Sonntag, Juli 3, 2022

Wenn ihr euch traut, ist der erste und wichtigste Schritt schon getan

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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

WeWard belohnt Nutzer:innen fürs Gehen mit Wards

Stellen Sie sich und das Startup WeWard doch kurz unseren Lesern vor!

Wir bestehen aus drei Co-Gründer:innen, Yves Benchimol, Nicolas Hardy und Tanguy de la Villegeorges. Wir drei haben bereits in einem früheren Unternehmen zusammengearbeitet. Dabei handelte es sich um ein Start-up im Bereich der Einzelhandelstechnologie. So bekamen wir einen ersten Eindruck von den Belohnungssystemen und Motivationsfaktoren, die unser Verhalten beeinflussen können. Deswegen haben wir zusammen die europäische Lauf-App, WeWard, gegründet, die bereits in Frankreich, Italien, Belgien, Spanien, Deutschland und dem Vereinigten Königreich verfügbar ist. Anfang Juni haben wir die App auch in den Niederlanden eingeführt. 

Die App WeWard wurde 2019 in Frankreich gegründet und belohnt ihre Nutzer:innen fürs Gehen. Die App erfasst die täglichen Distanzen und belohnt sie mit einem festen Gegenwert in der App-Währung, den sogenannten „Wards”. Die können dann in Gutscheine oder Rabatte eingetauscht, an gemeinnützige Hilfsorganisationen gespendet, aber auch direkt als Cash-Überweisung aufs Konto eingezahlt werden. Mit täglichen Challenges können Nutzer:innen zudem ihre täglichen Gewinne aufstocken, indem sie die Herausforderungen der App oder anderer Benutzer:innen annehmen, sich Werbevideos ansehen oder an Umfragen und Erhebungen teilnehmen. Mit der App steigt die Laufzeit um durchschnittlich 24 Prozent. Das Beste zum Schluss: Unsere App ist komplett kostenlos für unsere Nutzer:innen. 

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Nachdem wir wirklich verstanden hatten, wie ein Belohnungssystem funktioniert und welche Anreize auf das Gehirn des Verbrauchers wirken können, wollten wir dieses Wissen für etwas Gutes nutzen und die Welt ein Stück besser machen! Es war ganz natürlich für uns, über die Belohnung des Gehens nachzudenken, da es ein wirklich nützliches Verhalten ist: gut für die (mentale) Gesundheit und gut für den Planeten! Die Umsetzung sollte so einfach wie nur möglich sein, damit für die Nutzer:innen kein großer Aufwand entsteht. Unser Ziel ist es, einen Mehrwert für die Gesundheit der Menschen und den Planeten zu schaffen. So kam uns die Idee für WeWard. 

Welche Vision steckt hinter WeWard ?

Unsere Vision beruht auf drei Grundsätzen. Zum einen wollen wir den Bewegungsmangel bekämpfen, damit alle Menschen gesünder und fitter leben. Denn wir sitzen immer mehr und bewegen uns immer weniger. Mehr als die Hälfte der europäischen Bevölkerung ist nach Angaben der WHO nicht aktiv genug. Dabei empfehlen Experten ein Mindestpensum von 6.000 Schritten pro Tag – besser aber: 10.000 Schritte täglich.

Außerdem möchten wir der Umwelt etwas Gutes tun, indem wir unsere Nutzer:innen dazu motivieren, öfter zu Fuß zu gehen und das Auto stehen zu lassen. Denn Gehen ist emissionsfrei, leise und benötigt wenig Platz. 

Die dritte Säule unserer Vision ist, die mentale Gesundheit der Nutzer:innen zu stärken. Spaziergänge wirken beruhigend auf Menschen und helfen ihnen, achtsam und im Moment präsent zu sein. Bereits kurze Spaziergänge können sich positiv auf die mentale Gesundheit auswirken. 

Von der Idee bis zum Start-up, was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert? 

Die größte Herausforderung für uns war die Corona-Pandemie. Die Leute sind in ihren Häusern geblieben und haben sich dadurch kaum noch bewegt. Doch genau durch diese Krise haben die Menschen gemerkt, wie wichtig die Bewegung für Körper und Geist ist. Somit ist die größte Herausforderung zu einem großen Gewinn für uns geworden. 

WeWard ist größtenteils eigenfinanziert. Wir haben ein paar Finanzierungsrunden gemacht, aber uns ist wichtiger zu sagen, dass unser Unternehmen seit seiner Gründung profitabel ist, da wir ein starkes und solides Unternehmen aufbauen, das skalieren kann! Unsere App verhilft Sport-, Outdoor- und Lifestyle-Marken zur Wahrnehmung und konkreten Kunden. Mit der Bezahlung der Firmen können wir die App finanzieren, Belohnungen an die Nutzer sowie Spenden an NGOs verteilen. Wir garantieren, dass wir keine Nutzerdaten weitergeben und es auch niemals tun werden.

Wer ist die Zielgruppe von WeWard ?

WeWard ist eine App für Jung und Alt. Bei unseren jüngeren Nutzer:innen besteht der große Reiz in unserem Wards-Belohnungssystem. Den meisten Jugendlichen ist häufig nicht bewusst, wie wichtig regelmäßige Bewegung für sie ist. Demnach ist es wichtig, sie durch Wards zum Laufen zu ermuntern. 

Wir möchten zudem Studenten und ältere Menschen dazu animieren, sich mehr zu bewegen. Die meisten Menschen nehmen die Bahn oder ihr Auto, um schnell einen Einkauf zu erledigen. Das wollen wir verhindern! Schließlich ist es für die Umwelt umso besser, wenn die Gesellschaft häufig auf Spaziergänge zurückgreift. Gehen ist der ideale Sport für Jung und Alt. Die regelmäßige Bewegung in der freien Natur aktiviert Herz und Kreislauf, stärkt das Immunsystem, macht die Gelenke elastischer und steigert die Leistungsfähigkeit.    

Wie funktioniert WeWard? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Unsere App kann ganz einfach im Apple App Store sowie im Google Play Store heruntergeladen werden. Nach der Installation lässt sich ein Nutzerkonto erstellen. Das braucht man, um die Erlaubnis zur Nutzung der Schrittzähler in den Gesundheits-Apps von Apple (Health) und Android (Google Fit) zu erteilen. Dort kann man auch Motivationshinweise und Tipps für die Nachbarschafts-Erkundungen (de-)aktivieren. Die eigene Schrittzahl muss einmal täglich in der WeWard App per Klick validiert werden. Damit das nicht vergessen wird, gibt es dafür Abends eine Erinnerung aufs Handy. 

Der größte Vorteil von WeWard ist, dass unsere App sehr simpel gestaltet ist. Die Nutzer:innen können direkt nach einer kurzen Einführung starten und müssen sich nicht durch eine unübersichtliche App schlagen. Das ist auch unser Ziel bei WeWard: Wir wollen nicht, dass unsere Nutzer:innen viel Zeit in der App verbringen. Ganz im Gegenteil. Wir wollen, dass unsere Nutzer:innen möglichst viel Zeit beim Spazieren verbringen und ihre Schritte einmalig in der App validieren. 

Im Gegensatz zu anderen Anbietern bieten wir als einzige App die Option, die gewonnenen Wards in bares Geld umzuwandeln. Die Konkurrenz arbeitet hingegen überwiegend mit Kryptowährungen. 

Wir haben insgesamt bereits über 10. Mio Downloads und 5 Mio. regelmäßige User in Frankreich, Italien, Belgien und Spanien. Allein 10% aller Franzosen nutzen unsere App täglich. Mehr als eine Milliarde Kilometer sind die WeWard-Nutzer bereits zu Fuß gelaufen und wurden dafür mit über 2 Mio. Euro an Auszahlungen auf ihr Konto belohnt; hinzu kommen Spenden an gemeinnützige Organisationen im sechsstelligen Bereich. 

WeWard, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren? 

Wir haben derzeit zwei große Pläne für die nahe Zukunft. Wir wollen noch vor Ende dieses Jahres in die USA expandieren. Außerdem konzentrieren wir uns auf die europäische Expansion, insbesondere auf Deutschland und Großbritannien. Deshalb arbeiten wir ständig an der App. Wir sind dabei, viele soziale Features hinzuzufügen.  

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Traut euch: Viele Menschen haben gute Ideen, aber nur die wenigsten setzen sie in die Tat um. Wenn ihr euch traut, ist der erste und wichtigste Schritt schon getan.

Testen: Es ist wirklich wichtig, immer zu testen und Entscheidungen nicht auf der Grundlage von Bauchgefühlen, sondern von Informationen zu treffen! 

Umsetzen: Wenn ihr euch getraut und getestet habt, könnt ihr mit der Umsetzung beginnen. Das ist der schwierige Teil! 

Wir bedanken uns bei Yves Benchimol, Nicolas Hardy und Tanguy de la Villegeorges für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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