Freitag, August 12, 2022

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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

waterdrop Microdrink: Würfel der einfaches Leitungswasser im Handumdrehen mit jeder Menge fruchtigem Geschmack und hochwertigen Vitaminen versieht.

Stellen Sie sich und das Startup waterdrop doch kurz unseren Lesern vor!

Waterdrop ist ein schnell wachsendes E-Commerce Unternehmen. Die Mission von waterdrop besteht darin, Menschen zu helfen, mehr Wasser zu trinken, dabei gleichzeitig den Verbrauch von Plastik und CO2 zu reduzieren.

Das Hauptprodukt waterdrop ist der weltweit erste Microdrink: Ein kleiner Würfel voller wertvoller Extrakte, der in jeden Flaschenhals passt und einfaches Leitungswasser im Handumdrehen mit jeder Menge fruchtigem Geschmack und hochwertigen Vitaminen versieht. 

Waterdrops sind mit ihrer Würfelform kompakt, leicht und damit einfach transportierbar. Sie benötigen weniger Lagerplatz auf dem Transportweg und können umweltfreundlich versendet werden. So spart waterdrop im Vergleich zu herkömmlich abgefüllten Getränken 98 % Kunststoff und CO2.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Ich hatte schon immer eine Passion zum Getränkemarkt, da ich leidenschaftlicher Wassertrinker bin und ich immer fasziniert davon war, wie sich so eine große Industrie über Dekaden nicht verändert hat. Ich war immer schon überzeugt, dass ich mal selbst gründen werde. Als ich dann in Singapur 2015 die Idee hatte, wie ich den Getränkemarkt nachhaltig verändern könnte, habe ich meinen Mut gefasst und mich “literally” ins kalte Wasser gestürzt.

Die Getränkebranche hat nämlich zwei große Probleme: CO2 und Plastik. Mit der festen Überzeugung, dass es einen klügeren Weg geben muss, als Flüssigkeiten mit Zucker und Konservierungsstoffen zu versehen, sie in Plastikflaschen zu stecken und quer durch die Welt zu fahren, habe ich zunächst allein und später mithilfe von Christoph Hermann und meinem Bruder Henry Murray in 2,5 Jahren intensiver Forschung den ersten waterdrop Microdrink auf den Markt gebracht.

Welche Vision steckt hinter waterdrop?

Zum einen wollen wir die Getränkeindustrie aus dem Dornröschenschlaf aufwecken, weil das Abfüllen und Transportieren zuckerhaltiger Getränke und von Wasser in Plastikflaschen einfach veraltet ist. Wir wollen dazu beitragen, dass Menschen – egal wo auf der Welt – Zugang zu gereinigtem Leitungswasser haben und sich dann “at point of consumption” ihre eigenen Getränke machen oder eben nur Wasser trinken. In meiner Welt gibt es keinen Grund mehr, irgendetwas abzufüllen und durch die Gegend zu fahren.

Zum Anderen geht es uns darum, die Gesundheit der Menschen zu verbessern. Der Mensch besteht zu 60 % aus Wasser, jede Zelle ist davon abhängig. Eine ausreichende Menge Wasser zu trinken hilft, einen gesunden Körper und Geist zu erhalten. Wir möchten Menschen dazu inspirieren und ihnen helfen mehr Wasser zu trinken und auf die vielen zuckerhaltigen Getränke zu verzichten, um ein gesünderes Leben zu führen. 

Dann wollen wir auch einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, dass sich die enormen CO2 Belastungen und Plastikverbrauch der Getränkeindustrie verringern. Zusätzlich arbeiten wir, neben unseren eigenen Einsparungseffekten, auch aktiv mit NGOs zusammen und werden das in Zukunft noch viel stärker tun. Gemeinsam mit unserem Partner Plastic Bank sammeln wir zum Beispiel für jede verkaufte Packung waterdrop, eine Plastikflasche aus der Umwelt wieder ein. Das ist nicht nur 4-mal mehr Plastik, als die eigene Verpackung benötigt, sondern schafft auch neue Arbeitsplätze.                                                     

Sie waren 2018 in der Höhle der Löwen, wie hat die Sendung ihr Business verändert?

Die mediale Aufmerksamkeit, die wir durch die Ausstrahlung erhalten haben, war natürlich enorm und ein echter push der Bekanntheit. Dadurch kannten uns auf einmal Millionen Menschen in Deutschland und die Server liefen nach dem TV-Auftritt heiß. Wir hatten in den ersten 24 Stunden nach Ausstrahlung 30.000 neue Kunden in Deutschland! Zudem konnten wir mit Dagmar Wöhrl eine erfahrene Löwin für unseren Investorenkreis sichern. 

Wie ging es nachdem Investment von Dagmar Wöhrl weiter?

Seit der Höhle der Löwen Show in 2018 ist einiges passiert. waterdrop gibt es mittlerweile in über 10 Ländern, wir haben 15 Geschäfte auf der Welt und insgesamt über eine Million Kunden. Wir sind eins der wenigen europäischen Produkte, die erfolgreich in den USA gelauncht sind und haben mittlerweile auch einige neue Investoren an Board. Trotz der schwierigen Situation in der Welt konnten wir 2020 über 40 Millionen € Umsatz machen und planen für 2021 eine Verdopplung dessen. Wir haben schon immer hart gearbeitet und sind wirklich stolz auf die bisherige Entwicklung von waterdrop.

Würden Sie Startups und Gründern den Weg in die Höhle der Löwen empfehlen?

Die Teilnahme bei der Höhle der Löwen ist keine Erfolgsgarantie. Ich würde Gründern eher raten, Geschäftsmodelle zu bauen, die neu und revolutionär sind sowie einen wirklichen Impact haben. Sollte sich die Chance für eine Show-Teilnahme ergeben und das Produkt für den Massenmarkt ausgelegt sein, dann “go for it!”, aber ich würde niemandem empfehlen nur darauf hinzuarbeiten. DHDL sollte als Sauerstoff für das Feuer gesehen werden, das Feuer muss aber schon vorher da sein.

Wie viele Sorten gibt es zum jetzigen Zeitpunkt? 

10 Microdrinks, darunter fruchtige, Kräuternoten oder mit Koffein. Da Geschmäcker bekanntlich verschieden sind, haben wir uns bewusst breit aufgestellt, damit jeder seine Lieblingssorte finden kann. Seit Herbst 2020 ergänzen die Microteas, die heiß getrunken werden, in vier Sorten das Sortiment. Eine Vielzahl von Accessoires, wie Flaschen, Strohhalme oder die Signature Gläser runden unser Angebot ab und machen täglich Lust, mehr Wasser zu trinken.

waterdrop, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Aktuell gibt es waterdrop in über 10 Ländern und wir sind gerade erfolgreich in den USA gestartet. In fünf Jahren sind wir global aufgestellt und haben neben Wien auch in Paris, den USA und Singapur ein Büro. Außerdem wird sich unsere Produktpalette stark um sehr spannende Produkte erweitern, die wir in den nächsten 1-2 Jahren auf den Markt bringen. Ich kann noch nicht zu viel verraten aber die Themen “Drink-tech” und auch Lösungen für verunreinigtes Leitungswasser stehen auf der Agenda. Die Mission wird aber immer die gleiche bleiben: Alles, was wir tun zahlt darauf ein, dass wir unseren Kunden helfen mehr Wasser zu trinken und somit mehr für die Umwelt sowie auch für die individuelle Gesundheit zu tun.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Lass dich nicht von dem häufig zur Schau gestellten “Entrepreneur life” blenden. Unternehmertum ist nicht abends mit einem Bier am Kicker stehen, sondern vor allem smarte Ideen und schnelle Umsetzung. Die Erfolgswahrscheinlichkeit ist extrem gering und man sieht nur die Gewinner. Ich sag immer, ein Unternehmen zu gründen ist das irrationalste, frustrierendste und anstrengendste, was man tun kann – es ist aber auch das erfüllendste, spaßigste und sinnvollste. Also choose wisely!

Weiteres würde ich mir nicht zu viel aus den ganzen Tipps & Tricks Weisheiten geben, die man so hört. Die einzige Person, auf die man hören muss, ist man selbst. In guten Zeiten wird nämlich jeder dabei gewesen sein und es “eh schon immer gewusst haben”, in schlechten ist man alleine. Das ist die Realität.

Ich würde mich abschließend schon intensiv mit 4 Fragen auseinandersetzen, zumindest für diese würde ich persönlich eine klare Antwort oder ein deutliches Ja erwarten bevor ich den Schritt wage:

a) Hand aufs Herz, ist meine Idee wirklich innovativ und kann ich klarstellen, warum ich gänzlich anders bin – der klassische USP oder wie Peter Thiel sagt “is it 10x better”?

b) Ist der Markt auch groß genug, um daraus eine große Firma zu bauen? Gerade Europäer denken hier oft zu klein oder zu naiv.

c) Brenne ich wirklich voll dafür und bin ich bereit einige Jahre meines Lebens ohne Bezahlung ohne Sicherheit auf Erfolg darauf zu setzen? Rationale Gründungen mit Sicherheitsnetz und Plan B sind oft kontraproduktiv, da man in jedem Fall auf der Achterbahn auch mal unten ist.

d) Habe ich das richtige Team, um zu starten?

Wir bedanken uns bei Martin Murray für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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