Wie man Fehler zu seinen eigenen Gunsten nutzt und gute Ergebnisse für das Unternehmen erzielt

Niemand mag es, zu versagen. Daher ist es schwierig, die positive Seite des Scheiterns zu betrachten. Niemand, oder fast Niemand, verlässt das Haus am Morgen, entschlossen, Fehler zu machen und zu versagen. Fehler, die aus Mangel an Wissen, Kenntnissen und / oder Information begangen wurden und Fehler die aufgrund von Unaufmerksamkeit, Arroganz und anderen Motiven begangen worden sind, sind uns bekannt. Das Konzept des ehrlichen Versagens ist weitgehend unbekannt und besagt, dass Fehler unbeabsichtigt gemacht werden in der Absicht Verbesserungen zu generieren oder Innovationen voranzutreiben.

Es wird viel darüber gesprochen wie wichtig es ist Fehler zu machen um aus ihnen zu lernen und somit die Prozesse des täglichen Lebens ständig zu verbessern. In der Praxis sieht es anders aus. Misserfolge werden missbilligt anstatt als erster Schritt auf der Suche nach neuen Lösungen gesehen zu werden.

In Amerika werden Fehler, sowie das Scheitern, eher als positiv bewertet. Wer nie zuvor gescheitert ist, wird als Person angesehen, die nie genug riskiert hat. In Deutschland jedoch werden Fehler eher negativ interpretiert.

Ich musste zweimal scheitern. Beide Male habe ich alles verloren – aber auch gewonnen: an Erfahrung, an Freunden, an Emotionen. Es wäre für mich persönlich immer zu einfach gewesen, die Schuld bei den anderen zu suchen. Egal wie ich es drehe, am Ende stehe ich und es war an einem gewissen Punkt meine Entscheidung und mein Versagen, nicht rechtzeitig die Weichen neu gestellt zu haben.

Aus dieser Erfahrung habe ich auch gelernt, dass die Fehler eines Teams nicht immer als Synonyme für Niederlagen dienen sollten. Es ist wichtig Fehler aus einem anderen Blickwinkel zu sehen und sie auszunutzen. Fehler kann man bewerten und damit identifizieren, was im Prozess nicht funktioniert hat. Wer dies tut ist in der Lage sich oder seine Prozesse zu verbessern. Hier sind einige Tipps, wie man die Fehler am Arbeitsplatz ausnutzen kann:

Fehler bewerten und darüber reflektieren

Bei der Bewertung von Prozessen ist es wichtig, die Fehler zu sortieren und zu analysieren um genau die Punkte zu finden, die nicht funktionieren. Man muss wissen warum entschieden wurde genau so zu handeln um dann zu überlegen wie die Fehler behoben werden können.
Damit dieser Prozess funktionieren kann, sollten Teammitglieder unabhängig von ihrer Abteilung oder Tätigkeit jeden Schritt der Entscheidungsprozesse dokumentieren.

Fehler sollten auf die gleiche Art und Weise von allen Mitarbeitern des Unternehmens betrachtet  werden

Es ist nicht genug, wenn nur der Manager, den Teamfehler als Chance zur Verbesserung betrachtet. Dieses Denken muss auf allen Ebenen des Unternehmens vorhanden sein. Es ist wichtig die Selbsteinschätzung der Mitarbeiter zu fördern, damit diese sich angewöhnen täglich zu analysieren welche Prozesse funktionieren oder welche schief laufen und nach Verbesserungsmöglichkeiten suchen. Wenn das gesamte Team daran mitarbeitet, die Fehler zu identifizieren und sie dann zu korrigieren, wird es viel einfacher sein die Früchte der Fehleranalyse zu ernten.

Selbstreflektion zur Fehlervermeidung

Nachdem man seine Fehler identifiziert, klassifiziert und reflektiert hat sollte man bewerten welche Entscheidungen von einem selbst getroffen wurden um diesen Weg einzuschlagen. Oft verhindern schlechte Angewohnheiten, dass man sein Bestes gibt und als Konsequenz daraus führt die geleistete Arbeit nicht zu den besten Ergebnissen.
Zu wissen warum etwas schief gelaufen ist, hilft sich selbst zu überwachen und nicht die gleichen Fehler immer wieder zu machen.

Nutze deine Fehler, um Selbstvertrauen zu gewinnen

Um erfolgreich im Geschäft zu sein, ist es unerlässlich Selbstvertrauen zu haben. Fehler sollten helfen, das Selbstvertrauen zu verbessern anstatt zu schädigen. Wenn man Fehler macht und diese analysiert, weiß man mehr über sich selbst und lernt allmählich mit Gewohnheiten umzugehen, die einen zum Scheitern bringen. Der Schlüssel ist es, nicht nur die Fehler, sondern auch die daraus entstehenden Konsequenzen im Voraus zu erkennen. Nur so ist man bereit, die sich ergebenden Probleme zu lösen und korrektiv einzuwirken. Dies stärkt nicht nur das eigene Selbstvertrauen, sondern hilft auch den Mitarbeitern vertrauen aufzubauen.

Fehlerkultur in traditionellen und innovativen Unternehmen

Während in traditionellen Unternehmen Mitarbeiter, die Fehler gemacht oder Fehlentscheidungen im Bezug auf Neuentwicklungen getroffen haben gefeuert werden, sind innovative Unternehmen in diesem Punkt offener und akzeptieren das Scheitern von Projekten bzw. Fehlentscheidungen des Managements. Google Wave ist ein Beispiel von vielen gescheiterten Projekten des Internetriesen Google. Natürlich kann sich ein Riese wie Google so etwas finanziell erlauben.

In kleinen Unternehmen müssen Innovationen und Ideen gefördert werden auch wenn sie fehlerbehaftet sind oder sich als Fehler herausstellen. Die Absicht etwas besseres zu schaffen muss gestärkt werden ohne das die Mitarbeiter Angst haben müssen einen Fehler zu begehen. Nur so können wir über Grenzen gehen und immer wieder die Bereitschaft der Mitarbeiter abrufen, neue Sachen auszuprobieren.

Fotograf: Arthur Rewak-Visual Design

Über den Autor
Bernd Korz ist CEO der Alugha GmbH, einem deutschen Softwareunternehmen, das sich darauf spezialisiert hat, Onlinevideos in mehrsprachige Formate umzuwandeln. Korz begann sein Berufsleben als Betonarbeiter, machte dann seinen Meisterbrief und schließlich seinen staatl. gepr. Hochbautechniker. Seine erste größere Firma hatte sich auf die Montage von Betonfertigteilen spezialisiert und diverse Großprojekte wie das Bundeskanzleramt, das Volksparkstadion und viele andere abgewickelt bevor er dann die Branche wechselte und sein Softwareunternehmen yellowTab GmbH gründete. Das Unternehmen entwickelte unter anderem den BeOS Nachfolger, das Betriebssystem ZETA.

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