Habe den Mut, die ersten Schritte zu gehen

Xeem bringt kreative Talente und Unternehmen durch innovatives Recruiting, Open Innovation und Skill Management zusammen

Stellen Sie sich und das Startup Xeem doch kurz unseren Lesern vor!

Wir sind zwei Studentinnen und angehende Gründerinnen: Géraldine Ulrichs und Janine Weirich. Kennengelernt haben wir uns während unseres Bachelor-Studiums Interactive Media Design an der Hochschule Darmstadt. Der interdisziplinäre Studiengang hat die drei Schwerpunkte Design, Informatik und Management.​ Durch zahlreiche gemeinsame Projekte sind wir ein eingespieltes Team geworden und haben bereits viele bereichsübergreifende Erfahrungen gesammelt. Gemeinsam haben wir unser Bachelorprojekt Xeem auf die Beine gestellt – dazu gleich mehr. 

Aktuell studieren wir Leadership in the Creative Industries, ebenfallsan der Hochschule Darmstadt. Ab Januar 2020 haben wir durch das Hessen Ideen Stipendium die Möglichkeit uns verstärkt auf unser Projekt Xeem zu fokussieren. Wir freuen uns riesig auf die bevorstehende Zeit und sind überwältigt von der positiven Resonanz, welche wir bislang zu unserer Gründungsidee erhalten.

Xeem ist eine Onlineplattform, auf der Open Innovation gefördert und eine Brücke zwischen Unternehmen und jungen Erwachsenen geschlagen wird. Dadurch entsteht ein innovativer Recruiting-Prozess. Als ersten Schritt laden Unternehmen Micro-Challenges hoch, an denen z.B. Studenten teilnehmen. Per Video Call entwickeln Teams ortsunabhängig kreative Ideen. Dabei werden zukunftsrelevante Skills, wie Kollaborationsfähigkeit und Innovationskraft, trainiert und Kontakt zu Unternehmen erzeugt. Das anonyme Team Feedback nach jeder Challenge visualisiert eigene Stärken und Schwächen. Daraufhin schlägt Xeem den jungen Erwachsenen passende Weiterbildungsmöglichkeiten von Drittanbietern vor, wie z.B. Seminare, Onlinekurse oder Podcasts. 

Warum haben Sie sich entschlossen ein Unternehmen zu gründen?

Im Laufe unserer Studiums haben wir die Leidenschaft entwickelt gemeinsam an Projekten zu arbeiten, diese zu koordinieren und unsere Ideen zu realisieren. Da Interactive Media Design sehr interdisziplinär ist, haben wir nicht nur gelernt, wie man Konzepte entwickelt, sondern auch wie man diese prototypisch umsetzt und vermarktet. Dies bietet uns die ideale Grundlage, um ein eigenes Start-up zu gründen.

Der Entschluss, ein eigenes Unternehmen zu gründen, wurde dann während unseres Bachelor-Semesters gefestigt: Zu Beginn haben wir eine Forschungsarbeit geschrieben, die sich thematisch mit der „Digitale Transformation des Arbeitsmarktes” befasst. Hierbei kamen wir zu dem Ergebnis, dass sich nicht nur der Arbeitsmarkt wandelt, sondern auch die Fähigkeiten, welche in Zukunft an Bedeutung gewinnen und zunehmender gefragt sind – die sogenannten Future Skills. Zu diesen zukunftsrelevanten Skills zählen unter anderem der Umgang mit digitalen Medien, Teamfähigkeit und Innovationskraft. Somit war es unser Ziel, während unserer Bachelorarbeit eine Möglichkeit zu finden, diese gezielt zu trainieren. Und somit ist die Weiterbildungs- und Vernetzungsplattform Xeem entstanden.

Wir stehen absolut hinter unserem Projekt und sind uns dem Mehrwert bewusst, den das Projekt sowohl für junge Talente als auch für Unternehmen bietet. Daher ist es eine große Herzensangelegenheit von uns, das Projekt auf den Markt zu bringen und mit Leidenschaft an dem Aufbau unseres Start-ups zu arbeiten.

Was war bei der Gründung von Xeem die größte Herausforderung?

Offiziell und rechtlich wurde Xeem noch nicht gegründet. Dies liegt hauptsächlich daran, dass wir uns direkt nach unserem Bachelorabschluss für das Hessen Ideen Stipendium 2020 beworben haben, für das man bis zum 01.01.2020 noch nicht gegründet haben darf.

Daher können wir uns zu dieser Frage aktuell noch nicht äußern. Jedoch sind wir sehr auf das Jahr 2020 und auf unsere bevorstehende Gründung gespannt. Derzeit fokussieren wir uns auf die Ausarbeitung von Xeem und arbeiten an einem klickbaren Prototypen, den es bald auch als richtige App geben soll, und an unserer Website. 

Kann man mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist?

Die Antwort ist simpel und kurz: Ja! 

Jeder noch so kleine Schritt ist ein Schritt vorwärts in die richtige Richtung. Nichts ist perfekt, auch keine Idee, an der man monatelang tüftelt. Vielmehr ist es ein kontinuierlicher Prozess, der aus Höhen und Tiefen besteht. Doch jeder weitere Schritt bringt die Idee weiter voran und eröffnet weitere Türen und Möglichkeiten. 

Wir sind der Überzeugung, dass man es einfach angehen sollte. Im schlimmsten Fall hat man einiges fürs Leben gelernt sowie zahlreiches Feedback und Learnings für sein Projekt gesammelt, um die Idee zu verbessern und voran zu bringen.

Welche Vision steckt hinter Xeem?

Xeem soll zukünftig kreative Talente und Unternehmen durch innovatives Recruiting, Open Innovation und Skill Management zusammenbringen. Unsere Vision mit Xeem ist es jungen Erwachsenen zu helfen, Grenzen beruflicher Selbstverwirklichung zu überwinden. Durch Xeem sollen sie mit mehr Selbstbewusstsein und Selbstkenntnis ihrer eigenen Stärken auftreten und gut vorbereitet ins Arbeitsleben starten. 

Unser ganz persönliches Anliegen ist es, junge und kreative Talente zu fördern und ihr vollen Potential auszuschöpfen. Deshalb sind wir neben Xeem als ehrenamtliche Mentorinnen bei STARTUP TEENS tätig, einer Initiative für gründungsinteressierte Teenager im Alter von 14-19 Jahren. Zusätzlich halten wir bereits Vorträge über das Gründen während des Studiums. Diese Möglichkeiten nutzen wir super gerne, um unser bisheriges Wissen mit jungen Erwachsenen zu teilen und ihnen eine Portion Motivation und positiver Energie mitzugeben.

Wer ist die Zielgruppe von Xeem?

Xeem umfasst zwei Zielgruppen – junge Erwachsene, wie z.B. Studierende, Schüler und Auszubildende, und Unternehmen. Junge Erwachsene können auf Xeem in Kontakt zu Unternehmen treten, an spannenden Challenges teilnehmen und ihre Future Skills trainieren. Darüber hinaus haben sie auch die Chance, ein Preisgeld zu gewinnen.

Auf der anderen Seite sind die Unternehmen. Diese sind zunehmend auf der Suche nach potentiellen Mitarbeitern, die kreativ sind und über Veränderungsbereitschaft und zukunftsrelevante Skills verfügen. Wir möchten mit Xeem eine Art innovatives Recruiting erschaffen. Der Recruiting-Prozess wird vereinfacht und Unternehmen erhalten über die Challenges einen Zugang zu passenden und kreativen Talenten. Unternehmen können somit nicht nur potentielle Mitarbeiter kennenlernen, sondern auch kreative Ideen und Impulse von außen erhalten. Außerdem können Unternehmen auf Xeem auf sich aufmerksam machen und es als Promotion-Methode nutzen.

Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Im Vergleich zu bereits existierenden Plattformen legen wir bei Xeem einen starken Fokus auf die individuellen und kreativen Menschen hinter den Ideen und schaffen ein ganzheitliches Weiterbildungsportal. Folglich geht es um mehr als nur das Sammeln von Ideen für Unternehmen. 

Außerdem ist uns die Zugänglichkeit von Xeem enorm wichtig: Junge Erwachsene können die Onlineplattform ortsunabhängig als App nutzen. Somit sind die auf Xeem angebotenen Challenges und die gesamte persönliche Weiterbildung an keinen bestimmten Ort gebunden. Durch die kurzen Micro-Challenges haben junge Erwachsene die Möglichkeit in verschiedene Aufgabenbereiche einzutauchen und unterschiedliche Unternehmen kennenzulernen.

Für die Teilnahme an einer Challenge ist keine besondere Expertise notwendig, wie zum Beispiel Programmiererfahrung. Darüber hinaus erhalten die Nutzer auf Xeem persönliches Teamfeedback und eine Visualisierung der eigenen Stärken und Schwächen – der Lernfortschritt wird offengelegt und Selbstreflexion gefördert. Basierend auf den eigenen Stärken und Schwächen werden dem Nutzer individuelle Weiterbildungsmöglichkeiten vorgeschlagen. 

Von anderen Challenge-Plattformen heben wir uns ab, da wir mit Xeem ein ganzheitliches Weiterbildungsportal geschaffen haben.

Xeem, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Xeem soll zukünftig junge Talente und Unternehmen zusammenbringen durch innovatives Recruiting, Open Innovation und Skill Management.

Wir hoffen, dass Xeem deutschlandweit zahlreiche Nutzer begeistert und ein fester Bestandteil von Recruiting-Prozessen wird. Bis dahin haben wir noch eine lange Reise vor uns. Wir sehen uns auf zahlreichen Messen, Events und als Sprecherinnen und Coaches auf Veranstaltungen. Egal, was auf uns zukommen wird, wir stehen der Zukunft offen und mit viel Vorfreude gegenüber.

In fünf Jahren sehen wir uns definitiv als Gründerinnen von unserem eigenen Start-up, die mit einem Lächeln auf dem Gesicht auf die tolle Zeit zurückblicken und motiviert der Zukunft entgegenschreiten.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründerinnen mit auf den Weg geben?

Wenn wir angehenden Gründerinnen drei Tipps mit auf den Weg geben dürfen, dann sind es folgende:

Habe den Mut, die ersten Schritte zu gehen und einfach anzufangen, egal wie klein der Schritt ist! Denn wenn du es nie versuchst, dann wirst du niemals wissen, was du alles erreichen könntest.

Sei offen und erweitere stets dein eigenes Netzwerk! Schnell sollte dir bewusst werden, wie wertvoll und mächtig ein gutes Netzwerk und bestimmte Kontakte sein können.

Lerne aus Fehlern und gib niemals auf! Die Reise wird aus vielen Höhen und Tiefen bestehen, doch es ist wichtig am Ball zu bleiben, aus Fehlern zu lernen, gestärkt davon hervorzugehen und an seinen Träumen festzuhalten.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Géraldine Ulrichs und Janine Weirich für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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