Fokus auf das Kerngeschäft

Welcome2Work Jobvermittlungsplattform die Geflüchtete und Unternehmen zusammen bringt

Stellen Sie sich und das Startup Welcome2Work doch kurz unseren Lesern vor!
Welcome2Work ist ein online-gestütztes Patenprogramm zur Integration von Geflüchteten in den deutschen Arbeitsmarkt. Viele Geflüchtete haben Schwierigkeiten eine Ausbildung oder Arbeit in Deutschland aufzunehmen, weil die Sprache, Gesetze und Kultur zu fremd sind. Welcome2Work stellt Paten zur Seite, die Geflüchtete bei der Arbeitssuche, Bewerbung und Arbeitsaufnahme unterstützen. Auf der Website stehen Geflüchteten und Paten verschiedene Funktionen und Inhalte in Form von gesetzlichen Grundlagen, Leitfäden, Checklisten und Vorlagen zur Verfügung, um diesen Prozess zu vereinfachen. Dort kann auch ein Lebenslauf erstellt werden, oder sich auf Stellenanzeigen von Firmen beworben werden, die gezielt daran interessiert sind, Flüchtlinge einzustellen.

Wie ist die Idee zu Welcome2Work entstanden?
Bereits seit Oktober 2013 engagierten wir uns in der Flüchtlingsarbeit und organisierten zunächst einen Fußballtreff, den wir um eine Kinderbetreuung und einen Deutschkurs erweitert haben. Nach der Abgabe des Projekts an einen Partner fanden wir, dass der größte Wunsch vieler Geflüchteter die Aufnahme der Berufstätigkeiten in Deutschland ist. So entwickelten wir ein Jobportal, das schnell Anklang fand, aber nicht zu dem erwünschten Erfolg führte, da die Hürden für die Geflüchteten immer noch zu groß waren. Also änderten wir das Konzept in ein Patenprogramm, sodass Ehrenamtliche Geflüchtete bei der Arbeitssuche, Bewerbung und Arbeitsaufnahme unterstützen.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Die größte Herausforderung stellt die Individualität der einzelnen Vermittlungsfälle dar. Je nach Bildungsweg und der Verfügbarkeit des entsprechenden Nachweises, der Herkunft und dem Aufenthaltsstatus gibt es verschiedene gesetzliche Regelungen, die jeden Fall beinahe einzigartig machen. Aber auch die Zielbranche, in welcher der Karrierewunsch des Geflüchteten liegt, dessen Deutschkenntnisse und Lernbereitschaft stellen weitere Einflussfaktoren dar.
Finanziell steht das Projekt derzeit stabil auf den Beinen, da es einerseits ehrenamtlich geführt wird und andererseits durch die Heidehof Stiftung gefördert wurde.

Wer ist die Zielgruppe von Welcome2Work?
Die primäre Zielgruppe sind natürlich die Geflüchteten, die wir bei der Arbeitssuche sowie den dafür notwendigen Schritten unterstützen möchten. Die ehrenamtlichen Paten stellen dabei eine Brücke zwischen den Geflüchteten und dem Arbeitsmarkt dar. Deshalb konzentrieren wir bei unseren Leistungen insbesondere auf die ehrenamtlichen Paten. Diese auszubilden und stets zu unterstützen ist die Hauptaufgabe unseres Projektteams. Zudem ist der gute Kontakt zu Arbeitgebern und Arbeitgeberverbänden von enormer Wichtigkeit, um die Jobsuche für die Paten-Tandems oder einzelnen Geflüchteten zu erleichtern und unser Jobportal weiter mit Stellenanzeigen zu erweitern. Auch der Kontakt zum Hauptamt und Ehrenamt ist stets wichtig, um die primär Verantwortlichen auf dem aktuellen Stand zu halten. Die Vielfalt der Stakeholder an diesem Projekt erleichtert nicht gerade die Zusammenarbeit oder das Marketing. Aber wir sind zuversichtlich, dass wir auch hierbei eine hohe Qualität durch eine starke Regionalisierung einzelner Patengruppen von Welcome2Work erreichen können.

Wie funktioniert Welcome2Work?
Die Geflüchteten und Paten können sich auf unserer Website registrieren. Durch einen Matching-Algorithmus werden dann den Paten passende Protegés zugeordnet. Gemeinsam werden dann Berufswünsche analysiert, Bewerbungsunterlagen vorbereitet und Unternehmen kontaktiert.
Parallel dazu gibt es eine Jobplattform, auf der Unternehmen die Möglichkeit haben, freie Stellen zu schalten. Zudem stehen hier allen Seiten rechtliche Informationen zur Verfügung.

Welche Vorteile bietet Welcome2Work für Unternehmen?
Unternehmen können als Arbeitgeber auf der Plattform Stellenanzeigen schalten, diese hervorheben oder übersetzten lassen oder sich als Unternehmen auf der Website gesondert präsentieren. Zudem bieten wir einen Personalvermittlungsservice an oder vermitteln Unternehmensberater, die über interkulturelle Kommunikation und Integration von Geflüchteten in Unternehmen beraten.
Sprachschulen, Personalvermittler, Karriereberater und Übersetzer können auf der Plattform teils geförderte Dienstleistungen für Geflüchtete anbieten.

Wo liegen die Vorteile für die Flüchtlinge?
Geflüchteten erhalten Unterstützung bei der Jobsuche und Bewerbung. Ihr Deutsch wird gefördert und sie haben stets einen Ansprechpartner bei Fragen und Problemen. Durch den Kontakt mit dem Paten haben sie eine gute Möglichkeit, Kontakt zu der deutschen Kultur herzustellen. Die finale Integration findet dann im Betrieb statt.

Wie ist das Feedback?
Nach der Entwicklung der Plattform haben wir zunächst intern mit den Projektmitgliedern Patenschaften durchlaufen. Gerade starten wir die Aufnahme von externen Paten, sodass wir das Konzept in einer realen Umgebung testen können. Auf das Feedback dieser ersten externen Patenschaften sind wir sehr gespannt. Unsere Partner sind aber begeistert vom Projekt und unterstützen uns tatkräftig.

Welcome2Work, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Nach der Etablierung der Patengruppe Karlsruhe wollen wir weitere Städte Baden-Württembergs angehen und schließlich uns deutschlandweit etablieren. Wir erwarten aber, dass nicht alle Geflüchteten einen ehrenamtlichen Paten zur Seite gestellt bekommen können. Die Internet-Plattform soll deshalb weiter austomatisiert und übersetzt werden, sodass möglichst viele Geflüchtete durch die Inhalte und Funktionen der Plattform leichter ihren Traumjob finden. Bewerber, die weiterhin Probleme haben, stellen wir natürlich weiterhin Paten zur Seite. Über Zahlen an Patenschaften und erfolgreichen Jobvermittlungen können wir derzeit nur spekulieren.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
– Fokus auf das Kerngeschäft
– Iteratives Prototypen und Testen anstatt das Produkt fertig zu bauen und dann gleich auf den Markt bringen zu wollen
– Sich nicht zu sehr durch Feedback aus dem Plan bringen lassen und lieber weiter an der Umsetzung arbeiten, anstatt das Konzept zu oft anzupassen

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Jt für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer ist 39 Jahre jung, Gründerin und leitende Redakteurin der StartupValleyNews. Ihre Karriere startete sie in verschiedenen internationalen Direktvertriebsunternehmen. Seit 2007 ist sie hauptberuflich als Journalistin tätig. Während dieser Zeit lernte sie die Startup-Szene kennen und schätzen, was Sie dazu bewogen hat mit StartupValleyNews ein internationales Startup Magazin aufzubauen!

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