Den „War of Talents“ durch Feelgood Management gewinnen

Neue Fachkräfte gewinnen und bestehende Mitarbeiter binden: Wie das mit Hilfe von Feelgood Maßnahmen gelingen kann.

Kommen wir kurz zur Theorie, bevor es spannend wird. Der Begriff „War of Talents“ wurde bereits vor über 20 Jahren durch eine Studie der Unternehmensberatung McKinsey & Company geprägt und ist heute auf dem deutschen Arbeitsmarkt so aktuell wie nie. Die Gründe dafür sind vielschichtig.

Einer dieser Gründe ist der demographische Wandel. Durch geburtenarme Jahrgänge in den letzten Jahrzehnten gibt es weniger Fachkräfte auf dem Markt. Hinzu kommen neue Generationen mit anderen Werten und Ansprüchen. Mit diesem Wertewandel geht auch ein zunehmend globalisierter Wettbewerb einher, denn die neuen Fachkräfte der Generationen Y und Z sind offener, für attraktive Jobs auch ins Ausland zu gehen. Somit buhlen deutsche Unternehmen nicht nur mit inländischer, sondern auch mit ausländischer Konkurrenz um ihre Fachkräfte. 

Um attraktiv und wettbewerbsfähig zu bleiben, bedarf es zeitgemäßer Interventionen. Eine sehr vielversprechende ist:  Die Etablierung von Feelgood Management.

Was ist Feelgood Management und was bringt es Ihrem Unternehmen? Ganz grob gesagt ist es Aufgabe des Feelgood Managements, eine bestmögliche Arbeitsatmosphäre zu schaffen und die Motivation der Mitarbeiter dauerhaft zu beleben.

Reicht denn unser Yoga Angebot, das kostenlose Müsli und der Gaming Room nicht aus? NEIN!

Um nachhaltig spürbare Ergebnisse und Erfolge zu erzielen, bedarf es immer ein wenig mehr, als die Arbeitgeber-Konkurrenz zu bieten hat. Und nicht nur das. Die Bedürfnisse der Mitarbeiter abzufragen und daraus konkrete Feelgood Maßnahmen abzuleiten, ist zu einer betriebswirtschaftlichen Notwendigkeit geworden. Die Maßnahmen können sich je nach Ergebnis der Umfrage und Zielsetzung der Führungskräfte über alle Bereiche des Unternehmens erstrecken. Angefangen bei Personalentwicklung und Gesundheitsförderung bis hin zu einer ganzheitlichen Feelgood Unternehmenskultur mit Freizeitangeboten.

Wer schwerfällig auf die Anforderungen der neuen Generationen reagiert, wird es zukünftig schwer haben. 

Wer motivierte Mitarbeiter finden und behalten möchte, muss sich auf neue Benefits einstellen. Das ist nicht immer leicht, gerade für junge, schnell wachsende Startups, die darauf angewiesen sind, dass jeder Mitarbeiter seine volle Zeit investiert. Und doch reicht es nicht mehr aus, sich auf einen, im besten Fall, coolen und dynamischen Ruf zu beziehen oder mit kreativen Tätigkeiten zu locken. Gerade junge Nachwuchskräfte wünschen sich mehr Zeit für Freunde und Familie, flexible Arbeitszeitmodelle, attraktive Weiterbildungsmöglichkeiten und eine ausgewogene Work-Life-Balance. Im Feelgood Management geht es darum, Mitarbeiter bedürfnisorientiert zu führen. Es geht nicht um Kuschelkurs oder Holokratie.

Win – Win Situationen schaffen. Ganz selbstlos ist die Intention, Feelgood Management einzuführen, natürlich nicht. 

Zufriedene und hochmotivierte Mitarbeiter  leisten produktive Ergebnisse. Sie können sich besser auf Ihre Aufgaben konzentrieren und fühlen sich weniger veranlasst, ihre Unzufriedenheit mit anderen Kollegen zu besprechen. Daraus ergibt sich eine Aufwärtsspirale: Glückliche Mitarbeiter sind viel weniger anfällig, sich von notorisch unzufriedenen Kollegen beeinflussen zu lassen. Dem immer schlecht gelaunten Muffi Schlumpf wird es also nicht mehr gelingen, die Grundstimmung des gesamten Teams zu kontaminieren. Den Bedürfnissen der eigenen Angestellten mehr Beachtung zu schenken, hat einen weiteren, sehr wichtigen Effekt. Zufriedenheit und Motivation sorgen für Loyalität. Das bedeutet, dass die Bindung dieser Mitarbeiter an das Unternehmen enorm steigt und Kündigungen oder krankheitsbedingte Ausfälle sinken.

Für wen ist Feelgood Management geeignet?

Für alle Unternehmen, deren Führungskräfte mit Pioniergeist vorangehen, ein Gespür für Menschen und Mut zur Veränderung haben. Und für diejenigen, die Entscheidungen treffen (dürfen), etwas bewegen möchten und verstehen, dass es stetiger Weiterentwicklung bedarf, um zu wachsen. Der ständige Wandel in der Arbeitswelt bringt  Unternehmen immer wieder ins Wanken und da hilft es nicht einfach stehen zu bleiben.

»In einem wankenden Schiff fällt um, wer stillsteht und sich nicht bewegt.« (Ludwig Börne)

Die Unternehmensführung gibt dabei den Kurs an, jedoch die Mannschaft muss das Schiff auf Kurs halten können. Wenn immer wieder korrigiert und eingegriffen werden muss, weil niemand den Kurs kennt, kostet das wertvolle Energien und Reserven. Dafür müssen alle als Team zusammenarbeiten, und das unter besten Voraussetzungen. Ist einer der Mitarbeiter seekrank, hilft es nicht, ihn oben am Mast zu positionieren. Finden Sie die optimalen Bedingungen für jeden Einzelnen und Ihr Schiff segelt fast allein.

Feelgood Management als Recruitinginstrument

Jeder Angestellte, der sich mit seinem Unternehmen identifiziert und morgens glücklich zur Arbeit kommt, ist ein unbezahlbarer Influencer für Arbeitgeber. Durch gut geführtes Employer Branding werden eben genau diese Mitarbeiter zum wichtigsten Erfolgsfaktor im Recruiting. So können regelmäßig stattfindende Grillabende, das Sommerfest, die Jahresauftaktsveranstaltung oder ein interessant gestalteter Onboarding Tag durch geteilte Fotos von glücklichen Kollegen in den sozialen Medien zu Selbstläufern im Recruitingprozess werden. 

Wie Startups es schaffen, einen unvergleichlichen Teamspirit zu etablieren, damit  sich jeder einzelne Angestellte mit dem Unternehmen identifiziert, können Sie in der nächsten Print Ausgabe (erscheint am 25.10.2019 im Handel) nachlesen.

Autor:

Annelie Alexandru, geboren und aufgewachsen in Berlin, wo sie auch heute noch mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern lebt und arbeitet. Nach über elf Jahren als Projektleiterin in der freien Wirtschaft machte sie sich 2016 als Business- und Life Coach selbständig. Heute arbeitet sie als Expertin für Feelgood Management in Startups und Traditionsunternehmen, die für eine bessere Wettbewerbsfähigkeit ihre Unternehmenskultur auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter ausrichten möchten.

Annelie Alexandru ist Mitglied im DFC (Deutscher Fachverband für Coaching), coacht Führungskräfte sowie deren Mitarbeiter und schafft somit optimale Arbeitsbedingungen und ein verbessertes Arbeitgeberimage. https://feelgood-expertin.de

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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