Hip aber arm: Wie können Gründer ihren Mitarbeitern mehr bieten?

Im Kampf um die größten Talente müssen Startups sich durchsetzen – auch gehaltlich

Startups können als Arbeitgeber vor allem bei der Generation Y punkten. Den besten Mitarbeitern muss allerdings auf Dauer mehr geboten werden als ein cooles Image, um im Job voll motiviert zu sein. Im Kampf um die größten Talente müssen Startups sich durchsetzen – auch gehaltlich.

Ob Traditionsunternehmen, Großkonzern oder neu gegründetes Startup: Die besten Mitarbeiter zu finden und dauerhaft zu halten gehört zu den größten unternehmerischen Herausforderungen. In einer Studie des Beratungsunternehmens PwC gaben drei Viertel der rund 400 befragten Startup-Führungskräfte in Deutschland an, sich mit dem Finden geeigneter Mitarbeiter schwer zu tun. Zugleich planen aber 70 Prozent der Startups, innerhalb des nächsten Jahres weitere Stellen zu schaffen. Ein Dilemma.

Um Gründern die Einstellung weiterer Mitarbeiter einfacher zu machen, hat die Bundesregierung Österreichs zum Jahreswechsel finanzielle Erleichterungen für Startups als Arbeitgeber geschaffen. Seit dem 1. Januar 2017 können in Österreich ansässige Startups über die staatliche Förderbank aws (Austria Wirtschaftsservice) in den ersten drei Jahren nach der Gründung eine Bezuschussung der Arbeitgeber-Lohnnebenkosten für die ersten drei geschaffenen Stellen beantragen. Im ersten Jahr werden die anfallenden Lohnnebenkosten zu 100 Prozent erstattet, im zweiten Jahr zu zwei Drittel und im dritten Jahr zu einem Drittel.

Gründern gibt dies als Arbeitgeber zum einen mehr finanziellen Spielraum, der etwa für wettbewerbsfähigere Gehälter genutzt werden kann, zum anderen senkt die Fördermaßnahme Hürden zur Schaffung neuer Arbeitsplätze – was ganz nebenbei hilft, die Arbeit auf zusätzliche Schultern zu verteilen. Und dies dürfte sowohl den Entrepreneuren als auch ihren Mitarbeitern das Arbeitsleben angenehmer machen.

Startups spielen als Jobmotoren gesamtwirtschaftlich eine zentrale Rolle. Nach Angaben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie entstehen in Deutschland jährlich rund 600.000 neue Vollzeitbeschäftigungsverhältnisse durch Neugründungen. Europaweit werden rund die Hälfte aller neuen Arbeitsplätze von Startups und jungen Unternehmen geschaffen.

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Quelle: PwC, Start-up-UnternehmenDeutschland 2016.
Quelle: European Startup Monitor 2016, S. 3

Birgit Reiter-Braunwieser

Birgit Reiter-Braunwieser ist Direktorin und Startup-Expertin der Betriebsansiedlungsgesellschaft ABA-Invest in Austria. Sie berät interessierte internationale Unternehmen kostenlos in allen Fragen rund um die Standortwahl, informiert über die Rahmenbedingungen sowie Fördermöglichkeiten für Gründer in Österreich, hilft bei der Suche nach Kooperationspartnern und unterstützt im Kontakt mit Behörden. Weitere Informationen finden Sie hier

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