Wer spricht gewinnt!

Große und etablierte Unternehmen haben prall gefüllte Abteilungen mit gut bezahlten Kommunikationsexperten, die sich um die interne und externe Kommunikation des Unternehmens kümmern. In einem Startup sind die Ideen groß, doch die Hierarchien klein.  Aus meiner Erfahrung lohnt es sich aber zumindest über die Wahl einer Person nachzudenken, die im Falle einer Presseanfrage eines Nachrichtenmagazins oder des Lokalfernsehens für das Unternehmen spricht. Drei Fragestellungen sind wichtig, um diese Entscheidung treffen zu können.

 

Welche Rolle übernimmt der Pressesprecher?

Die Person und die Arbeit des Pressesprechers entscheiden über Erfolg oder Misserfolg Ihres Unternehmens. Also schadet es nicht, diese Person mit Bedacht auszuwählen und drei Gedanken mehr auf das Thema zu verwenden.

 

Der Pressesprecher ist das Gesicht des Unternehmens in der Öffentlichkeit und ist entscheidend für die Meinung, die sich die Öffentlichkeit vom Unternehmen bildet. Der Sprecher ist Teil eines internen und externen Netzwerks, das er pflegt, und somit mit allen für das Unternehmen relevanten Kontakten in Verbindung bleibt. Die Bedürfnisse der Journalisten und Meinungsbildner zu kennen und zu bedienen ist dabei maßgeblich für den Erfolg.

 

Also überlegen Sie sich, wer diese Rolle in Ihrem Startup übernehmen kann. Und egal ob sie sprechen oder nicht, Ihr Gegenüber bildet sich immer seine Meinung. So ist es immer besser, durch eine aktive Kommunikation das Geschehen zu steuern und die Reputation Ihres Unternehmens gezielt mitzubestimmen.

 

Was macht einen guten Pressesprecher aus?

In erster Linie muss ein Pressesprecher Spaß an der Kommunikation und dem Umgang mit vielen verschiedenen Menschen haben. Neben einem großen externen Netzwerk sollte er auch intern gut vernetzt sein. Nur so weiß er, was im Unternehmen passiert, kann souverän nach innen und außen agieren.

 

Ein MUSS ist der sichere Umgang mit der Sprache. Denn als Pressesprecher haben Sie sowohl Experten Ihrer Branche als auch Praktikanten der Redaktion vor der Nase. Die einen sind Wissenschaftler oder Intellektuelle, die anderen sind Sportredakteure, die keine Ahnung von der Materie haben und doch mit einem Beitrag, Bild und Bildunterschrift in die Redaktion zurückkehren müssen.

 

Die dritte Eigenschaft: Nicht aus der Ruhe zu bringen. Denn der Sprecher steckt im Zweifelsfall auch mal in brenzligen Situationen oder steht einem unnachgiebigen Journalisten gegenüber, der sich mit einer oberflächlichen Antwort nicht abspeisen lässt.

 

Was braucht ein Pressesprecher, um erfolgreich für Ihr Startup zu sein?

Neben der Information und dem Netzwerk ist das Wichtigste, dass die Person die volle Rückendeckung der Geschäftsleitung oder des Vorstandes bzw. der Inhaber hat. Aber auch das Vertrauen genießt, Entscheidungen frühzeitig zu kennen, um sich perfekt vorzubereiten und souverän im Falle von Reaktionen von außen oder der Mitarbeiter vorbereitet zu sein.

 

Kurze Wege sind hier immer hilfreich. Eine Stabsfunktion unter der Geschäftsleitung oder Vorstand ist daher sinnvoll und wahrt die Unabhängigkeit. Bei einer Ansiedelung im Marketing wird die Funktion gern mal zu Verkaufszwecken benutzt begleitet mit dem Satz „Platziere mal den Artikel in den Magazinen.“

 

Zu guter Letzt braucht er eine Struktur für seine Arbeit:

·         einen Kommunikationsplan für das Jahr, in dem alle Ereignisse einfließen, die für alle Bereiche des Unternehmens relevant und kommunizierbar sind.

·         Redaktion, Foto, Film für online/offline für interne/externe Kommunikation

·         Netzwerk und Zeit für die Netzwerkpflege

·         Online- und Offline-Medienbeobachtung zur Analyse der eigenen Arbeit

 

Fazit:

Ich bin der Meinung, dass man fast alles lernen kann. Spaß an Kommunikation und Verantwortungsbewusstsein und ein Gespür für die richtigen Worte im richtigen Moment sind allerdings Veranlagungen, die man in keinem Lehrbuch findet.

Wenn also der auserkorene Sprecher keine Lust auf die Kommunikation mit Menschen hat, nicht gern repräsentiert und sich im Norweger-Pulli in seinem Büro verschanzt, wird es schwer die Kommunikationsziele Ihres Startups zu realisieren. Schauen Sie also genau hin!

Bildquelle Pixabay.com

Annett Oeding

Annett Oeding berät seit 22 Jahren Geschäftsführer und Vorstände in Kommunikationsfragen. Sie leitete Kommunikationsabteilungen von Konzernen und arbeitete als Pressesprecherin. 2013 gründete sie ihre eigene Strategieberatung für Kommunikation AOSK und unterstützt neben etablierten Unternehmen immer mehr Startups, die sie in unterschiedlichen Phasen kommunikativ berät, trainiert, coacht und begleitet. Alle Informationen finden Sie auch auf http://aosk.de/

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