Regelmäßige Gespräche mit der Zielgruppe!

WeiterGeben Plattform für Möbelspenden : Vermittelt Möbelstücke exklusive an gemeinnützige Vereine + Einrichtungen

Stellen Sie sich und das Startup WeiterGeben doch kurz unseren Lesern vor!
Daniela Roßner: In diesem Jahr habe ich zum allerersten mal eine Firma gegründet und auf keinen Fall weil ich den Drang hatte Unternehmer zu werden, sondern weil es mir ein Bedürfnis war, etwas für die Umwelt zu tun und gleichzeitig sozialen, kulturellen und Bildungs-Einrichtungen helfen zu können. Schon in der Testphase kamen deutsche Großunternehmen auf uns zu und wollten mit WeiterGeben.org zusammenarbeiten. Der Markt alleine in Deutschland hat ein Volumen von rd. 100 Millionen Neumöbeln und ähnlich riesig ist der Altmöbelbereich in dem wir uns bewegen.

Wie ist die Idee zu WeiterGeben entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Dass es in der Möbelbeschaffung gemeinnütziger Einrichtungen ein großes Defizit gibt, ist meinem Schulfreund und mir schon vor vielen Jahren aufgefallen. Zum einen wollte z.B. Harald als Unternehmer einmal einige Stahlschränke spenden und das Angebot wurde vom hiesigen Sozialkaufhaus abgelehnt, weil diese generell keine Geschäftsmöbel annehmen. Auf der anderen Seite habe ich in einer ehrenamtlichen Tätigkeit erlebt wie schwer es ist Möbelstücke als Spende zu werben, wenn man bekannte regionale Firmen anspricht, aber selbst die Unternehmen oft keinen für Altmöbel Zuständigen nennen können und man nach dreißig Gesprächen immer noch bei null steht.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Die Notwendigkeit einer Professionalisierung bei Möbelspenden war uns ja lange klar, und als wir erfahren haben, dass dieses Manko bei etwa einer halben Million gemeinnütziger Organisationen in Deutschland besteht, waren wir platt. Eigentlich hatten wir in den ganzen Jahren gewartet, dass die Diakonien, oder eine andere große Organisation hier aktiv wird und eine Lösung anbietet. Unsere Ideen sind mit der Zeit gereift und als 2016 die Problematik noch unverändert bestand, sind wir es mit einer Testphase und vor allem einer (für uns kostenfreien) Blogseite angegangen.

2017 habe ich dann, dass sozial-ökologische Unternehmen mit 1.000,- Euro Startkapital gegründet. Die größte Herausforderung ist, 1. jeweils in der gleichen Region 2. einen Spender zu finden der 3. genau das Möbelstück spendet welches die gemeinnützige Organisation sucht und das 4. genau in dem Zeitraum der Spende (in der Regel innerhalb von 2 Wochen).

Wer ist die Zielgruppe von WeiterGeben?
Bei den Spendern werben wir speziell bei Firmen und Behörden um gute Schul- und Büromöbel. Abnehmer der Möbelspenden kann jede der 600.000 gemeinnützigen Vereine und Einrichtungen sein. Natürlich haben wie ein Henne/Ei-Problem: ohne Sachspenden sind wir für Gemeinnützige uninteressant und auf der anderen Seite sind wir ohne Abnehmer mit Möbelbedarf für potentielle Spender uninteressant. Weshalb wir Sympathisanten als Mitstreiter und Multiplikatoren gewinnen wollen und an Kooperationen interessiert sind.

Woher stammen die Büromöbel? Wie können die Unternehmen ihre Büromöbel spenden?
Häufig erwerben Firmen bei einem Umzug oder einer Renovierung gleichzeitig neue Möbel und spenden uns dann die noch guten Altmöbel. Aber auch nach einem Personalabbau oder Insolvenz erhalten wir Möbel gespendet. Es kommt auch immer wieder vor, dass z.B. Besprechungsstühle und andere Büromöbel jahrelang eingelagert werden und die Besitzer, dann Kosten/Nutzen prüfen und als Ergebnis die Fläche räumen und die Möbel kostenfrei abgeben. Außerdem spenden Städte wie z.B. die Landeshauptstadt Wiesbaden (Hessen will CO2-Neutral werden) und manchmal Privatpersonen.

An wen werden die Büromöbel gespendet?
Im ersten Schritt vermitteln wir die Möbel exklusiv an soziale oder anerkannt gemeinnützige Einrichtungen. Weil aber die Altmöbelmenge die Nachfrage der Gemeinnützigen übersteigt, sprechen wir derzeit mit den wichtigen Marktteilnehmern was man Sinnvolles mit den übrigen Gebrauchtmöbeln tun sollte.

WeiterGeben, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Da wir schon jetzt Anfragen aus dem Ausland haben, ist es sehr wahrscheinlich, dass wir in 5 Jahren europaweit aufgestellt sind. Im Sinne der großen gemeinnützigen Einrichtungen haben diese dann vermutlich das System von WeiterGeben.org als zentrales Möbelbeschaffungssystem in deren Intranets integriert um so jährlich Millionenbeträge bei der Möbelbeschaffung einzusparen um diese besser für deren soziale Kernaufgaben nutzen zu können. Aber auch ein Möbelmiet-Angebot können wir uns vorstellen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
1. es macht keinen Sinn eine Idee bzw. ein Produkt zu planen ohne regelmäßige Gespräche mit der Zielgruppe über deren wirkliche Wünsche/Bedarf.
2. Es wird viel negative Kritik von Freunden und Bekannten geben, mach dir bewusst, dass die wenigsten dieser Ratschläge auf eigenen Erfahrungen beruhen. Aber rede mit möglichst vielen Leuten mit Themenbezug, denn Du wirst viele Kontakte in der Branche brauchen, baue ein Netzwerk auf.
3. Sei dir auch bewusst, dass 80% der Gründer pleite gehen und plane schon jetzt, dass im Falle einer Pleite, nicht deine Familie Schaden nimmt. Außerdem: verlasse dich niemals auf eine Finanzierung durch deine Hausbank oder einen Fördertopf, sondern Bootstrappe lieber und achte penibel auf minimale Ausgaben.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Daniela Roßner für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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