plan dann fast von allein. Und auch euer Pitchdeck ist kein Problem mehr, denn ihr könnt aus eigenen Erfahrungen belegen, wer eure Zielgruppe ist, wie viele Kunden ihr akquirieren konntet, wie aufwändig das war, welche Kanäle funktioniert haben usw. Ihr seht: YODA ist das, was am Ende zählt – Your own Data.

Autor: Tim Lampe

Tim Lampe leitet das Format-Team der Campus Founders und entwickelt mit seinem Team die Angebote und Lehrformate, die die Startup-Teams auf ihrer unternehmerischen Reise ganzheitlich begleiten. Vor seiner Zeit bei den Campus Founders war er bereits in mehreren Startups im Bereich Consulting, SaaS, Bildung und Co-Living involviert und verbrachte auch ein Jahr im Silicon Valley.

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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