Nicht verunsichern lassen, denn alle anderen kochen auch nur mit Wasser.

WisR Jobplattform für aktive, moderne und motivierte RentnerInnen

Stellen Sie sich und das Startup WisR doch kurz vor!

WisR ist die erste globale Jobplattform auf der Firmen moderne und erfahrene Rentner für Teilzeit-, saisonale und projektbasierte Jobs finden können. Unsere zwei Ziele sind einerseits das Wissen und die Erfahrung der älteren Menschen am Arbeitsmarkt zu sichern, und auf der anderen Seite der Babyboomer-Generation, die jetzt in Rente geht, die Möglichkeit zu geben spannende Projekte zu finden, ihre Skills sinnvoll einzusetzen und sich etwas dazu zu verdienen.

Wie ist die Idee zu WisR entstanden?

Während meiner Zeit als Journalistin und Filmemacherin hab ich mich sehr intensiv mit den beiden Themen Future of Work (Wie wollen wir in Zukunft arbeiten?) und Silver Society (Welche sozioökonomischen Auswirkungen hat der demographische Wandel?) intensiv auseinander gesetzt.

Und dann meine ganz persönlichen Erfahrungen. Ich hab bei meiner Großmutter bemerkt, was eigentlich mit Menschen passiert, wenn sie von einem Tag auf den anderen aufhören zu arbeiten, sich plötzlich nutzlos, alt und sozial isoliert fühlen. In Deutschland leben ja zwei Drittel der ü65-Jährigen alleine und jedem zweiten Rentner fehlen 700€ pro Monat, um seinen Lebensstandard zu erhalten. Das betrifft uns auch als junge Menschen.

Welche Vision steckt hinter WisR?

Die Vision ist eine Welt zu schaffen, wo Alter keine Rolle spielt und nicht bestimmt wozu wir fähig sind. Leider sind Vorurteile von 55+ in unserer Gesellschaft immer noch so stark verankert. Dabei hat ein 60-jähriger Mensch heute das biologische Alter eines 40-Jährigen von vor 100 Jahren. Diese stereotypen Bilder kommt hauptsächlich davon, dass Generationen außerhalb ihrer Familie kaum noch miteinander in Kontakt sind. Viele Junge sehen ältere Menschen daher als eine Belastung und vergessen das große Potenzial ihrer Kompetenzen und Erfahrungen.

Wer ist die Zielgruppe von WisR?

Unsere Zielgruppe sind aktive, moderne und motivierte RentnerInnen zwischen 58 und 75 Jahren, die nach Projekten, Mini- oder Teilzeitjobs suchen. Aus Mangel an einem guten Wort für die Zielgruppe, sagen wir oft “Silver Ager”. Die meisten kommen aus dem Bereich mittleres Management, Sales, Kundenberatung, Finance oder Administration. Die meisten Bewerbungen bekommen wir derzeit für Business Development bei jungen Firmen, Vertrieb, Buchhaltung oder auch tageweise Eventbetreuung. In Österreich ist die Hauptmotivation der Menschen der sinnvolle Einsatz ihrer Kompetenzen und der soziale Kontakt, in Deutschland könnte aufgrund der niedrigen Renten eine noch größere Motivation der Zuverdienst sein.

Auf der Firmenseite gibt es ein großes Interesse von Seiten des Handels (z.B. Firmen wie Hornbach, XXXLutz, AEG), aber auch Technologie-Firmen (Startups, Agenturen, etc.), sowie die einheimischen “Hidden Champions” – das sind heimliche Weltmarktführer, die aufgrund ihrer unbekannten Arbeitgebermarke keine Arbeitskräfte mehr finden.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen sich für die Sendung 2 Minuten 2 Millionen zu bewerben?

Puls4 hat uns zweimal angesprochen bis wir eingewilligt haben. Unsere Idee hat ihnen gut gefallen, aber natürlich auch, dass zwei von uns drei Gründern Frauen sind. Davon gibt es im Tech-Bereich in Österreich wirklich nur sehr wenige.

Wie haben Sie sich auf die Sendung vorbereitet?

Carina und ich haben uns sehr gut vorbereitet und hunderte Male unseren Pitch – mit und ohne Publikum – geübt. Am wichtigsten war aber die Vorbereitung auf alle Investoren-Fragen. Alle Zahlen im Kopf zu haben und kurze prägnante Antworten zu geben, ist echt eine Herausforderung.

Sie sind eines der wenigen Startup Unternehmen, dass es in die Sendung „2 Minuten 2 Millionen“ geschafft hat. Wie motivierend war das für Sie?

Das war natürlich schon sehr cool! Generell verlangt einem das Aufbauen einer Firma sehr viel ab und um die Tiefen zu überstehen, braucht es all diese vielen positiven Erlebnisse und tolle Menschen, die einen dabei unterstützen.

Wie wichtig war dieser Schritt für Sie als Startup Unternehmen? Auch unter dem Gesichtspunkt, dass durch 2 Minuten 2 Millionen viele Interessenten und auch Medien auf WisR aufmerksam werden?

Natürlich bringt uns 2min2mio auch eine gewisse Medien-Reichweite, die wir uns nicht in der Form nicht leisten könnten. Das ist schon sehr wertvoll. Jetzt hoffen wir nur, dass diese Aufmerksamkeit noch ein länger anhält und soviel wie möglich Silver User und Firmen davon erfahren.

Welchen Investor hatten Sie im Fokus?

Uns hat natürlich Flo Gschwandtner (Gründer von Runtastic) gefallen, weil er mit Runtastic so viel erreicht hat und bestimmt wertvolle Erfahrungen mit einbringen kann. Aber auch Martin Rohla ist ein super spannender Business Angel, der in einige nachhaltige Projekte investiert ist. Er meinte aber, dass er uns im Tech-Bereich nur wenig weiterhelfen kann, weil er eher ein Offline-Mensch ist.

Wie ging es nach der Sendung weiter?

Wir sind offiziell noch mitten in der zweiten Finanzierungsrunde und haben gerade die ersten Term Sheets unterschrieben. Welche InvestorInnen hier dabei sind, darf ich aber erst beim Abschluss der Runde verraten. Was ich schon verraten kann, ist, dass wir deutsche und amerikanische Investoren haben und mit dem Geld nach Deutschland kommen werden.

WisR, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

In diesem Jahr fokussieren wir uns auf alle Fälle auf Deutschland und wollen bis 2021 den gesamten DACH-Raum erschloßen haben. In 5 Jahren sind wir dann hoffentlich schon in den USA oder eventuell in einem skandinavischen Land. Südkorea und Japan haben wir uns auch bereits angesehen, weil das die ältesten Ländern der Welt sind. China wäre ebenfalls nicht uninteressant – hier gehen die Menschen bereits mit 53 Jahren in Rente und die Anzahl der RentnerInnen wird bis 2030 auf 300 Millionen anwachsen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Mein wichtigster Rat ist, dass man sich unbedingt ein gutes Team an MitgründerInnen, MentorInnen und BeraterInnen und MitarbeiterInnen aufbauen muss. Mitgründer, die einen selbst ergänzen und mit denen man durch dick und dünn gehen kann; Mentoren und Berater, die gute Fragen stellen und Mitarbeiter, die besser sind als man selbst.

Das Gleiche gilt für InvestorInnen. Geld anzunehmen ohne sich den Menschen dahinter anzusehen, ist wahrscheinlich einer der gravierendsten Fehler, den man am Anfang machen kann. Die falschen Investoren können dir unter Umständen deine ganze Firma ruinieren.

Und drittens, immer mutig weitermachen. Auch wenn man sich manchmal wie ein “Impostor” fühlt und an seinen Kompetenzen zweifelt. Niemand hat das jemals genau das gemacht was du dir selbst vornimmst und daher kann dir niemand sagen, wie es richtig geht. Also: nicht verunsichern lassen, denn alle anderen kochen auch nur mit Wasser.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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