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Wrapclub: mit Autowerbung Geld verdienen

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen Wrapclub doch kurz unseren Lesern vor!
Marat Yakupov: Alexander Simonov und ich wollen mit Wrapclub den deutschen Markt für Außenwerbung revolutionieren, indem wir professionelle Autowerbung am Puls der Zeit anbieten. Wir vernetzen Werbetreibende und Autofahrer über eine App. Autofahrer können sich bei Wrapclub registrieren und auswählen, für welche Autowerbung sie fahren möchten. Dann stellen sie ihr Auto als Werbefläche zur Verfügung und können dabei bis zu 300 Euro im Monat verdienen – und so ihr Auto finanzieren. Damit werbetreibende Unternehmen einen transparenten Überblick über die Performance der Autowerbung haben, werden die Autos mit einem GPS-Tracker ausgestattet. Mit den Daten wird die Bruttoreichweite der Autowerbung bestimmt – gemessen in Tausenderkontaktpreisen. Das soll beim Auftraggeber Vertrauen schaffen. Der Name Wrapclub stammt übrigens von der englischen Bezeichnung „Car Wrapping“ und bedeutet „Folieren“.

Wie ist die Idee zu Wrapclub entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Marat Yakupov: Ich bin gebürtiger Russe und habe zunächst bei einer internationalen Investment Bank in Frankfurt am Main gearbeitet. Zur gleichen Zeit habe ich Fahrstunden für meinen deutschen Führerschein genommen. Dabei ist mir aufgefallen, dass es auf deutschen Straßen im Vergleich zu meinem Heimatland nur sehr wenige Werbeplakate gibt. Nach ein paar Gesprächen mit meinem Fahrlehrer und einigen Telefonaten mit Taxi-Unternehmen, war mir sofort klar, dass ich eine Marktlücke entdeckt habe. Ich wollte schon immer mein eigener Chef sein und die Richtung bestimmten, in die das Unternehmen geht. Dass mir die Gründungsidee aber während einer Fahrstunde kommt, hätte ich allerdings nie gedacht.

Alexander Simonov: Im Sommer 2015 habe ich auf einer Inkubator Veranstaltung mit den Freeletics-Gründern über ihre Erfahrungen und die Herausforderungen gesprochen, die eine Gründung mit sich bringt. Damals hätte ich nie gedacht, dass ich irgendwann einmal selbst Teil der Startup-Szene sein würde. Ich war so inspiriert durch das Freeletics-Team, dass ich gar nicht lange überlegen musste als mir mein damaliger Mitbewohner und guter Freund Marat kurz danach von seiner Gründungsidee erzählt hat. Ich war sofort begeistert.Bevor es richtig losging, habe ich den deutschen Außenwerbesektor genau unter die Lupe genommen. Die Zahlen zeigten schnell, dass die Idee, Außenwerbung mobil zu machen, genial ist. Der Anteil der Außenwerbung macht in Deutschland nur sechs Prozent der Gesamtwerbeausgaben aus. Gleichzeitig haben sich sowohl die Umsätze als auch der Anteil von Außenwerbung an den Gesamtwerbeausgaben in den letzten zehn Jahren fast verdoppelt. Somit standen für mich die Zeichen für Wrapclub auf Grün.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Marat Yakupov: Wir haben uns von Anfang an eigenfinanziert. Eine der größten Herausforderung für uns war sicherlich, Werbetreibende zu finden, die mit unserer neuartigen Werbestrategie arbeiten möchten. Ohne bestehende Referenzen ist es schwierig, die Marketingverantwortlichen von Unternehmen zu überzeugen. Aber wir sind uns sicher, dass Wrapclub ins Rollen kommen wird, denndurch die Werbe-Überflutung im Online-Bereich sind viele Unternehmen auf der Suche nach alternativen Werbeformen, die mehr Aufmerksamkeit versprechen. Bisher haben sich schon 2.000 Autofahrer bei uns registriert.

Wer ist die Zielgruppe von Wrapclub?
Alexander Simonov: Wrapclub richtet sich zum einen an Marketingverantwortliche von Unternehmen, die auf eine neuartige Werbeform setzten möchten: Mit Wrapclub grenzen wir uns ganz eindeutig von statischer Außenwerbung ab – wir arbeiten nicht nur mit abgebildeten Botschaften, sondern liefern einen aktiven Markenbotschafter dazu. Unsere zweite Zielgruppe sind Autofahrer. Sie lassen mit dem Wrapclub-Prinzip ihr Auto für sich arbeiten – auf dem Weg zur Arbeit, zum Fitnessstudio, zum Einkaufen oder wenn man die Kinder vom Fußballspiel abholt. So können Autofahrer durch die Fahrten, die sie ohnehin täglich unternehmen, bis zu 500 Euro im Monat hinzuverdienen. Die Terminkoordinierung und die Kosten für Montage und Demontage der Folierung übernehmen wir, um den Aufwand für den Fahrer so gering und einfach wie möglich zu halten.

Wie funktioniert Wrapclub?
Marat Yakupov: Über unsere App vernetzten wir ganz einfach Werbetreibenden mit Autofahrern. Autofahrer können sich bei Wrapclub registrieren und auswählen, für welche Marke sie fahren möchten und ihr Auto als Werbefläche anbieten. Wir wollen mit der fahrenden Werbung Menschen dort erreichen, wo sie unterwegs sind und Zeit haben. Zum Beispiel beim Warten an der Bushaltestelle, an der Ampel oder im Stau. Die Autos werden nach einem ausgefeilten Design-Konzept foliert, damit die Botschaft von allen Seiten wahrgenommen werden kann. Um die Aktivität des fahrenden Autos zu messen und somit beim Auftraggeber Vertrauen zu schaffen, wird in den Autos ein GPS-Tracker verbaut. So erhaltene Werbetreibende eine detaillierte Statistik, um den Erfolg ihrer Kampagne zu messen.

Für die Finanzierung gibt es verschiedene Modelle – pauschal oder variabel. Bei der Pauschale verdient der Fahrer ab einem Mindestkilometerwert pro Monat. Bei der variablen Vergütung werden Kilometerzahl und Preis gestaffelt. Damit möchten wir die Zusammenarbeit von Auftraggeber und Fahrer so flexibel wie möglich gestalten.

Welche Vorteile bietet Wrapclub für Autofahrer?
Alexander Simonov: Autofahrer können mit Wrapclub ihr Auto finanzieren und mit dem Honorar zum Beispiel ihre Leasingrate bezahlen. Sie registrieren sich ganz einfach über die Wrapclub-App und erhalten eine Übersicht über die aktuellen Werbekampagnen. Der Fahrer kann sich das Unternehmen selbst aussuchen, für das er gerne unterwegs sein möchte. Die Idee: Im Verlauf seines Fahrservice entwickelt er eine Beziehung zur Marke, die Leute sprechen ihn auf sein Autodesign an und er wird zum Markenbotschafter. Der Werbebotschafter kann zwischen einer Teil- oder Voll-Folierung auswählen und damit bis zu 500 Euro im Monat verdienen. Einzige Voraussetzung: Das Auto darf maximal sechs Jahr alt sein. Die Kosten für die Folierung und die anschließende Entfernung der Werbung übernimmt Wrapclub.

Wo liegen die Vorteile für Werbetreibende?
Alexander Simonov: Es gab schon mal Autowerbung, allerdings sehr dilettantisch und für beiden Seiten undurchsichtig. Wir möchten mit unserer App Werbetreibenden ein Gefühl von Sicherheit vermitteln, indem wir eine neue Werbeform bieten, der sie vertrauen können. Wrapclub liefert eine transparente Datenauswertung und Erfolgsmessung in Echtzeit: Der Auftraggeber bekommt einen umfangreichen Überblick über die tatsächlich „gefahrene“ Außenwerbung – gemessen in Tausenderkontaktpreisen. In den Autos wird dafür ein GPS-Gerät verbaut, das misst, wie viele Kilometer der Fahrer im gewünschten Zielgebiet unterwegs ist. Die Daten werden dem Auftraggeber zur Verfügung gestellt. Neben einer umfangreichen Statistik anhand der vorab definierten KPIs (Key Performance Indicators) erhält er die Bruttoreichweite seiner Werbung.

Wrapclub bietet für ihre Werbeform verschiedene Modelle an – von kleinen Werbebudgets bis hin zur umfangreichen Marken-Kampagne. Auftraggeber haben die Möglichkeit, die gefahrene Leistung pauschal oder variabel zu vergüten und kurzfristig weitere Fahrer anzuheuern.Die Kampagne startet schon mit einem Auto – ab 1.000 Euro pro Monat. Bei dem Preis für ein Auto ist alles dabei: Design, Montage, Demontage der Werbung und die monatliche Vergütung an den Fahrer.

Wrapclub, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Marat Yakupov: Mit Wrapclub möchten wir den Status Quo durchbrechen und den Außenwerbemarkt revolutionieren – von kleinen Werbeaktionen bis zu groß angelegten Markenkampagnen. Schon dieses Jahr ist unser Ziel, Marktführer für fahrende Außenwerbung in Deutschland zu werden. Danach wollen wir den europäischen Werbemarkt in Angriff nehmen, mit Wrapclub erfolgreich über internationale Straßen rollen und eine ernst zu nehmende Konkurrenz für die bestehenden Platzhirsche Ströer und JCDecaux werden.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
1. Für uns der entscheidende Faktor für ein erfolgreiches Startup: Ein Team, das an einem Strang zieht. Sucht euch einen Partner, dessen Persönlichkeit zu euch passt. Unterschiedliche Stärken und Interessensbereiche werden euch voranbringen – so ergänzt ihr euch in vielen Bereichen.
2. Leidenschaft für euer Projekt: Nur aus der eigenen Motivation herauskann aus einem Startup ein erfolgreiches Unternehmen entstehen.
3. Eine Vision: Habt immer ein klares Ziel vor Augen – das treibt euch an. Behaltet dabei einen kühlen Kopf und Ausgewogenheit bei der Entscheidungsfindung, auch wenn es mal nicht so gut läuft. Solche Phasen gibt es in jedem Startup

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Marat Yakupov und Alexander Simonov für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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