Wie Frauen die Gesundheitsversorgung revolutionieren

Arzt zu sein ist viel mehr als ein Beruf, es war eine Lebenseinstellung. Ärzte waren die Halbgötter in Weiß. Im Laufe der Jahre ist es immer schwieriger geworden, dem Dasein als Gottheit gerecht zu werden. Einerseits ist der Druck auf die Mediziner gewachsen, sie sollen bei der Flut an wissenschaftlichen Publikationen alles wissen und gleichzeitig mehr Zeit für ihre Patienten mitbringen. Andererseits ist aber auch ihr Wunsch nach mehr Work-Life-Balance stärker geworden. Vor allem Ärztinnen wollen die Veränderungen im Gesundheitswesen und treiben digitale Innovationen voran, die sie Arbeit und Familie unter einen Hut bringen lassen. Digitale Lösungen für das Gesundheitswesen verhelfen Ärzten zu mehr Flexibilität und Effizienz.

Ärzte unter Druck: Hohe Arbeitsbelastung und Weiterbildungsbedarf

Ärzte hatten immer schon eine große Verantwortung zu tragen. Doch der zunehmende Druck und die Arbeitsbelastung bei Ärzten sorgen für ein Ungleichgewicht im Gesundheitswesen. Zu wenig Zeit für umfangreiche Sprechstunden, längere Wartezeiten für Patienten und Überstunden für Mediziner sind die Folge. Laut einer Statistik der Bundesärztekammer steigt der medizinische Versorgungsbedarf überproportional zur Zahl der Ärzte. Zwar wächst die Zahl der Ärzte stetig (um 11 Prozent in den Jahren 2005-2015, siehe hier), demgegenüber nehmen aber die Behandlungsfälle um das 2,5-fache zu (um 27 Prozent in den Jahren 2005-2015, siehe hier).

Der demografische Wandel und auch ein zunehmender Selbstoptimierungs-Trend sorgen für einen erhöhten Bedarf an Gesundheitsleistungen: Die Zahl der älteren Menschen, die einen erhöhten Versorgungsbedarf haben, steigt. Chronische Krankheiten wie Diabetes, die regelmäßige Versorgung und Arztbesuche notwendig machen, nehmen zu. Zudem „ergoogeln“ sich viele Patienten nun selbst ihr Know-how im Ernährungs- und Gesundheitsbereich. Dies führt dazu, dass sich Ärzte in mehreren Bereichen einen Wissensvorsprung verschaffen müssen. Ärzte werden damit immer stärker gefordert.

Ärztinnen treiben die Digitalisierung voran

Ein Lösungsansatz, um dem steigenden Versorgungsbedarf im Gesundheitswesen entgegenzuwirken: Mehr Frauen für den Arzt-Beruf begeistern. Fast 70 Prozent der Studierenden an medizinischen Fakultäten und 40 Prozent der berufstätigen Mediziner sind derzeit weiblich. Und die Medizin sollte noch weiblicher werden! Warum?

Ärztinnen nehmen sich mehr Zeit für ihre Patienten. Nach Analysen des Zentralinstitutes für Kassenärztliche Versorgung nehmen sich Medizinerinnen über alle Fachgruppen hinweg im Durchschnitt 38,3 Minuten pro Patientin oder Patient Zeit, die männlichen Kollegen 31,1 Minuten.

Eine weitere Studie aus den USA, die im Februar 2017 veröffentlicht wurde, hat sogar ergeben, dass Ärztinnen erfolgreicher sind: Patienten, die von Frauen behandelt wurden, verzeichneten eine signifikant niedrigere Sterblichkeitsrate (11,1 Prozent statt 11,5 Prozent bei den Ärzten) sowie eine niedrigere Wahrscheinlichkeit zur wiederholten Behandlung (15,0 Prozent statt 15,6 Prozent).

Frauen setzen jedoch auch andere Prioritäten in der Medizin als Männer

Zwar hat der Wunsch nach einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei Jungmedizinern grundsätzlich an Bedeutung gewonnen. Frauen geben dem jedoch eine noch stärkere Priorität: Während für 27 Prozent der Ärztinnen eine Reduzierung der Arbeitszeit am wichtigsten ist, priorisieren nur 19 Prozent der Ärzte „mehr Zeit“ statt „mehr Geld“. So halten 35 Prozent der Männer, aber nur 30 Prozent der Frauen eine höhere Vergütung für wichtig.

Eine beispielsweise hohe Arbeitsbelastung und zusätzliche Weiterbildungen sorgen einerseits für einen extrinsischen Druck bei den Medizinern. Zusammen mit dem intrinsischen Bedürfnis nach mehr Work-Life-Balance andererseits führt dies dazu, dass vor allem Ärztinnen oft unzufrieden sind in ihrem Beruf. So zeigt eine Studie der amerikanischen Publikation Medscape, dass 51 Prozent der weiblichen, dagegen 43 Prozent der männlichen Ärzte von Burnout berichten. Diese Unzufriedenheit motiviert Ärztinnen jedoch, das Gesundheitswesen zu optimieren und digitale Innovationen zur Unterstützung heranzuziehen. Die AMA, American Medical Association, hat als größte Standesvertretung von Ärzten und Medizinstudenten in den USA die Gründe für digitale Lösungen im Gesundheitswesen ermittelt, welche vor allem von Ärztinnen angeführt werden: Sie helfen, Burn-out beim Arzt zu reduzieren. Verbessern das Arzt-Patienten-Verhältnis. Sie stärken die Bindung des Patienten an den Arzt und unterstützen eine langfristige Perspektive bei der Behandlung. Und sorgen für mehr Lebensqualität bei den Patienten.

Digitale Tools für mehr Work-Life-Balance und eine bessere Gesundheitsversorgung

Digitale Lösungen gewährleisten nicht nur eine bessere Versorgung der Patienten, sie bringen mehr Flexibilität und neue Arbeitszeit-Modelle ins Gesundheitswesen. Die so gewonnene Work-Life-Balance sorgt wiederum dafür, dass Ärzte ausgeglichener sind und sich besser um ihre Patienten kümmern. Ärzte können ihre Zeit dank Digitalisierung effizienter nutzen und sich gleichzeitig in ihrer Berufung weiterentwickeln. Bei der virtuellen Arztpraxis Minxli wird zudem die Weiterbildung groß geschrieben. Denn Ärzte können sich auf der Plattform nicht nur unkompliziert per Video oder Chat mit den Patienten austauschen, sondern auch in einem Experten-Konsil Rat einholen und ihr Know-how in anderen Gesundheitsbereichen erweitern.

Über den Autor
Jennifer Kelly ist die Gründerin der virtuellen Arztpraxis Minxli. Das Unternehmen aus München verbindet Patienten, Ärzte und zertifizierte Gesundheitsexperten für sicheres und einfaches Kommunizieren via Video und Chat – jederzeit und überall. Jennifer Kelly studierte an der Harvard Business School in Boston und arbeitete mehrere Jahre bei McKinsey & Company. Aufgrund eigener Erfahrungen in der Familie und der Gewissheit, dass digitale Innovationen das Gesundheitswesen wesentlich verbessern können, rief sie vor zwei Jahren Minxli ins Leben.

Der Beitrag ist ein externer Bericht und stellt nicht die Meinung von StartupValley dar

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