Wenn Ihr Start-up in eine Sackgasse gerät

Was Start-up-Gründer brauchen, um ihr Unternehmen vor dem Instant-Virus zu retten

Fehlende Nachfrage, das Geld geht so langsam aus und die Disharmonie im Team wächst – eine wirkliche Horrorvorstellung eines jeden Unternehmensgründers. Kein Wunder also, dass so viele Führungskräfte in Start-ups einer wahren Beschäftigungswut verfallen, damit dieses Worst-Case-Szenario ja nicht zustande kommt. Und dann geht er um, der Instant-Virus: Plötzlich reicht Ihr Tag gar nicht mehr aus, um Ihren übervollen Terminkalender zu bewältigen. Alles muss erledigt werden und zwar sofort! Noch ein Projekt mehr, noch ein Investorengespräch on top.
Da hilft doch sicherlich ein wenig geschickt eingesetztes Zeitmanagement oder der Besuch des richtigen Selbsthilfeseminars gegen das Virus – könnte so manch einer nun denken.

Ein guter Gedanke, doch leider hilft er nicht!

Kein Allheilmittel

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch: Ein gutes Zeitmanagement kann in so manch einer Situation den feinen Unterschied bei der Steigerung der Effizienz machen. Da kann dann schon die Frage „Welche Aufgaben muss ich wirklich heute erledigen und welche kann ich aufschieben?“ Abhilfe schaffen und eine erste Entlastung hervorrufen. Besonders dann, wenn Ihr Unternehmen noch in den Kinderschuhen steckt. Mit dieser Differenzierung können Sie Ihre Produktivität am Arbeitsplatz, Ihre persönliche Entspannung und den Stolz über erledigte Aufgaben spürbar und messbar steigern. Hört sich ja erst einmal toll an, doch eine Heilung von Ihrem Instant-Virus Problem per se erhalten Sie dadurch nicht. Stattdessen verlieren Sie Ihre wahren Ziele aus den Augen und manövrieren sich unweigerlich genau dorthin, wo Sie mit Ihrem Start-up niemals hinwollten: in eine Sackgasse.

Mit Volldampf gegen die Wand

Und aus dieser führt bekanntermaßen nur ein Weg hinaus. Wenn Sie also mit Ihrem Unternehmen in Ihrer Beschäftigungswut blind gegen die Wand am Ende einer Sackgasse rennen, holen Sie sich eine blutige Nase. Und das ist gut. Weil Sie dann eine Chance haben, zu merken, dass es hier nicht weitergeht.

Meist aber stoßen Unternehmer in solchen Sackgassen mit ihrem Start-up gar nicht frontal an die Wand. Sondern sie tappen orientierungslos in diesem toten Ende herum. Sie nehmen Aufträge an, die das Start-up gar nicht weiterbringen oder holen sich Investoren ins Boot, die komplett kontroverse Vorstellungen zu ihren eigenen haben. Falls sie dann doch mal an die Wand stoßen, nehmen sie sie schlimmstenfalls noch als Orientierungshilfe und tasten sich vorsichtig daran ein Stückchen voran. Sie erkennen die Wand nicht als Ende dieses Weges, sondern glauben sogar, dass sie ihnen weiterhilft. Weil beispielsweise auf einmal wieder Geld fließt. Doch das führt Ihr Start-up nicht weiter, sondern höchstens im Kreis herum. Ein fataler Fehler. Schließlich hat ein frisch gegründetes Unternehmen nicht unbegrenzt Zeit, sich zu etablieren.

Wer’s sich leisten kann …

Leicht ist der Weg aus einer Sackgasse gewiss nicht! Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es allein schon sehr schwierig sein kann, eine Sackgasse als solche zu identifizieren. Wenn Sie nur Zentimeter vor einer Wand stehen, fällt ein offener und organisatorischer Weitblick natürlich schwer. Auch ich stand schon mit dem Blick Richtung Beton: festgefahren in einer Unternehmensgründung, die mich mittlerweile jedoch innerlich nicht weiterbrachte oder zufriedenstellte – trotz toller Erfolge und beachtlicher Umsätze.

Dann habe ich mir endlich die richtigen Fragen gestellt. Fragen, die auch für Ihr Start-up hilfreich sein können, wenn Sie sie sich selbst stellen:

• YOLO: Gibt es also eine ausreichend große Schnittmenge zwischen Unternehmenszielen und meinen persönlichen Zielen?
• Wo will ich mit meinem Unternehmen in 12-18 Monaten ganz konkret stehen?
• Entsprechen die angenommenen Aufträge überhaupt noch unserer unternehmerischen Mission?
• Was sind die drei wesentlichen Stellschrauben, um bestmöglich auf unsere Ziele zuzusteuern?

Gerade Jungunternehmer müssen sich meiner Meinung nach intensiv damit beschäftigen, für was sie und ihr Start-up stehen. Sonst verpulvern sie nur wertvolle Zeit und Geld.

Das lebendige Pferd

Peter Holzer © Teresa Rothwangl

Denn wenn Sie Energie in eine Sackgasse investieren, ist es, als würden Sie ein totes Pferd reiten. Es führt am Ende zu nichts. Und dann ist das Worst-Case-Szenario zum Greifen nahe.

Deswegen empfehle ich Ihnen: Wenn Sie in einer Sackgasse stehen, nicht schönreden, sondern ehrlich sein. Und dann zögern Sie nicht vor dem Rückwärtsgang. Manchmal ist er der einzige Weg, um endlich wieder auf Zielkurs zu gehen.

Peter Holzer

Peter Holzers Karriere hätte kaum bilderbuchhafter sein können: Bereits mit 24 Jahren verantwortete er den Vertrieb eines Private Equity Fonds. Nach einer plötzlichen Erkrankung fasste er den Mut, einen Neustart zu wagen. Heute unterstützt er Unternehmen, ihre Ideen mutig in die Praxis umzusetzen.

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