Donnerstag, Juni 30, 2022

Wiener Unart verbindet bildende Kunst und Mode

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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

Wiener Unart Designs aus der urbanen kreativen Szene Wiens

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen Wiener Unart doch kurz vor!
Wiener Unart ist eine 2012 von Katharina Blum gegründete Druckwerkstatt mit eigenem Modelabel, welches es sich zur Aufgabe gemacht hat, bildende Kunst und Mode zu verbinden. Seit 2013 ist die gelernte Malermeisterin, Restaurateurin und Druckgraphikerin Katharina Blum auch als Auftragsdruckerin für Labels, Bands und Firmen tätig. In limitierter Stückzahl finden die Werke lokaler KünstlerInnen Eingang in die Kollektion – in Form von Shirts, Schals, Hauben, Taschen sowie auf allem Möglichen und scheinbar Unmöglichem.

Ziel der Wiener Unart ist es, das einzigartige kreative Potential der Stadt Wien und ihrer Bevölkerung einer breiten Öffentlichkeit sichtbar zu machen. Um die Wiener Alltagskultur wieder stärker in den öffentlichen Raum zu bringen, soll diese „tragbar“ gemacht werden. Designs aus der urbanen kreativen Szene Wiens werden deshalb von uns auf alltäglichen Kleidungsstücken verewigt. Die Träger der „unartigen“ Mode erwecken auf diese Weise eine dynamische Vernissage Wiener KünstlerInnen im öffentlichen Raum zum Leben.
Gleichzeitig fungiert Wiener Unart auch als Auftragsdruckerei.

Wie ist die Idee zu Wiener Unart entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Wiener Unart habe ich gemeinsam mit einer ehemaligen Arbeitskollegin, Marta Kodaj gegründet. Nachdem unsere damalige Firma mit ähnlichem Konzept aufgelöst wurde, standen wir vor der Wahl weiterzumachen oder aufzuhören. Wir haben uns für ersteres entschieden und den Fokus auf Wien gelegt. Ich war damals als Siebdruckerin angestellt und sie im Geschäft und im Vertrieb. Wir wollen das junge, urbane Wien und ihre Menschen sichtbar machen und mit den traditionellen Vorstellungen der Stadt verbinden und auf Textil bringen.

Wie kam es zu dem Namen?
Das war sehr spontan.Ich kann mich daran erinnern, dass wir auf einer Bank im Gemeindebau im 20 ten Bezirk gesessen sind, mit Skizzenbüchern in den Händen und überlegt haben was wir sein wollen. Wir wussten, es geht um Wien, Kunst und dass wir eigentlich keine Ahnung haben, auf was wir uns da einlassen. Von da an war es nicht mehr weit zu Wiener Un-art.

Von der Idee bis zum Start, was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Ich glaube das Schwerste zur Anfangszeit war, dass ich keine Werkstatt hatte. Was so viel heißt wie, dass ich mir knapp ein Jahr lang mit meinem Siebdruck-Karussell und ca. 150 Sieben eine gemütliche 2-Raum-Wohnung geteilt habe. Alles ausgelegt mit Planen, ein Bad voller Farben und irgendwo ein Bett. Wenn man nur ein wenig Ahnung von Siebdruck hat,kann sich vorstellen wie angenehm das war. Dass ich es überhaupt geschafft habe, die Wohnung ohne Farbflecken zu verlassen, grenzt an ein Wunder.
Finanziert haben wir uns hauptsächlich durch Auftragsarbeiten, was anfangs natürlich eher schleppend läuft, aber nach einigen Aufträgen konnte ich es mir endlich leisten, gemeinsam mit dem Kunstverein „graphikkinder“ eine eigene Werkstatt einzurichten.

Wer ist die Zielgruppe von Wiener Unart?
Ich würde sagen, Menschen die Wert auf fair und regional produzierte, ausgefallene Mode legen. Wir produzieren ausschließlich Kleinserien von unseren Motiven.Wir stehen für qualitativ hochwertige Produkte und Individualität. Daher bieten wir unseren KundInnen individuelle und authentische Designs abseits der großen Modemarken. Nachhaltigkeit wird bei Wiener Unart groß geschrieben. Unsere Textilien beziehen wir in Europa unter fairen Bedingungen oder aus dem Upcycling von Produktionsrestposten. Wir drucken und schneidern unsere Kreationen selbst in unserer kleinen Werkstatt in Wien.

Wiener Unart, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Ich möchte mich da nicht festlegen, ich finde noch immer die schönsten Dinge passieren durch Zufall und Veränderung. Zur Zeit beschäftige ich mich gemeinsam mit meiner Kollegin Andrea Kovar / [ka:nt] mit Upcycling. Davor hatte ich das Projekt Zeichnungsspenden, unter dem Motto „Wir machen DEINE Kunst sichtbar“ riefen wir zu Zeichnungsspenden auf. Kreative hatten die Möglichkeit, Teil der neuen Kollektion zu werden und ihre Kunst auf Textil zu bringen.
Abgesehen von dem Ziel der permanenten öffentlichen Ausstellung auf unseren Kleidungsstücken, ist Vernetzen das Schönste der Geschichte. Unter den KünstlerInnen, die Ihre Designs einbringen, befindet sich zum Beispiel auch eine Haubenköchin, die großartige Food-Designs macht. Aber auch eine Tätowiererin, MalerInnen, GraphikerInnen, BildhauerInnen, FotografInnen oder MusikerInnen, kurz – Menschen, die sich vermutlich sonst nicht kennenlernen würden, treffen sich auf dem einen oder anderen Weg bei mir in der Werkstatt.Was daraus entsteht, wird sich noch weisen.
Natürlich werde ich auch ganz konkret die Produktpalette erweitern und im Zusammenhang damit noch stärker mit urbanen DesignerInnen zusammenarbeiten.

Zum Schluss: Welche Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Durchhalten! Nicht panisch werden, wenn mal etwas nicht nach der Vorstellung läuft. Fehler machen gehört dazu. Aber auch zu wissen, dass man nicht immer alles alleine können muss. Es ist absolut in Ordnung und hilfreich, vor allem rechtzeitig nach Rat und Hilfe zu fragen. Durch das Hinzuziehen von externem Know-how kann man sich viel besser auf sein eigentliches Kerngeschäft konzentrieren.

Bild: Daniel Karner

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Katharina Blum für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

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