Sprecht mit möglichst vielen Menschen über die Idee

Die Mission von waays ist, Sportliches-Know-How an einem Ort zu bündeln und dieses Wissen allen Sportlern zugänglich zu machen

Stellen Sie sich und das Startup waays doch kurz unseren Lesern vor!
Wir sind Philipp Deslandes und Michael Hiller aus Stuttgart bzw. Tübingen und haben waays, einen Marktplatz für Sportwissen gegründet. Waays, abgeleitet vom engl. pl. „Wege“ vereinnahmt den Crowd-Gedanken und die Mitwirkungsmöglichkeit „der Masse“, bekannt z.B. durch das Crowdfunding, und wendet ihn auf Weiterbildung an.

In einem Satz: waays bündelt sportliches Know-How an einem Ort und macht dieses Wissen allen zugänglich. Es bietet ein Geschäftsfeld, in dem jeder sein Wissen vermarkten kann.

Wie ist die Idee zu waays entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Philipp: Auslöser für die Idee war im Wesentlichen die Situation in der sich meine Partnerin, eine ausgebildete Fitnesstrainerin spezialisiert auf Schwangerschaftsrückbildung, vor etwa 1,5 Jahren befand.

Trotz ihres hohen Spezialisierungsgrades blieb ihr aufgrund des überschaubaren lokalen Marktes für Ihr Wissen nichts anderes übrig, als in einem Fitnessstudio als normale Trainerin anzufangen. Ein eigener Internetauftritt mit persönlichen Coachings um eine höhere Reichweite zu bekommen wäre theoretisch eine Option gewesen, aber ohne besondere Kenntnisse in Webprogrammierung oder Rechnungswesen erschien es ihr maximal schwierig bis unmöglich, über ein Hobby hinausgehend eine eigene Existenz auf diesem Wissen aufzubauen.

Also entschied sie sich dazu eigentlich genau das nicht zu tun, was sie begeistert und bewegt: neuen Müttern nach der Schwangerschaft mit gezielter Beratung in Ernährung und körperlichem Training zu helfen, eine schnellstmögliche Rückbildung der durch die Schwangerschaft in Anspruch genommenen Muskeln zu ermöglichen.

Das fand ich persönlich sehr schade und dachte mir nur „wie viele Menschen lassen heute ihr Wissen noch ungenutzt, weil der Markt ihnen Einstiegshürden in den Weg stellt?“ Nach vielen Gesprächen mit Trainern, Sportlern und YouTubern sind wir heute überzeugt, dass gerade im Sportbereich jeder (von Hausmann bis Goldmedalliengewinnerin)

a) irgendetwas sehr gut kann, oder zumindest jemanden kennt, der über ein Minimum an Wissen, Talent und/oder Können in einem Bereich (und sei er noch so verrückt wie Slackline-Frisbee) verfügt, dass es wert wäre an andere Leute weiterzugeben – und
b) auch bei sich selbst Themen findet, in welchen man gerne besser sein würde

Jeder ist Lehrer und Schüler gleichzeitig – klingt zu philosophisch? Fanden wir auch – daher nennen wir es „CrowdCoaching“.
Jetzt galt es nur noch einen Weg zu finden, wie man die Menschen dazu befähigt. Als Lösung für dieses Szenario wurde waays geboren.

Zusammengefunden haben wir uns übrigens in meinem ersten Unternehmen. Michael absolvierte hier ein Praktikum im Influencermarketing. Jedoch war er kein klassischer Praktikant – er realisierte drei große internationale Influencer-Akquisen quasi „nebenher“ und zeigte ein unglaubliches Maß an Eigeninitative und Kreativität. Genau das suchte ich als Geschäftspartner.
Wir stellten also recht schnell fest, dass wir eine gemeinsame Sprache sprechen und uns perfekt ergänzen. Früh bezog ich ihn in die Idee ein und nach meinem erfolgreichen Exit aus dem alten Unternehmen starteten wir direkt das Neue.

Michael: Wie Philipp bereits erwähnt hat, haben wir uns durch sein erstes Unternehmen kennengelernt. Angefangen hat das Ganze durch meine Affinität zu Fitness und Sport allgemein. Da ich momentan noch die meiste Zeit studiumsbedingt in London wohne und dort ein gewisses Netzwerk aufbauen konnte, entstand durch Eigeninitiative die Möglichkeit einen bekannten Athleten für ein Sponsoring durch das Unternehmen von Philipp zu begeistern.
Das hatte natürlich zur Folge, dass Philipp und ich uns persönlich kennengelernt haben. Es wurde ziemlich schnell klar, dass wir auf einer Wellenlänge schlagen. So entstand unser super Verhältnis und das Interesse zukünftig ein gemeinsames Projekt zu starten.
Als Philipp mir von der Grundidee von waays erzählt hat, war ich von Anfang an begeistert! Da es sich dabei um ein Gebiet handelt, welches mir persönlich sehr am Herzen liegt, war für mich direkt klar: Das ist unser Ding!

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Eine große Herausforderung war (und ist nach wie vor) die Umsetzung des Konzeptes in eine leicht verständliche Anwendung die einfach bedienbar ist, ein nachvollziehbares Provisionssystem mit sich bringt und Content-Qualität honoriert.
Die größte Herausforderung in diesem Stadium jedoch war am Ende es „einfach zu tun“ – die Idee umzusetzen. Das heißt nämlich konkret zu werden – daran kann man schon mal scheitern. Denn das setzt hohes Vertrauen in die Geschäftsidee voraus. Aber das Feedback unserer Familien, Freunde und all unserer Gesprächspartner hat uns wahrhaftig motiviert den Schuss zu wagen.
Finanziert haben wir uns übrigens bisher durch Eigenkapital und Unterstützung aus der Familie.

Wer ist die Zielgruppe von waays?
Jeder, der sich für aktiven Sport interessiert. Von Hobbyist über Amateur bis Profi. Von Sportstudenten über Personal-Coaches bis hin zu Sportvereinen und Gemeinden. Von Sportärzten bis hin zu global agierenden Sportunternehmen.
Im Wesentlichen kann man damit zwei Kundenkategorien auf waays festlegen:
• Reine Verbraucher, die ausschließlich Inhalte konsumieren und
• Anbieter, die konsumieren und auch eigene Inhalte anbieten
Hier verschwimmt also die Abgrenzung zwischen B2C und B2B hin zu C2C.

Wie funktioniert waays?
Waays ist eine Videoplattform mit paywall mit monatlich kündbarem Abonnement. Jedes Premiummitglied kann jederzeit einen eigenen Sportkurs in Form eines Videos + Skript hochladen, selber kategorisieren und sportartenübergreifende Ziele definieren (z.B. „Abnehmen“). Im Endeffekt macht waays das für Sport, was Spotify für Musik macht mit dem Unterschied, Inhalte von jedem zuzulassen.

• Ein Zugang, voller Zugriff auf alle Inhalte.
• Intelligente Kategorisierung von Sportrichtungen, Zielen und Metadaten wie Trainingslevel und –dauer
• Ein schlauer Empfehlungsalgorithmus um immer die besten Inhalte vorzuschlagen und neue Themen zu entdecken. („Sie interessieren sich für Rücken- und Bein-Übungen? Probieren Sie mal Klettern aus.“)

Aufgrund der unterschiedlichen Wertigkeit der Produkte (Passive Tätigkeit Musikhören vs. Aktive Tätigkeit Weiterbilden) wird es jedoch bei uns neben Testzeiträumen keine Möglichkeit geben, die Plattform kostenlos zu konsumieren.
Hier spielt auch der Crowd-Gedanke eine entscheidende Rolle: man kann nur so lange etwas bei waays verdienen, wie man selbst Premiummitglied ist. Jeder zahlt in das System ein und wenn es alle tun, kann man das Vielfache zurückbekommen.
Der Großteil der monatlichen Gebühren fließt den Anbietern zu. Der Rest wird von uns als Plattformgebühr erhoben.

Welche Vorteile bietet waays? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?
Wir haben für waays drei wesentliche Nutzen identifiziert:

1. Finden
Waays zeigt Ihnen die besten Trainings/Kurse/Tutorials für Ihre definierten Ziele. Sie wollten schon immer einen „Slamdunk“ machen können? Auf waays finden Sie den richtigen Weg dafür.

2. Entdecken
Sie wollten schon immer mal wissen wie Bogenschießen funktioniert, oder wissen, dass Sie sich eigentlich wieder mehr sportlich betätigen sollten, aber nicht womit? Dann gehen Sie mit waays auf Entdeckungsreise. Lassen Sie sich inspirieren durch die schiere Bandbreite der Sportarten, suchen Sie nach Zielen wie „Beweglicher werden“ oder schauen sich an, wie man sich auf eine Mt. Everest Besteigung vorbereitet. All das wird auf waays zu finden sein.

3. Selbst Vermarkten
Sie haben selbst etwas Knowhow im Sport? Und sei es auch nur, wie man einen Achter-Knoten beim Klettern anfertigt?
Machen Sie ein Video von sich, erklären etwas dazu und posten es auf waays! Schon verdienen Sie mit jedem verifizierten Aufruf bares Geld dafür!

Unser absolutes Alleinstellungsmerkmal ist die Art unserer Positionierung in der Sportwissen-Branche. Wir betrachten waays als Meta-Plattform. Wir sehen uns nicht in Konkurrenz zu bestehenden Anbietern im sportlichen Weiterbilungssektor (klassisches Beispiel: Fitness und Running-Apps) sondern bieten selbst großen Namen eine Plattform, um Reichweite und Umsatz zu erhöhen.
Im Vergleich zu Konkurrenten im Weiterbildungsbereich (Online-Unis und beruflichen Coaching Plattformen) sehen wir ganz klar die sportliche Thematik als USP. Eine Plattform für sportartenübergreifendes Wissen mit einem Crowd-Ansatz gab es schlichtweg noch nicht.

Waays, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
An dieser Stelle bin ich mal so frech und kopiere einfach aus unserem Businessplan:
„Die Vision von waays ist es, das weltweit beste und vielfältigste Angebot an sportlichen Coachings zu schaffen, in dem eine Plattform kreiert wird, auf der alle sportlich aktiven Menschen zu ihren Zielen passende Trainings finden und entdecken können, welche andere Menschen oder Firmen mit ihrem Wissen geschaffen haben und dort anbieten.

Die Mission von waays ist, Sportliches-Know-How an einem Ort zu bündeln und dieses Wissen allen Sportlern zugänglich zu machen – ein Geschäftsfeld zu bieten, wo jeder sein Wissen vermarkten kann.“

Für die nächsten Jahre heißt das also:
• Wir wollen das Thema Sportförderung in Deutschland kreativ angehen und eine neue Verwirklichungsmöglichkeit für Athleten aller Altersgruppen bieten.
• Wir wollen Wissen honorieren und jedem „Nachbarsjungen der einen Kickflip mit dem Skateboard besonders gut beherrscht“ eine Möglichkeit geben, mit seiner Leidenschaft und seinem Wissen ein Stück Unabhängigkeit zu erlangen.
• Wir wollen Vereine und Verbände für unsere Idee begeistert haben und einen neuen Kommunikationskanal für diese Organisationen schaffen
• Wir wollen möglichst schnell einen globalen Footprint schaffen um unserer Vision näher zu kommen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Tipp 1: Schreibt definitiv einen Businessplan. So nervig es auch klingen mag. Das ist quasi das erste MVP, da es die Idee und die Gründer auf die Probe stellt.
Viele Ideen und Ansätze im Kopf zu haben ist eine Sache, aber die Idee in einen Realisierungsplan zu gießen und konkrete Lösungen aufs Blatt Papier zu bringen ist nochmal was ganz anderes. Jede ernsthafte Idee sollte das wert sein.

Tipp 2: Sprecht mit möglichst vielen Menschen über die Idee. Habt keine Angst, dass jemand Eure Idee klauen könnte. Niemand, egal mit wieviel Geld, wird Eure Idee so geil und kreativ umsetzen wie Ihr!
Nehmt ernst gemeinte Kritik dankend an, lasst Euch jedoch nicht unterkriegen wenn jemand nichts von der Idee hält. Nicht jeder ist für eine Idee, unabhängig von ihrem Potential, zu begeistern.

Tipp 3: Klingt abgedroschen, aber da ist echt was dran: überschätzt nicht, was in einem Jahr möglich ist – unterschätzt aber auch nicht, was in 10 Jahren möglich ist! Setzt euch kleine Meilensteine und setzt diese in die Tat um.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Philipp Deslandes und Michael Hiller für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer ist 39 Jahre jung, Gründerin und leitende Redakteurin der StartupValleyNews. Ihre Karriere startete sie in verschiedenen internationalen Direktvertriebsunternehmen. Seit 2007 ist sie hauptberuflich als Journalistin tätig. Während dieser Zeit lernte sie die Startup-Szene kennen und schätzen, was Sie dazu bewogen hat mit StartupValleyNews ein internationales Startup Magazin aufzubauen!

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