Wie teuer ist die App für mein Startup?

Mobile App für mein Startup Teil III: Wie teuer ist die App für mein Startup?

Wer für sein eigenes Startup eine App entwickeln lassen möchte, wird sich wahrscheinlich als erstes überlegen, ob das eigene Startup eine eigene App überhaupt benötigt. Lest hierzu auch den ersten Teil! Auch die Frage aus dem zweiten Teil, welche App zu welchem Startup passt, ist ein wichtiger Punkt. Doch spätestens wenn die erste Idee steht, spielen die Kosten eine bedeutende Rolle. Schließlich benötigt man für die Kosten-Nutzen-Analyse vor allem eine Kostenschätzung. Nachdem wir in unserer Reihe „ Mobile App für mein Startup“ die ersten beiden Fragen geklärt haben, stellen wir jetzt die vermutlich alles entscheidende Frage: Was kostet eine App Entwicklung?

Wovon hängen die Kosten ab?

Es ist überhaupt kein Problem, in den verschiedensten Artikeln im Internet Informationen darüber zu finden, welche Determinanten es für die Entwicklungskosten einer App gibt. Leider ist es schwierig, diese Informationen gesammelt und übersichtlich zu finden. Daher möchte ich Euch im folgenden Aufzählen, worauf es ankommt. Außerdem findet man nur vage Aussagen und keine numerischen Beispiele. Deshalb ordne ich die Determinanten in verschiedene Kategorien ein: niedrig (geringer Einfluss auf die Entwicklungskosten), mittel (mittlerer Einfluss auf die Kosten) und hoch (großer Einfluss).

  • Qualität: Selbstverständlich sind die generellen Qualitätsansprüche wichtig für die Einschätzung der Entwicklungskosten. Wer eine einfache Info-App wünscht, kann viel sparen. Wer ein Mobile Game mit hervorragender Performance wünscht, der muss auch tiefer in die Tasche greifen. Einfluss: hoch
  • Betriebssystem: Tendenziell wird die Entwicklung für ein weiteres Betriebssystem auch mehr Kosten verursachen. Es gibt die Möglichkeit, eine App Entwicklung für mehrere Betriebssysteme gleichzeitig durchzuführen, womit die zusätzlichen Kosten drastisch gesenkt werden können. Doch bei Multiplattform-Apps muss der Kunde Abstriche bezüglich der möglichen Funktionen (Kamera, GPS, Offline-Modus usw.) und der Performance machen. Wer eine qualitativ hochwertige und komplexe App wünscht, kommt um die (native) Entwicklung für jedes einzelne Betriebssystem nicht herum. Einfluss: hoch
  • Design: Ein komplexes, individuelles und schönes Design ist teuer. Außerdem ist das Designen komplexer Anwendungen aufwendiger, als das bei einfachen Apps der Fall ist, weil zum Design auch die Übergänge, die intuitive Handhabung und die Benutzeroberfläche eine wichtige Rolle spielen. Wer sein Design wenigstens teilweise selbst definiert, kann sparen. Einfluss: hoch
  • Monetarisierung: Ein wichtiges Thema bei fast allen Apps ist die Monetarisierung. Wie soll mit der App Geld verdient werden? Von einfachen, sehr günstigen Lösungen, wie AdMob, bis hin zu komplexen Strategien wie In-App-Werbung in Kombination mit einem Freemium-Modell ist alles denkbar und üblich. Es sollte vor allem klar sein, dass die Monetarisierungsstrategie im Voraus definiert sein muss. Einfluss: mittel
  • Login: Bei den meisten Apps ist es sinnvoll, dass der User sich einloggt, um die App zu nutzen. Dies kann per E-Mail oder auch mit Konten bei sozialen Netzwerken geschehen. Einfluss: mittel
  • Website: Viele kommerzielle Anbieter einer App besitzen bereits ein Online-Angebot. Es lohnt sich, die eigene App mit dieser Website zu verbinden, um Daten aus dieser nutzen zu können. Einfluss: mittel
  • Profil: Die Gründe, warum ein User ein Profil anlegen sollte, sind vielfältig. Insbesondere wenn es Kaufmöglichkeiten innerhalb der App gibt, ist ein Profil ein Muss. Doch auch wenn irgendwelche Angebote, wie z. B. Gutscheine, dem User offeriert werden sollen, ist ein Nutzerprofil von Vorteil. Einfluss: mittel
  • Backoffice: Die Apps sammeln eine Menge Daten der User. Wer diese Daten nutzen möchte, der benötigt dafür ein Backoffice. Dieses ist wertvoll, aber auch nicht ganz billig. Einfluss: mittel
  • Sprachen: Je mehr Sprachen, desto mehr muss der Entwickler übersetzen. Hierbei kann man sparen, wenn man dem Entwickler die Übersetzungen selbst zur Verfügung stellt. Einfluss: niedrig

Was kostet eine App?

Nun wissen wir, welche Funktionen einen großen Einfluss auf die Entwicklungskosten einer Mobile App haben. Dies ist sehr wichtig, weil es immer sinnvoll ist, „must-haves“ und „nice-to-haves“ zu definieren. Manchmal ist es besser, eine Basisversion entwickeln zu lassen und weitere Funktionen erst im Nachhinein hinzuzufügen. Trotzdem habe ich Euch bisher auch noch nicht gesagt, wie teuer eine bestimmte App ist.
Der Grund dafür, dass man darüber so wenige Informationen erhält, ist der, dass jede App ganz individuell ist und es so viele verschiedene Einflussgrößen gibt. Eine valide Schätzung abzugeben, ist extrem schwierig. Es ist wichtig zu verstehen, wie ein Entwickler die Kosten kalkuliert. Die einzelnen Funktionen nehmen Entwicklungszeit in Anspruch. Beispielsweise kann eine Map in der App einen Tag dauern. Nun multipliziert der Entwickler die Anzahl der Tage mit seinem Tagessatz. So kommen Preise von Apps zwischen 2.500 und 500.000 Euro zustande!

Offensichtlich ist, dass zwei Variablen in der Gleichung existieren:

Preis für eine App = Entwicklungstage x Tagessatz.

Je erfahrener ein Entwickler, desto schneller ist er tendenziell. Allerdings sind die Tagessätze dementsprechend hoch. Erfahrene Senior-Developer nehmen in Deutschland teilweise 1200 Euro pro Tag. Wenn eine Entwicklung 2 Monate dauert, was nicht selten der Fall ist, sind wir bei einem Netto-Preis von über 50.000 Euro.

Eine Möglichkeit die Kosten zu reduzieren, ist es, auf Funktionen zu verzichten, oder aber man findet einen günstigen App Entwickler. Du kannst erfahrene App Entwickler finden, die weit unter 300 Euro pro Tag verlangen. So können die Kosten in unserem Beispiel auf ein Viertel (12.500€) reduziert werden.

Das wichtigste ist jedoch, dass die Investition gut durchdacht ist. Es ist unmöglich, mit einer Investition erfolgreich zu sein, wenn kein ausgereifter Businessplan existiert!

Diese Artikelreihe soll dazu geführt haben, dass Ihr nun genau einschätzen könnt, was eine App Eurem Startup bringen kann, welche App am besten geeignet ist, das Ziel zu erreichen und wie teuer die App Entwicklung ungefähr sein kann. Wenn Ihr weitere Fragen habt, könnt Ihr mir gern im Kommentarbereich schreiben!

Foto: © Andrey Popov – Fotolia.com

Julian Jänicke

Bei Yeeply, dem ersten Online-Netzwerk für App-Developer, ist Julian Jänicke International Business Developer für den deutschen Markt. Auf yeeply.com können Visionäre den passenden Entwickler für mobile Anwendungen finden. Das von Yeeply entwickelte Online-Tool waskosteteineapp.com bietet Interessierten eine erste Schätzung für die Entwicklungskosten von Mobile Apps.

2 thoughts on “Wie teuer ist die App für mein Startup?

  • 11. März 2016 at 12:44
    Permalink

    Hallo Clemens,
    Baustein-Systeme sind auf jeden Fall eine gute Alternative, wenn man keine individuell gestaltete Mobile App braucht. Insbesondere Startups, die keine großen Summen investieren möchten, sollten diese Möglichkeit in Betracht ziehen.
    Allerdings haben wir immer wieder Kunden, die davor zurückschrecken nicht „Herr über die Daten“ zu sein.
    Generell erweitern Baustein-Systeme das Angebot für die Kunden mit einer weiteren Version von Apps.
    MfG, Julian

  • 17. März 2016 at 11:52
    Permalink

    Hallo Julian,

    Wir sind ein Online-Marktplatz, der das Ziel hat, Startups und KMU’s mit Software-Entwicklerteams aus Osteuropa direkt in Kontakt zu bringen. Wir arbeiten mit den besten Entwicklerteams in diesen Regionen, deren Gehalt liegt jedoch noch um einiges unter dem Marktdurchschnitt in Deutschland.

    Wir hoffen, dass wir mit unserem Service dazu beitragen können, dass Web- und Mobileprojekte auch für kleinere Unternehmen erschwinglich sind.

    Auf unserer Seite (proteams. net) könnt ihr eure Projektidee (z.B. Dating-App) mit den jeweiligen Features eingeben und euch die Kosten schon einmal schätzen lassen.
    Die verschiedenen Teams werden euch dann Angebote machen und ihr dürft aussuchen, für welches ihr euch entscheidet.

    Liebe Grüße,
    Anna von proteams

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