Die Kraft aus dem Maschinenraum

Wie sie die interne Kommunikation nutzen, die Unternehmenskultur formen und damit den Erfolg beeinflussen.

Aus meiner Erfahrung sind Startups gern auf ihr Produkt oder ihre Dienstleistung fokussiert. Sie motivieren in den ersten Schritten ihre Mitarbeiter oder Mitstreiter durch viel Euphorie und die Idee. Doch was passiert, wenn das Unternehmen wächst, die Anzahl der Mitarbeiter steigt und die Kommunikation zwischen Gründer und Mitarbeiter aufgrund der gestiegenen Aufgabenmenge weniger wird? In diesem Fall muss eine Informationsstruktur her, die die interne Information zu den Mitarbeitern sichert aber auch signalisiert, dass die Meinung, Einstellung, Feedback und Gefühl des Einzelnen weiterhin wichtig sind.

Was bringt die interne Kommunikation?

Die interne Kommunikation erfüllt unterschiedliche Aufgaben. In erster Linie sind es Führung und Kommunikation. Die interne Kommunikation beeinflusst das Verhalten und die Kommunikationsfähigkeit Ihrer Mitarbeiter, trägt so zur Identifikation bei und steigert die Motivation, weil sich jeder Mitarbeiter integriert und wahrgenommen fühlt. Drei Ziele können mit der internen Kommunikation erreicht werden:

• Wahrnehmungsziele erreichen Sie, durch eine optimale Organisation des Informations- und Kommunikationsflusses in Ihrem Startup – fürden Einzelnen aber auch die Gruppe. Beispiele: das Intranet mit einem Newsticker (Microblogging), ein Newsletter, eine Mitarbeiterzeitschrift oder Rundschreiben.
• Einstellungsziele erreichen Sie, indem Sie nah an den Menschen sind. Kopf& Herz werden positiv beeinflusstund Vorteile, aber auch persönliche und sachliche Risiken kommuniziert. Beispielemit direktem und persönlichen Austausch, z. B. Gespräche (Einzel, Team), Blogs, Foren oder Communities.
• Verhaltensziele erreichen Sie, indem Sie Ihre Mitarbeitermit der notwendigen Vernetzung und Beteiligung aktivieren, wie z.B. Team- oder Teamübergreifende Workshops oder Social-Media-Apps.

Wie kann jeder erfolgreich intern kommunizieren?

Wer sich einige Grundsätze passend zu seinem Unternehmen überlegt, wird die Kraft der internen Kommunikation zum Erfolg seines Startups einsetzen können. Und dabei geht es nicht immer darum, das neueste Chat-Tool einzusetzen, sondern sinnvoll Instrumente und Maßnahmen zu nutzen, um die Mitarbeiter auf Ihrem Weg mitzunehmen. Diese grundsätzlichen Überlegungen sind:

1. Corporate Identity:
Passt die Art, der Weg, das Instrument zu Ihrer Corporate Identity?

2. Instrument:
Welches Instrument ist das richtige, um meine Neuigkeit zu vermitteln?

3. Häufigkeit:
Ist es eine einmalige Nachricht oder eine regelmäßige Information?

4. Schnelligkeit:
Wie schnell erreichen die Informationen die internen Zielgruppen? (z.B. im Krisenfall)

5. Akzeptanz:
Wird das Instrument von den internen Zielgruppen akzeptiert?

6. Wertschätzung:
Ist das Instrument angemessen gewählt, sodass die Wertschätzung des einzelnen Mitarbeiters vermittelt wird.

Mitarbeiter – first!

Grundsätzlich gilt in der Unternehmenskommunikation, dass die Mitarbeiter von gravierenden Neuigkeiten mit positivem oder negativem Einfluss auf das Unternehmen zu erst erfahren müssen. Dabei ist sorgfältig zu überprüfen, ob das was mitgeteilt werden soll, nachvollziehbar für jeden Empfänger erklärt und dargestellt ist.

Welche Instrumente stehen zur Verfügung?

Der Mix der Instrumente bestimmt den Erfolg genauso wie der Inhalt selbst. Im Detail sind es zwei Arten der Instrument, die Sie einsetzen können:

• Informationsinstrumente:
a) Informationen fließen in eine Richtung innerhalb einer bekannten Infrastruktur. Es sind die Mitarbeiterzeitschrift, der Kummerkasten oder der Newsletter.Diese Instrumente sind Teil einer Toolbox und helfen regelmäßig Informationen zu vermitteln.
b) Themen- oder anlassbezogene Kommunikation: Zu bestimmten Anlässen werden Informationen in eine Richtung ermittelt, wie z.B. eine Broschüre mit den Grundsätzen der neuen Vertriebsstrategie oder Infoplakate mit einem Aufruf zum betrieblichen Gesundheitscheck.
• Dialoginstrumente:
c) Mit bewährten Instrumenten in bekannter Infrastruktur findet ein Meinungsaustausch statt, wie z.B. Mitarbeiter- oder Teamgespräche, Betriebsversammlungen, Austausch über das Social Intranet.
d) Dialog mit Themen- oder anlassbezogener Kommunikation: Hier wird zu bestimmten Anlässen ein direkter Meinungsaustausch gefördert. Beispiele: ein Neujahrsempfang, ein Kick-Off-Meeting oder eine Hausmesse zur unternehmensweiten Einführung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements.

Fazit
In erster Linie sichern Sie mit der internen Kommunikation das Erfolgspotenziale Ihres Startups. Dabei brechen Sie Unternehmensziele auf Wahrnehmungs-, Verständnis- und Identifikationsbeiträge herunter und bauen so Motivation auf- und Widerstände ab.Sie können also ad hoc oder regelmäßig informieren, bilden und emotionalisieren.
Überlegen Sie also, ob Sie in Ihrem Startup das Mindestmaß erfüllen oder die Begeisterung für Ihre Sache auch durch eine passende interne Kommunikation gesteigert werden können.

Foto: © Robert Kneschke – Fotolia.com

Annett Oeding

Annett Oeding berät seit 22 Jahren Geschäftsführer und Vorstände in Kommunikationsfragen. Sie leitete Kommunikationsabteilungen von Konzernen und arbeitete als Pressesprecherin. 2013 gründete sie ihre eigene Strategieberatung für Kommunikation AOSK und unterstützt neben etablierten Unternehmen immer mehr Startups, die sie in unterschiedlichen Phasen kommunikativ berät, trainiert, coacht und begleitet. Alle Informationen finden Sie auch auf http://aosk.de/

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