Der Kunde hat oberste Priorität

WaWision flexibles ERP-System mit eigenem App Store

Stellen Sie sich und das Startup WaWision doch kurz unseren Lesern vor!
Mein Name ist Benedikt Sauter und ich bin Gründer von WaWision. Wir haben ein flexibles ERP-/CRM-System mit eigenem App Store entwickelt, so dass jeder die passenden Module ergänzen kann. WaWision gibt es in vier verschiedenen Versionen, darunter eine kostenlose Open-Source-Lösung für Startups. Egal ob Zeiterfassung, Lagerverwaltung oder Anbindung an Online-Shopsysteme wie Shopware, Magento oder xtCommerce – WaWision lässt sich nahezu an jedes System anbinden. Und wenn nicht, entwickeln wir eine weitere Schnittstelle dafür.

Wie ist die Idee zu WaWision entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Wir sind ursprünglich als Hardware-Unternehmen gestartet. Wir haben eigene Produkte hergestellt und sie über einen Online-Shop verkauft. Um die aufwändige Warenwirtschaft zu überblicken, waren wir auf der Suche nach einem ERP-System, das alle Daten und Verwaltungsprozesse vereint. Das Problem: Es gab keins. Wir haben lange gesucht, aber es war kein System geeignet oder schlichtweg zu teuer für uns als Startup. Also haben wir selber ein Tool programmiert. Nach und nach fielen weitere Prozesse an, die mit dem System verbunden werden sollten. Nach insgesamt fünf Jahren Entwicklungs- und Optimierungsarbeit ist eine einfache Warenwirtschaftssoftware zu einem leistungsfähigen und flexiblen ERP-System herangewachsen: WaWision.

Warum haben Sie sich entschlossen ein Unternehmen zu gründen?
Nach meinem Studium habe ich zwei Wochen als Fachinformatiker mit Schwerpunkt Systemintegration in einem Konzern gearbeitet – und dann direkt gekündigt. Das war mir zu langweilig und anspruchslos. Mich haben schon immer die sogenannten Embedded Systems interessiert. Das sind Computersysteme, die in Geräte eingebettet werden und dort eine Steuerungsfunktion übernehmen. Wir haben in diesem Zusammenhang Hardware produziert. Aber unsere Kunden sind auf unser eigenes ERP-System aufmerksam geworden und wollten unsere Software kaufen – das war gar nicht geplant. Durch Empfehlungen hat sich WaWision sehr gut verkauft – seit 2015 sogar besser als die Hardware. Darum haben wir unser Geschäftsmodell noch mal komplett geändert, den Hardware-Betrieb eingestellt und ein Entwickler-Team für WaWision aufgebaut.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Die größte Herausforderung war im Jahr 2015, als wir uns überlegen mussten, welchen Weg wir einschlagen. Eigentlich waren wir ein Hardware-Unternehmen. Wir haben eine Software entwickelt, die sich von alleine so gut verkauft hat, dass wir damit mehr verdient haben wie mit unserem ursprünglichen Produkt. Das hat uns natürlich sehr überrascht. Wir haben dann einen harten Schnitt gemacht und alles auf Software-Entwicklung umgestellt. Wir mussten ein Entwickler- und Support-Team aufbauen, alle Geschäftsprozesse anpassen und uns überlegen, wie wir WaWision weiterentwickeln.

Wer ist die Zielgruppe von WaWision?
Vom Early-Bird-Startup über den etablierten Mittelständler bis hin zum Konzern decken wir alle Unternehmensgrößen ab. WaWision ist ein reines B2B-Produkt, das vor allem für Produktion und Handel interessant ist.

Welchen Service bieten Sie an?
Wir bieten unser ERP-System in vier Versionen mit unterschiedlichen Funktionen und Support-Leistungen an.

Wie funktioniert WaWision?
WaWision ist ein flexibles ERP-System mit eigenem App Store. Wir entwickeln das Angebot an Zusatzmodulen kontinuierlich weiter. Mittlerweile gibt es 50 Apps, aus denen Unternehmen ihr individuelles ERP-System /CRM-System zusammenstellen können. Die Benutzeroberfläche von WaWision stellen Unternehmen aus den verfügbaren Apps zusammen. Wer das System um individuelle Funktionen wie Ratenzahlungen, Vertriebscockpit oder Mahnwesen erweitern möchte, kann das passende Modul im WaWision-App Store dazukaufen. Auch die Anbindung zu Online-Shop-Systemen wie Magento, Shopware oder xtCommerce sind über den App Store möglich.

Welche Vorteile bietet WaWision?
Im Vergleich zu anderen Systemen ist WaWision extrem flexibel und wächst mit den Anforderungen mit. Für Startups launchen wir viermal im Jahr eine kostenlose Open-Source-Version, die die wichtigsten Funktionen beinhaltet. Wer mit der Professional-Version einsteigt, erhält das System einmalig für 595 Euro für fünf Nutzer und kann seine Software jederzeit individuell erweitern. WaWision läuft auf Windows, MacOS und Linux-Servern oder in der Cloud. Durch die Open-Source-Technologie kann im Endeffekt jeder auch seine eigene Schnittstelle programmieren.

Wie ist das Feedback?
Wir sind sehr zufrieden. Viele unserer Kunden empfehlen WaWision auch direkt weiter, wodurch wir die meisten unserer Neukunden generieren. Dass die persönliche Empfehlung in Zeiten der Digitalisierung und der unzähligen Online-Vergleiche noch so gut funktioniert, überrascht uns jeden Tag wieder.

WaWision, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Wir möchten WaWision ständig weiterentwickeln, um für alle Unternehmen die perfekte Lösung bieten zu können. Dafür stocken wir gerade das Entwickler- und Support-Team weiter auf. Unser großes Ziel ist es, auf eine Augenhöhe mit anderen namhaften Anbietern zu kommen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Führt früh genug ein ERP-System ein: Klar, dass ich das sage.
Aber für Startups, die im Bereich E-Commerce, Produktion und Handel unterwegs sind, kann ich nur dringend empfehlen, frühzeitig die Daten in ein zentrales System laufen zu lassen, um genau zu wissen, wie der aktuelle Stand ist.

Das Geschäftsmodell hinterfragen: Man entwickelt sich ständig weiter. Darum ist es wichtig, ab und zu auch mal inne zu halten und sich zu überlegen, ob der Weg noch richtig ist.

Der Kunde hat oberste Priorität: Eure Kunden sind das wichtigste für euch und müssen zuerst bedient werden – egal ob Lieferanten, Events oder Administration anstehen.

Fotograf : Christian Ziegler

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Benedikt Sauter für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer ist 39 Jahre jung, Gründerin und leitende Redakteurin der StartupValleyNews. Ihre Karriere startete sie in verschiedenen internationalen Direktvertriebsunternehmen. Seit 2007 ist sie hauptberuflich als Journalistin tätig. Während dieser Zeit lernte sie die Startup-Szene kennen und schätzen, was Sie dazu bewogen hat mit StartupValleyNews ein internationales Startup Magazin aufzubauen!

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