Von der Idee zur Start-up-Gründung

Jürgen Höller gibt 6 Tipps für den erfolgreichen Unternehmensstart

Viele Menschen träumen von einem eigenen Unternehmen, beruflicher Selbstständigkeit, Selbstverwirklichung und finanziellem Wohlstand. „Es ist kein leichtes Unterfangen, ein Start-up erfolgreich am Markt zu positionieren. Besonders die ersten Schritte und Entscheidungen in der Anfangszeit sind von Bedeutung für den weiteren Werdegang und bestimmen somit über Erfolg und Misserfolg“, weiß Jürgen Höller, Europas führender Erfolgs- und Motivationstrainer. Anhand von 6 Tipps verrät er, was Jungunternehmer beachten müssen und in welchen Situationen entweder Risikobereitschaft oder Vorsicht gefragt ist. Viele Stolpersteine liegen auf dem Weg der Unternehmensgründung. Jürgen Höller benennt sie und gibt Empfehlungen, damit es mit dem Erfolg klappt:

1. Innovative Idee und kreative Namensgebung

Die Idee des Produkts oder der Dienstleistung entscheidet bei einer Unternehmensgründung über Erfolg oder Niederlage. Ein Gespür für Trends ist hierbei elementar. Um zu definieren, wer die Kunden oder Interessenten sind, die das Produkt kaufen oder die Dienstleistung nutzen, ist eine intensive Marktanalyse notwendig. Es ist nicht schlimm, wenn es sich nicht um eine Neuheit handelt, aber die Idee sollte sich abheben und anders sein. Die eigene Nische und eine Marktlücke finden ist zwar schwierig, aber enorm wichtig, um sich von anderen Wettbewerbsunternehmen, -produkten oder -verfahren abzuheben. Wer das zehnte Fitnessstudio im Ort eröffnet, wird Schwierigkeiten haben, sich durchzusetzen. Das erste Fitnessstudio im Umkreis, in dem Fitnessliebhaber mithilfe von EMS, also elektrischer Muskelstimulation, ihre Muskeln innerhalb kürzester Zeit effektiv trainieren, wird Erfolg haben, weil es ein Alleinstellungsmerkmal hat. Ein Kieselstein an einem Strand nur mit Kieselsteinen fällt nicht auf, an einem Sandstrand jedoch schon. Ein Prototyp und Online-Tools ermitteln den Marktwert von einer zuvor eingegrenzten Zielgruppe. Um sich auf dem Markt zu etablieren, spielt auch die Namensgebung eine wichtige Rolle. Hier hilft ein Markenrechtsanwalt bei der Absicherung. Darüber hinaus ist ein Name mit hohem Wiedererkennungswert von Vorteil, da er so im Kopf des potenziellen Kunden bleibt. Er sollte zum Konzept passen und einfach zu schreiben sein, damit Kunden das Produkt oder die Webseite leicht wiederfinden. Ein kleiner Tipp: Freunde oder Familie den überlegten Namen vorsprechen und sie dann bitten, diesen zu buchstabieren. Auf iwantmyname.com überprüfen, ob die Domain mit dem gewünschten Namen noch vorhanden ist – und falls es im Budget liegt, am besten direkt reservieren, bevor ein anderer sie wegschnappt.

2. Gut durchdachtes Konzept und ausreichende Planung

Auch wenn die Gründung schnell gehen soll, ist es wichtig, sich ausreichend Zeit zu lassen und alle Schritte wohlüberlegt zu planen. Ein Businessplan ist hier unumgänglich. Gute Vorlagen gibt es auf dem Portal des Bundesministeriums für Wirtschaft (BMWi). Vier bis fünf Seiten reichen aus und sollten nicht überschritten werden – zumal mögliche Investoren sich ohnehin nur etwa 8 bis 12 Minuten zur Sichtung nehmen. Lieber kurz und knackig als schwammig und in die Länge gezogen. Wichtige Punkte, die hinein müssen: Zielgruppe, Wettbewerbsumfeld, Marketing- und Vertriebsstrategien, Rechtsform, geplante Finanzierung, Vorstellung des Gründerteams, bisherige Meilensteine, Entwicklungspotenzial, Fahrplan für die nächsten fünf Jahre sowie die erste Umsatzgenerierung. All diese Aspekte bilden die Säulen, auf die sich ein Start-up stützt.

3. Finanzierungsmöglichkeiten

Jungunternehmern stehen viele verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten zur Auswahl. Hausbanken vergeben in den seltensten Fällen Kredite zum Unternehmensstart. Mit Eigenkapital sind Gründer sicherlich am besten aufgestellt, doch das ist oft nicht ausreichend. Eine andere Möglichkeit bieten Venture Capitals, die besonders bei Start-up-Gründungen gängig sind, da Gründer im Falle des Scheiterns das Geld nicht an die Investoren zurückzahlen müssen. Auch vermögende Privatpersonen und ehemalige Unternehmer, Business Angels genannt, die nicht nur ihr eigenes Geld investieren, sondern auch Know-how und einen großen Erfahrungsschatz mitbringen, sind beliebt. Um Investoren kennenzulernen, ist aktives Netzwerken notwendig. Auch über andere Gründer aus derselben Branche erfahren Start-ups viel über potenzielle Investoren. Vor allem in der Anfangszeit sollten Geldmittel eher in die Entwicklung fließen statt in ein Vorzeigebüro. Hinter dem aktuellen Trendspielzeug, dem Fidget Spinner, steckt eine traurige Geschichte, die zeigt, was im Fall von mangelnder Planung und Finanzierung schiefgehen kann: Die Erfinderin, Catherine A. Hettinger, baute für ihre Tochter den Prototyp des heutigen Fidget Spinners. Eine Zusammenarbeit mit einem großen Spielzeughersteller scheiterte. Im Jahr 2005 fehlten ihr umgerechnet 360 Euro, um das Patent aufrechtzuerhalten. Somit war ihre Geschäftsidee geplatzt, seitdem wird das Produkt von anderen Spielzeugherstellern produziert und ist ein Erfolgsschlager. Catherine A. Hettinger lebt heute in Armut. Daher gilt: Ohne solide Grundlage kein erfolgreiches Unternehmen.

4. Zusammen ist man weniger allein

Viele Jungunternehmer wollen ihre Idee so lange wie möglich geheim halten, doch das Gegenteil ist ratsam: Sich während der Gründungsphase Rat von Vertrauenspersonen aus dem näheren Umfeld einzuholen und mit anderen Gründern in Co-Working Spaces auszutauschen, bietet immer eine gute Möglichkeit für neue Denkanstöße und kritisches Feedback. Angst vor Ideenklau ist meist unbegründet. Auch das Start-up zusammen mit anderen, sich ergänzenden Mitgründern zu starten, sollte in Betracht gezogen werden. Ein interdisziplinäres Team mit mehreren Mitarbeitern ist fachlich breiter aufgestellt und zudem sind die Aufgabenbereiche klar definiert. Sind sie nicht klar aufgeteilt, drohen Streitigkeiten. Zudem verringern sich dadurch natürlich der Verantwortungsbereich und der Arbeitsumfang, da nicht nur eine Einzelperson alles betreut. Hoch qualifizierte, teure Mitarbeiter sind vor allem in der Anfangszeit wahrscheinlich unbezahlbar – Trainees sind eine gute Alternative: Sie sind motiviert, lernbereit und bringen trotzdem genug Erfahrung mit. Mit Freunden ein Start-up zu gründen, klingt toll, birgt aber viele Gefahren. In der Redewendung „Bei Geld hört die Freundschaft auf“ steckt viel Wahres: Scheitert die Gründung oder verlieren die Gründer Geld, besteht die Gefahr, dass die Freundschaft darunter leidet oder sogar auseinanderbricht.

5. Richtiges Timing

Gutes Timing beginnt schon bei der zündenden Geschäftsidee und ist auch danach immer von Vorteil. Zu Beginn müssen so viele Dinge erledigt werden, dass Gründer oft nicht wissen, wo ihnen der Kopf steht und womit sie starten sollen. Hier lautet die Devise: Einfach anfangen und Erfahrungen sammeln. Den richtigen Zeitpunkt zu erwischen, um an den Markt zu gehen, ist nicht einfach. Auch wenn alle Formalitäten geregelt sind und die Grundlage steht, folgt der Sprung ins kalte Wasser nach dem Motto: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Immer Zwischenetappen festhalten und neue Ziele definieren, wie beispielsweise „In vier Jahren möchte ich 10 fest angestellte Mitarbeiter haben und XY Umsatz erwirtschaften“, „Ein neues Produkt soll im darauffolgenden Jahr auf den Markt gebracht werden“ oder „In zehn Jahren möchte ich die Firma gewinnbringend verkaufen“. Solche Ziele sorgen für Motivation im späteren Arbeitsalltag.

6. Leidenschaft und Risikobereitschaft

Menschen mit einem großen Sicherheitsbedürfnis haben es schwierig als Gründer, da sie sich selbst hemmen und keine Risikobereitschaft zeigen. Ein gesundes Selbstbewusstsein ist also Grundvoraussetzung. Außerdem gehören Leidenschaft sowie die Überzeugung, dass die eigene Idee Erfolg hat, unbedingt dazu. Doch auch Scheitern und Auf-die-Nase-Fallen gehören zu einer Start-up-Gründung dazu. Zu probieren ist immer besser, als sich gar nicht erst zu trauen – auch wenn mehrere Anläufe nötig sind. Jeder neue Tag bringt auch neue Herausforderungen mit sich, die motivierend oder entmutigend sind. Morgens und abends sollten sich Gründer den Satz „Ich bin stark, ich schaffe das und werde erfolgreich sein!“ mindestens dreimal laut vorsprechen. Am besten steht der Satz an einem gut sichtbaren Ort geschrieben, beispielsweise auf einem Post-it am Badezimmerspiegel oder am Küchenschrank. Diese Methode, die eine starke Wirkung auf das Unterbewusstsein hat, nennt sich Autosuggestion, was so viel wie Selbstbeeinflussung bedeutet. Daraus schöpfen Gründer Kraft und positive Gedanken. Bis zum Erfolg ist es ein langer, steiniger Weg. Aber nur der, der am Ball bleibt, wird erfolgreich sein. Daher nie das Ziel aus den Augen lassen. Egal ob das Projekt am Ende erfolgreich ist oder nicht – es war nicht umsonst.

Weitere Informationen unter www.juergenhoeller.com

Bildquelle Jürgen Höller Academy

Quelle Borgmeier Media Gruppe GmbH

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