Was tun, wenn es brennt?

Viele Startups machen sich in erster Linie Gedanken um den Idealfall in der Kommunikation. Dieser Optimismus ist gut, doch wie jeder Erwachsene weiß, muss ein verantwortungsvoller Unternehmer auch über die weniger schönen Seiten nachdenken. Ich verfolge den Grundsatz „be prepared“ und dass schon seit 20 Jahren. So kann einen wenig überraschen und der Unternehmer oder Unternehmenssprecher erhält sich die Schlagfertigkeit und sein Selbstbewusstsein.

Doch wie kann sich ein Startup vorbereiten?

Hier nun meine Punkte, mit denen es gelingt:
1. Fertigen Sie Ihre eigene Riskmap an. Das ist eine Matrix, in der Sie die möglichen Risiken benennen und beurteilen, wie wahrscheinlich diese eintreten. Das heißt: wahrscheinlich oder weniger wahrscheinlich. Jetzt haben Sie eine Prioritätenliste der Themen, mit denen Sie sich zur Vermeidung von kommunikativen Risiken beschäftigen müssen.

2. Definieren Sie – abgeleitet von der Riskmap – die Personen, die im Falle eines Eintretens des Krisenfalls sofort zusammengeholt werden müssen und als Krisenstab die Koordination der Krise übernehmen. Stellen Sie sicher, dass alle Handynummern gesammelt sind und das zwei Personen aus dieser Gruppe im Fall der Krise alle zusammen rufen dürfen.

3. Nur eine einzige Person aus der Gruppe ist im Falle der Krise der Sprecher. Nur diese Person wird sich äußern und Statements abgeben. Diese Person kann Teil des Krisenstabs sein, muss sie aber nicht.

4. Abgeleitet von der Riskmap, sollten Sie und der Krisenstab die Abläufe im Unternehmen genau kennen, denn von Ihnen wird im Krisenfall eine Lösung erwartet.

5. Bereiten Sie sich und die Mitarbeiter mit Kundenkontakt vor. Formulieren Sie saubere Sprachregelungen für die unter Punkt 1 definierten Risiken. Ziel ist, dass alle wissen, was zu tun ist. So erhält der Pförtner und der Außendienstmitarbeiter eine klare Anweisung. Jede Anfrage landet im Krisenfall im Krisenstab und wird vom definierten Sprecher beantwortet. Das gibt Sicherheit und verhindert eigenmächtige, unabgestimmte und gern mal schädliche Alleingänge von „Rampenlicht“-Suchern.

6. In Friedens- und in Krisenzeiten sollte jedes Unternehmen über eine Online- und Offline-Medienbeobachtung verfügen. Sie hilft vor allem in Krisenzeiten Stimmungen, Tendenzen zu erkennen und rechtzeitig zu reagieren.

7. Wie bei allen brenzligen Situationen kann und muss man sich auf die Krise vorbereiten. Es lohnt sich für jedes Unternehmen, in jedem Stadium der Unternehmensgeschichte auch die Krise regelmäßig zu üben, um im Bedarfsfall sicher und schadenfrei aus der Situation heraus zu kommen.

8. Das Krisenhandbuch ist in der Krise ein zentrales Werk, dass Telefonlisten, Sprachregelungen, Abläufe und den Krisenstab definiert. Es hilft als roter Faden, wenn es mal hektisch wird.

Warum ist Kommunikation in der Krise wichtig?

Man sagt zu Recht, dass die Krisenkommunikation die Königsdisziplin der Unternehmenskommunikation ist. Hier laufen alle Fäden zusammen und der Erfolg oder Misserfolg hat Auswirkungen auf die Reputation und den Unternehmenswert. Alles hängt von der Reaktionsgeschwindigkeit, dem Engagement und der Qualität der Kommunikation in Krisenzeiten ab. Die Kommunikation in der Krise lebt von einer durchdachten und präzisen Vorbereitung, nur dann können Sie das Potential der Situation zum Positiven nutzen.

Fazit:
Also bereiten Sie sich allein oder mit der Unterstützung einer erfahrenen PR-Agentur vor. So brillieren Sie souverän in schwierigen Situationen zum Wohl Ihres Unternehmens!

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Annett Oeding

Annett Oeding berät seit 22 Jahren Geschäftsführer und Vorstände in Kommunikationsfragen. Sie leitete Kommunikationsabteilungen von Konzernen und arbeitete als Pressesprecherin. 2013 gründete sie ihre eigene Strategieberatung für Kommunikation AOSK und unterstützt neben etablierten Unternehmen immer mehr Startups, die sie in unterschiedlichen Phasen kommunikativ berät, trainiert, coacht und begleitet. Alle Informationen finden Sie auch auf http://aosk.de/