Wie sollte der perfekte Elevator Pitch aufgebaut sein?

Wie sollte ein Elevator Pitch aufgebaut sein?

Kurz und sehr simpel. Nun, so simpel ist das mit dem Elevator Pitch gar nicht. Auch wenn sich das einfach anhört. Etwas, sein Business, sein Produkt seine Dienstleistung in nun ja einer Minute so auf den Punkt zu bringen, dass man es nicht nur versteht, sondern als Zuhörer davon fasziniert ist, die Neugier geweckt ist und man unbedingt mehr erfahren möchte. Eine Minute, oder die Zeit, die der Fahrstuhl, der Elevator für die Fahrt braucht effektiv für den Pitch, die Präsentation nutzen ist nicht so ganz easy.

Doch ist es eine bedeutende Chance. Schon während der Gründungsphase sollte das Gründerteam den Elevator Pitch im Repertoire haben. Die Geschäftsidee in 30 bis höchstens 120 Sekunden so darstellen, dass Investoren begeistert sind und sich um eine Partnerschaft reißen. Das Ziel ist, dass ein potenzieller Investor unbedingt den Businessplan kennen lernen möchte.

Doch auch zu anderen Gelegenheiten macht die Technik des Elevator Pitch Sinn. Immer, wenn das Unternehmen, die Idee, das Produkt oder die Dienstleistung schnell auf den Punkt gebracht werden muss, wo die erste Chance zählt, weil es keine zweite gibt, kommt der Elevator Pitch zum Zug.

Zufällige Begegnungen

Wie der Zufall es will trifft man beim Essen, am Abend in der Kneipe, auf einer Ausstellung oder am Strand auf einen potenziellen Geschäftspartner. Den kann man in dieser Situation nicht voll quatschen. Nach zwei Minuten hört der weg. Also bringen wir unser Anliegen, unser Geschäft auf den Punkt.

Vorstellungsgespräche
Wenn Sie sich selbst vorstellen und Sie werden dazu aufgefordert, über sich zu erzählen, haben Sie zwei Minuten. Aber auch wenn sich in Ihrem Unternehmen ein zukünftiger Mitarbeiter vorstellt, bietet es Ihnen und Ihrem Unternehmen einen Vorteil, wenn Ihr zukünftiger Mitarbeiter den Elevator Pitch beherrscht und sich in einer Minute Zielsicher und gekonnt präsentieren kann.

Verkaufsgespräche
Ob am Telefon oder direkt am Kunden liegt in der Kürze die Würze. Wenn der Kunde in den ersten Sekunden nach den ersten Sätzen Interesse an unserem Produkt gewinnt, weil es gekonnt kurz und knapp mit den wichtigsten Eckpunkten präsentiert wurde, werden wir diesen Kunden fast sicher gewinnen können.

Netzwerken
Netzwerken ist ein beliebtes und sinnvolles Mittel, seine Kontaktbasis zu erweitern. Kontakte schaden nie, höchstens dem, der sie nicht hat. Netzwerken kann man immer, ob auf Treffen von Berufsverbänden, Tagungen von Unternehmervereinigungen, Vorträgen von Coaches, selbst der Besuch beim sonntäglichen Fußballspiel kann zum Ausbau der eigenen Kontakte genutzt werden und sollte genutzt werden. Sich selbst und das eigene Produkt eben schnell mit Einstieg, Konflikt Lösung und Ergebnis auf den Punkt zu bringen ist eine hohe Kunst.

Doch den Elevator Pitch kann man lernen, man sollte ihn auf alle Fälle üben. Im Folgenden haben wir Profis aus diesem Bereich zu Wort kommen lassen. Sie werden, und dies sehr ausführlich, Ihnen erläutern, worauf es bei einem Elevator Pitch ankommt.

Michael Geerdts ist Business-Storyteller und Trainer für angewandte Kommunikation.

Michael-Geerdts-9979_smal

Was sollte ich für einen perfekten Elevator Pitch beachten?

„Und was machen Sie beruflich?“ Wann hatten sie zuletzt die Möglichkeit, sich und ihre Ideen zu präsentieren? Haben sie dabei plötzlich nach Worten gesucht?

Als Gründer und Entrepreneur werden täglich dazu aufgefordert, anderen Menschen ihre Ideen zu präsentieren: sie pitchen. Dabei hilft ihnen eine Kurzpräsentation oder der Elevator Pitch. Der Begriff Pitch kommt aus dem Baseball. Der Pitcher bzw. Werfer startet das Spiel. Mit ihrer Kurzpräsentation starten sie also das Spiel aus Angebot und Nachfrage.

Es gibt unendlich viele Theorien darüber, wie ein wirksamer Elevator Pitch aufgebaut ist. Und es ist genau das: graue Theorie. Bis zu dem Moment, in dem Sie den Sprung von der Theorie in die Praxis wagen und herausfinden, was für SIE funktioniert. Die Grundidee eines Elevator Pitches ist es, den anderen zu begeistern und neugierig zu machen, um dann Kontaktdaten auszutauschen oder einen Gesprächstermin zu vereinbaren.

Das gelingt Ihnen, wenn Sie
•ihrem Gesprächspartner seinen Nutzen und seine Vorteile komprimiert und
•möglichst bildhaft und emotional präsentieren.

Wie können Sie jetzt am besten vorgehen? Auf jeden Fall: gut vorbereitet! Von Rudi Carrell stammt angeblich die Aussage: „Du kannst nur ein Ass aus dem Ärmel ziehen, das Du vorher reingesteckt hast.“ Damit sie jederzeit in Aktion treten können, ist es wichtig, die richtigen Argumente auch zur Hand zu haben. Denn ganz egal, wie toll sie ihre Idee finden, ihr Gesprächspartner ist nur aufmerksam, wenn er seinen persönlichen Nutzen erkennt. Erklären Sie also weniger die Idee, sondern zeigen sie auf, welches Problem sie lösen und was das für den Kunden bedeutet.

Inszenieren sie Ihren Elevator Pitch wie einen Hollywood-Blockbuster und bauen Sie einen Spannungsbogen auf. Beginnen sie mit einem wirksamen Einstieg, der Neugier weckt: einer Frage, einem Statement oder einer kurzen Story. Zeigen Sie kurz auf, wo der Konflikt ist, bzw. welches Problem sie lösen. Als nächstes zeigen Sie die Lösung auf. Und enden Sie bitte IMMER mit einem Folgeimpuls: Was ist jetzt der nächste Schritt?

Ein praktisches Beispiel anhand einer Kundenstory:

Wenn Sie ihre Informationen mit einer Story vermitteln, wecken sie leichter Interesse. Sie kommen emotionaler sowie verständlicher rüber. Und Stories lassen sich leichter weitererzählen.

•Einstieg (wer, was, wann, wo)
Der 5. März 2014 war ein ganz besonderer Tag für mich. Da traf ich die beiden Inhaber eines Start-Ups, die sich in einer ähnlichen Situation wie Sie befanden. Vielleicht kennen Sie die Sendung Die Höhle der Löwen auf Vox? Florian und Florian wollten dort mit ihrer Idee potentielle Investoren gewinnen.

•Konflikt
Sie waren neugierig, ob ich ihnen bei ihrem Pitch helfen könnte. Sie wussten, dass sie ihr Geschäft nur vergrößern können, wenn sie die Investoren für sich gewinnen.

•Lösung
Wir strafften den Pitch, änderten die Struktur und fügten kurze Story Elemente ein. Sie hatten zuerst Zweifel, ob das so zu ihnen passt und nicht unseriös auf die Investoren wirkt.

•Ergebnis und Folgeimpuls
Stattdessen beteiligten sich zwei der Investoren nicht nur mit den gewünschten 150.000, sondern mit 300.000 €. Das führte dazu, dass Florian und Florian ihr Geschäft schon nach kurzer Zeit deutlich vergrößern konnten. Was ist Ihre Story?

Die Kernbotschaft, die sie damit vermitteln:
Ihr Gesprächspartner steht vor einer ähnlichen Herausforderung und würde von ihrer Dienstleistung genauso profitieren.

Jetzt sind Sie dran
Wie wäre es, wenn sie noch heute ihren Elevator Pitch nach diesen 4 Schritten einmal aufschreiben?

www.michaelgeerdts.com

Christoph Sollich ist in Berlin und darüber hinaus als „The Pitch Doctor“ bekannt.

 

Christoph Sollich - The Pitch Doctor 1 Für jede Startup-Gründerin gilt: „Life´s a Pitch!“ – es geht im Gründer-Leben ständig darum, andere von der eigenen Idee zu überzeugen. Viele Menschen können – z.B. als zukünftiges Teammitglied, Kooperationspartner, Journalist oder Investor – einen Beitrag zum Erfolg des eigenen Startups leisten. Wenn sie denn wollen! Und da kommt der Pitch ins Spiel. Der „Elevator Pitch“, diese eine Minute nach der Frage „Und, was machst Du so?“, entscheidet darüber, ob der Gründer beim Zuhörer eine Chance hat, oder im Rauschen der unzähligen Startup-Ideen untergeht.

Für die Gründerin geht es also darum, in sehr kurzer Zeit die Neugier der Zuhörer soweit zu wecken, dass sie mehr erfahren wollen. Die dabei grundsätzlich zu beantwortenden Fragen unterscheiden sich kaum von längeren Pitch-Formen: Welches (idealerweise große) Problem löse ich mit meinem Startup? Wie löse ich es? Welchen Markt adressiere ich? Welches Team steht dahinter? Was haben wir schon erreicht (Zauberwort „Traction“)?

Aufgrund der Kürze der Zeit muss jedoch noch stärker fokussiert werden, welche Informationen für den jeweiligen Empfänger relevant sind. Jeder Gründer braucht alsofür jede Zielgruppe einen spezifischenElevator Pitch.Wo der Investor stärker am Markt-Potential interessiert ist, interessiert sich der Journalist eher für die (persönliche) Hintergrundgeschichte, der Kooperationspartner für mögliche Synergien usw. Die größte Herausforderung liegt aber in der Präzision. Wer komplexe Informationen in kurzer Zeit transportieren will, muss auf den Punkt kommen, alles Notwendige sagen – aber auch nurdas.

Je kürzer der Pitch, desto größer daherrede Aufwand in der Vorbereitung. Lohnt sich das? Auf jeden Fall! Denn wer gut pitcht, den sieht der Zuhörer auch unterbewusst als guten Entrepreneur – ganz unabhängig von der Idee. Der (Elevator) Pitch muss also mit genauso viel Aufwand verbessert werden, wie der Prototyp oder das Marketing. Denn wer will schon mit einem tollen Startup am mangelhaften Pitch scheitern?

www.pitchdoctor.com

Welche Erfahrungen habt Ihr gesammelt?

Elevator Pitch Foto: © Iliana Mihaleva – Fotolia.com

Ulrich Träm

Ulrich Träm schaut, obschon mit 55 Jahren noch keineswegs altes Eisen, auf ein bewegtes Leben zurück, welches mit vielerlei gesellschaftlichen Veränderungen und Entwicklungen sein Interesse an der Schreiberei weckte. Als Autor befasst er sich für die unterschiedlichsten Publikationen mit Innovationen, neuen Ideen und den Wegen in die Zukunft. Da liegen Startups und Gründer und somit die StartupValleyNews ganz auf seiner Linie.

Schreibe einen Kommentar

X
X