Immer an Kooperationsmöglichkeiten denken

Worldwatchers: CO2-Tracking App zur Einhaltung Deines persönlichen Klimaziels!

Stellen Sie sich und das Startup Worldwatchers kurz unseren Lesern vor!

Als Initiator und einer der fünf Co-Founder des Startups Worldwatchers habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, Transparenz und Messbarkeit in die CO2-Debatte zu bringen. Mit unserer neuen WoW-App soll jeder Nutzer an jedem Ort und zu jeder Zeit die Möglichkeit haben, durch sein Konsum-Verhalten dazu beizutragen, den Klimawandel zu stoppen.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Das Umweltthema liegt mir seit jeher am Herzen. Für mich ist klar, in Sachen Klimawandel muss jetzt etwas geschehen. Und dabei sind wir alle gefragt. Damit sich möglichst viele Menschen daran beteiligen, habe ich die Idee der WoW App entwickelt. Auf Nachfrage bei den führenden Umwelt-NGOs und Lehrstühlen für Nachhaltigkeit, ob es eine App gebe, die für alle Bereiche des Lebens den CO2-Verbrauch ausgibt, bekam ich unisono die Antwort „leider nicht, wäre schön“. Die konkrete Entwicklung und Umsetzung der App überstieg jedoch meine persönlichen Möglichkeiten. So habe ich mit der Unternehmensgründung Mitstreiter ins Boot geholt und einen rechtlichen Rahmen geschaffen. 

Welche Vision steckt hinter Worldwatchers?

Worldwatchers möchte mit der WoW-App auf die Startbildschirme aller umweltbewussten Verbraucher kommen – gleich neben Whatsapp, Instagram und Facebook. Wir möchten in allen wichtigen Lebensbereichen der Konsumenten präsent sein und dort zu nachhaltigem Verhalten anregen. Wenn jemand eine Frage zum Thema CO2 hat, muss die Antwort lauten „Sekunde – ich schaue schnell in der WoW-App nach“. Wir wollen die führende Plattform für ökologische Nachhaltigkeit werden. Denn damit haben wir alle die Möglichkeit, unseren Lebensstil in allen Bereichen – hinsichtlich seiner CO2-Auswirkungen zu überprüfen und die besseren Entscheidungen für das Klima zu treffen. Die Einsparungen, die alle Nutzer gemeinsam erzielen, werden auf der Worldwatchers-Plattform sichtbar und transparent. Und das motiviert zum einen die Nutzer und zeigt Wirtschaft und Politik, dass auch in der Gesellschaft der Wille zur ökologischen Trendwende da ist. 

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

worldwatchers CO2 Tracking App

Die größte Herausforderung war für mich, die richtigen Partner für das Projekt zu finden. Ich bin kein Einzelkämpfer, sondern brauche Mitstreiter, mit denen ich Ideen spiegeln kann. Dazu kam die Doppelbelastung mit einem Vollzeitjob. Inzwischen arbeite ich hier seit Januar auf 80%-Basis, um mich meinem Herzensprojekt Worldwatchers intensiver widmen zu können. Bei meinen Mitgründern ist es vergleichbar. Insofern ist in den letzten beiden Jahren der Großteil der Freizeit in das Projekt geflossen. Derzeit sind die Website, die Datenbank und der Prototyp komplett aus Eigenmitteln finanziert. Aktuell läuft unser Crowdfunding auf Startnext – damit wollen wir die Entwicklung der Version 1.0 finanzieren und diese dann im ersten Quartal 2020 zur kostenfreien Nutzung verfügbar machen.

Wer ist die Zielgruppe von Worldwatchers?

Worldwatchers ist für jeden gemacht, der seinen eigenen persönlichen Beitrag zur Klimawende beitragen möchte. Praktischerweise kann man das heute einfach unter den „#forfuture-Bewegungen zusammenfassen wie fridays-, parents-, scientists-, teachers-, artists-for-future. Wir sprechen alle Menschen an, die erkennen, dass es höchste Zeit ist, zu handeln und wissen, dass wir die Klimakrise nur gemeinsam lösen können. Unter Marketing-Gesichtspunkten verortet man die Zielgruppe im Bereich der sogenannten LoHaS (Lifestyle of Health and Sustainability).

Wie funktioniert Worldwatchers? Wo liegen die Vorteile?  Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Die WoW-App von Worldwatchers macht dort weiter, wo die derzeit auf dem Markt verfügbaren CO2-Rechner aufhören. Diese bieten lediglich eine überschlägige Lebensstilanalyse als Momentaufnahme an und ermitteln einen durchschnittlichen Pro-Kopf-Verbrauch pro Jahr. 

Die WoW-App bietet eine deutlich verfeinerte Analyse und zeigt dadurch sehr differenziert Einsparpotentiale auf. Zudem bietet sie individualisierbare Planungsmöglichkeiten, so dass sich jeder Nutzer Einsparziele setzen kann in den Bereichen, in denen er für sich das größte Einsparpotential sieht. Damit ist der Nutzer in der Lage, seine Nachhaltigkeitsziele im täglichen Leben zu verfolgen. Algorithmen, Automatisierungen und Voreinstellungen machen die Anwendung schnell und einfach. 

CO2-Werte von Produkten lassen sich im Supermarkt oder anderen Ladengeschäften mittels Barcode-Scan ermitteln. In den Folgeversionen werden zeitgemäße Funktionen wie das Mobilitätstracking via GPS und ein auf künstlicher Intelligenz basierender Guide integriert. In der Online-Community treffen sich die Nutzer, um ihre Erfolge sichtbar zu machen, sich auszutauschen und zu motivieren. Und sie können sich auch zu Gruppen zusammenschließen, zum Beispiel um Wettbewerbe veranstalten. 

Ein ganz wichtiges Merkmal unseres Konzeptes liegt in der Unterscheidung zwischen Produkt-Entstehungsphase und Nutzungsphase. Denn in der Nutzungsphase spielen die Faktoren Nutzungsdauer, Nutzungsintensität und im Bereich der Mobilität zusätzlich noch die Auslastung eine zentrale Rolle. Darin liegen enorme Einsparpotentiale. Damit tragen wir der Tatsache Rechnung, dass die Wegwerfmentalität, also unser Konsumverhalten eine wesentliche Rolle bei der CO2-Emission spielt. Zum Beispiel stellt sich die Frage, ob es wirklich nachhaltig ist, sich alle drei Jahre ein neues E-Auto zu leasen.

Grundsätzlich ist aber alles natürlich alles erlaubt, auch Flugreisen, Autofahren, Fleisch essen, Shopping. Die einzige Einschränkung liegt im Gesamtbudget. 

Was aber vor allem ganz wichtig ist: Worldwatchers soll und wird Spaß machen. Denn gemeinsam etwas erreichen, sich Ziele setzen, auf etwas hinarbeiten, etwas für andere tun, Dinge und Gewohnheiten hinterfragen und auch einmal loslassen  – das sind Aspekte, die nach übereinstimmender Forschungsmeinung zu wirklicher Zufriedenheit führen. 

Wie ist das Feedback?

Viele Nutzer sind total begeistert, wenn wir ihnen von der App erzählen. „Das ist ja genial, so etwas wollte ich schon immer“, hören wir häufig. Jetzt müssen wir die Idee noch in die Breite tragen – deshalb bin ich Ihnen auch dankbar für die Möglichkeit dieses Interviews.

Worldwatchers, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Nach erfolgreich abgeschlossenem Crowdfunding werden wir gezielt auf Fördermittelgeber und Investoren zugehen, um die kontinuierliche Weiterentwicklung der App sicherzustellen. In einem ersten Schritt werden wir den D-A-CH-Bereich als Markt fokussieren. Grundsätzlich ist unser Konzept aber international ausrollbar, da das Berechnungskonzept global anwendbar ist und alle relevanten Weltsprachen vorgesehen sind.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Bedenkenträger anhören und deren Einwände ernstnehmen, aber keine Energie in deren Überzeugung stecken.

Immer an Kooperationsmöglichkeiten denken, d.h. wie kann ich jemandem helfen, wie kann er mir helfen. Gerne erstmal geben …

Wer ein „Good-Business“ gründen möchte, ist gut beraten sich im Social Impact Lab (SIL) am eigenen Standort zu vernetzen (www.socialimpact.eu). Die Worldwatchers-Story hat nach meinem Pitch im SIL-Frankfurt erst richtig an Fahrt aufgenommen.

Link zum Crowdfunding

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei  Christoph Kunz für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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