Wählt euch euren Partner sehr genau aus

What the Food! Startup & Scheiterkultur – ein spannendes Buch zum Weg und den Learnings zweier Gründerinnen!

Stellen Sie sich und das Startup What the Food! doch kurz unseren Lesern vor!
What the Food! wurde vor knapp 4 Jahren gegründet und war eine gesunde fast food Restaurant Kette mit zwei Standorten in Frankfurt und Hamburg. Die Idee dahinter war, dass man drei wichtige Dinge kombiniert: schnelle, gesunde und leckere Küche. Vor allem diese Kombi hat uns in unseren alten Jobs als Investment Bankerin und Unternehmensberaterin gefehlt.

Wie ist die Idee zu What the Food! entstanden?
Lange Arbeitszeiten, keine Zeit zum Kochen und ein gefühlt ausschließlich ungesundes Angebot: das war vier Jahre lang unser Alltag und unsere Stressresistenz aber auch der BMI sind stetig nach oben gewandert. Wir hatten schon länger mit dem Gedanken gespielt uns selbstständig zu machen und haben am Ende beschlossen, dass es ein gesundes Restaurant vor allem für die Mittagszeit werden soll.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen?
Nach ca. 3 Jahren Firmenexistenz und 2,5 Jahren mit dem Restaurant in der Kaiserstraße am Markt, mussten wir leider Insolvenz anmelden. Das würden wir sicher als größte Herausforderung ansehen. Wir haben uns in zwei Entscheidungen vertan, was leider fatale Folgen hatte. Das Konzept an sich kam gut in Frankfurt an und in Hamburg wäre es mit der Zeit sicher auch angelaufen, allerdings hatten wir eine geplatzte Finanzierungsrunde und eine strategische Fehlentscheidung in der Expansion zu verkraften. Das haben wir nicht geschafft und mussten somit Insolvenz anmelden.

Welche Vision steckte hinter What the Food!?
Auf den Punkt gebracht: wir wollten Deutschland ein Stück gesünder machen. Einen Ort bieten, an dem man mit gutem Gewissen alles essen kann. Kein künstlicher Zucker, keine Zusatzstoffe oder Konservierungsstoffe, kein übermäßiges Fett, alles gut ausgewählt und mit nachhaltigen Zutaten. Daraus wollten wir ein Franchisekonzept machen und im Laufe der Jahr in ganz Deutschland-später auch in der DACH Region – vertreten sein.

Warum haben Sie sich für eine Crowdfunding Finanzierung entschieden? Worum geht es bei dem Projekt?
Erstmal zum Projekt: wir wollen das gesammelte Wissen, Infos zum Scheitern und konkrete Tipps in einem Buch verpacken, das für alle angehende oder bestehende Gründer, Interessierte und Gastronomen spannend ist. Das Buch wird unterhaltsame Anekdoten zu unserem Gründerleben, Do‘s and Dont‘s sowie wichtige Infos zu den Themen Finanzierung, Scheitern, Insolvenz / Liquidation enthalten.

Durch die Insolvenz fehlen uns, wie man sich vorstellen kann, die finanziellen Mittel dazu, das Buch selbst zu produzieren. Wir haben privat für einen Kredit gebürgt und sind somit gerade nicht liquide. Daher und auch um das Marktinteresse eines solchen Buchs zu testen, haben wir uns entschieden eine Kickstarter Kampagne zu starten. Wir hoffen auf zahlreiche Unterstützung – Deutschland hat noch keine besonders positive Scheiterkultur – im Gegensatz zu den USA.

Wo sehen Sie die Vorteile gegenüber anderen Finanzierungsmöglichkeiten?
Generell gesprochen, sehen wir einen Marketing- und Lerneffekt als großes Plus. Die Idee / das Produkt bekommt bereits zu einem frühen Zeitpunkt eine Plattform. Interesse an Ideen oder Produkte können vorab getestet werden. Der Entwicklungsprozess kann durch die öffentliche Vorstellung des Themas und dem dadurch eingehenden Feedback mitgestaltet werden. Auf der anderen Seite weiß man, dass es keinen Markt dafür gibt, falls das Finanzierungsziel nicht erreicht wird und man hat somit keine unnötigen Kosten. Wir hoffen natürlich, dass es hierzu nicht kommen wird.

What the Food! ist vorbei, wo geht Ihr Weg jetzt hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Hoffentlich haben hier viele Leser noch keine Insolvenz im großen Stil mitgemacht. Es war unsere erste Gründung und diese hat sich zwar über 3 Jahre gehalten, doch am Ende haben wir „unser Baby“ relativ laut an die Wand gefahren. Das muss erstmal verarbeitet werden. Wir stecken außerdem noch in der Insolvenz und haben privat für einen Kredit gebürgt. Wie das Ganze ausgeht, auch wenn wir für ein gutes Ende hart gekämpft und das auch erfolgreich geschafft haben, beeinflusst wie es weitergeht. Wir bleiben allerdings beide selbstständig und sind parallel auch schon erfolgreich am Aufbau anderer Tätigkeiten. Dieses Mal haben wir uns für ein Geschäftsmodell ohne immensen Kapitalbedarf bevor der erste Euro überhaupt verdient werden kann entschieden. In unsere alten Jobs zurückzugehen kam für uns beide nicht in Frage.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Erstens: Kein rocket science – es dauert wirklich alles (ohne Ausnahme) länger als man denkt und kostet mehr als budgetiert. Immer mit Puffer planen, auch wenn Ziele dadurch verschoben werden müssen. Lieber noch einmal kritisch auf den Plan schauen und verschieben, als Ziele am Ende nicht zu erreichen.

Zweitens: Verlasst euch auf keine Experten, sondern euer Bauchgefühl. Im Zweifel weiß das mehr und ist günstiger. Wir haben uns für eine Marketing und Social Media Agentur entschieden und das war die beste Entscheidung, da uns da das Talent gänzlich fehlte. Allerdings gab es auch andere Experten, auf die wir lieber verzichtet hätten – das hätten wir besser, schneller und deutlich günstiger selbst geschafft.

Drittens: Wählt euch euren Partner sehr genau aus. Wir beide (Ekaterina und Nina) haben uns in den schweren Zeiten unterstützt und waren kein zusätzlicher Stressfaktor. Wäre das anders gewesen, wäre What the Food! am Ende sicher nicht an dem Konzept, sondern an uns als Team gescheitert. Und leider beobachten wir dies in unserem Umfeld öfter. Man sitzt in einem Boot und sollte in die gleiche Richtung rudern. Damit das funktioniert, sollte man die Richtung immer wieder offen besprechen und bei Bedarf ggf. anpassen, wenn man sich damit nicht mehr fühlt. Kommunikation ist bekanntlich in jeder Beziehung einer der wichtigsten Faktoren.

Link zum Crowdfunding:http://www.kickstarter.com/projects/whatthefood

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Ekaterina und Nina für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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