Sonntag, Juli 3, 2022

Club-Konzert statt Stadion-Rock

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Vom Konzern zum Start-up. Das ist wie Stadion-Rock und Club-Konzert.

Beim ersten hast bzw. brauchst Du eine entsprechend große Infrastruktur, kämpfst mit Restriktionen und schleppst einen immensen Apparat mit Dir rum. Aber Du bekommst für alles, was Du machst, eine enorme Resonanz (aus dem Markt) – und viel Geld. Beim zweiten ist alles viel direkter – Du bist mittendrin und hast ein unmittelbares Feedback. Dafür musst Du selber mit anpacken. Der Musiker vielleicht den Verstärker auf- und abbauen, ich zum Beispiel die Websites mit den entsprechenden Landingpages launchen. Es gibt Musiker, die ab einer gewissen Größenordnung nur noch in Stadien auftreten, andere wiederum gehen dann wieder auf kleine Club-Touren. Wie kommt’s? 

Der Titel, die Insignien der Macht, das Geld und letztlich natürlich die Arbeit sind die Faktoren, die darüber Ausschlag geben. Titel und Statussymbole – das gibt natürlich keiner gern zu. Das große, sonnendurchflutete Eckbüro in der obersten Etage, der neue Firmenwagen, die Spesenkonten. Klischees? Sicher, aber viele fühlen sich darin immer noch wohl, weil sie genau für diejenigen persönlichkeitsstiftend sind. Die Arbeit: Top-Manager eines großen Unternehmens zu sein, ist ein harter Job.

Gerade jetzt in der digitalen Transformation: viele Altlasten erfordern eine Restrukturierung nach der anderen. Weil IT-Systeme häufig nicht mehr auf dem aktuellen Stand und Prozesse viel zu eingefahren sind, kommt die Organisation nur in Trippelschritten voran. Für einen Manager auf C-Level häufig ein immenser und enervierender Kraftakt, weil natürlich immer alle Stakeholder einbezogen werden müssen. Das Ergebnis bleibt zwangsläufig ein Kompromiss. Häufig unbefriedigend, weil man zwangsläufig so nie zum Innovationsführer werden kann. Man sieht das aktuell ja in allen Branchen – von Automobil über Banken bis hin zu den klassischen Publikumsmedien. 

Die Crux mit dem typischen Manager-Lifestyle 

Bleibt das Geld: Wer vom Konzern zum Start-up wechselt, verdient zunächst weniger. Das lässt sich nicht schönreden. Es ist immer eine Wette auf die Zukunft, ob die künftigen Gesellschafteranteile tatsächlich mal bei einem möglichen Exit das Geld wert sind, das man sich erhofft. Darauf setzen sollte man in seiner eigenen Finanzplanung nicht. Aber gut, ich bin Schwabe… Es muss gleichwohl so viel sein, dass man seinen finanziellen Verpflichtungen problemlos nachkommen kann. Klingt banal, aber bei vielen Top-Managern steigen mit dem Gehalt und den Bonuszahlungen eben ganz schnell auch mal die Kosten für den eigenen Lifestyle. Und plötzlich gibt es keine Handlungsoptionen mehr, außer den Job so lange es irgend geht durchzuhalten. Aber dann?

Ein exquisiter Lifestyle und eine Unmenge an Statussymbolen – das war und ist nicht mein Ding. Ebenso wenig wie ein kerzengerade Karriere. Das verengt den Blick nach rechts und links. Doch der ist wichtig, weil es gerade in der jetzigen Zeit für uns Top-Manager so viel zu lernen gibt. Ich bin deshalb sehr happy, diesen Schritt zu talentbay gegangen zu sein. Ich bin so nah wie nie zuvor am Produkt sowie der Markengestaltung und lerne mit jedem Tag dazu: Finanzierungsrunden mit Business Angels, Organisation in komplett virtuellen Büros, IT über Cloud Computing.  Keine unnötigen Kosten. Alles geht in die perfekten Prozesse und die optimale Technologie. Für mich ist das die Zukunft der Wirtschaft. Und da möchte ich mit dabei sein, mitgestalten. Aber entscheiden muss das jeder für sich. Es gibt kein richtig oder falsch.

Stadion-Rock oder Club-Konzert – beides hat seine Berechtigung.

Autor Marc Irmisch-Petit

Marc Irmisch-Petit CEO Top- Manager mit mehr als 20-jähriger Erfahrung in der Vermarktung in den Branchen IT, Telekommunikation und E-Commerce. Digitalisierungs- und Innovationsexperte. Zuvor Europachef des Online-Karriereportals Monster. (Diplom in Betriebswirtschaft an der Fachhochschule München.)

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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