Ranking optimieren: Voice Search macht Anpassungen nötig

Spätestens seitdem der Amazon Echo auch in Deutschland Millionen Haushalte erobert hat und der Google Assistant auf immer mehr Smartphones genutzt wird, steht fest: Sprachbefehle und gesprochene Suchanfragen haben sich etabliert. Für die meisten Nutzer stellen Sprachsteuerung und Voice Search mittlerweile ein wichtiges Instrument in ihrem Alltag dar, doch bei Betreibern von Webseiten und Onlineshops herrscht angesichts des großen Wandels noch immer starke Verunsicherung. Es stellt sich vor allem die Frage, wie sich das Ranking und die Präsenz in den Suchergebnissen weiterhin nach eigenem Interesse gestalten lassen kann. Sobald man erkannt hat, wie sich das Rankingverhalten verändert, besteht die Chance, Voice Search rentabel einzusetzen. Wer den Trend jedoch verschläft, riskiert mittelfristig große Einbußen.

Mehr als ein Gimmick: Breite Nutzerbasis auf mobilen Geräten

Schon im Jahr 2011 eroberten digitale Sprachassistenten unsere Smartphones. Vorreiter war zunächst Apple mit Siri, die zuerst auf dem iPhone 4s integriert wurde. Nur kurze Zeit später zogen Microsoft, Google und Amazon mit eigenen Assistenten nach. Mit enormen finanziellem Aufwand verfolgten alle das Ziel, die Steuerung der Geräte komfortabler zu machen und die Websuche per Sprachsteuerung zu erleichtern. Große Fortschritte in der künstlichen Intelligenz sorgen dafür, dass beispielsweise bei Android-Geräten mittlerweile eine breite Nutzerbasis von mehr als 20% den Google-Sprachassistenten in die tägliche Smartphone-Nutzung integriert. Gerade für Menschen mit Lese-, Rechtschreib- oder Sehschwäche bildet die neue Steuerungsmöglichkeit einen wichtigen Vorteil, der sie an den Vorzügen des digitalen Lebens teilhaben lässt.

Die technische Entwicklung garantiert dabei, dass sich selbst Nutzer mit starkem Dialekt längst auf die korrekte Spracherkennung verlassen können. Doch das Potenzial bleibt weiterhin groß: In Zukunft sollen Sprach-KI’s nicht nur zwischen männlichen und weiblichen Stimmen unterscheiden können, sondern jede Stimme exakt einem Nutzer zuordnen können.

Komplett neuer Suchablauf zwingt zum Umdenken

Bevor Betreiber von Webseiten und Onlineshops vom großen Potenzial tatsächlich profitieren können, müssen sie sich den veränderten Suchabläufen anpassen. Vergleicht man allein die standardmäßige Suchanfrage per Texteingabe mit Voice-Search-Befehlen fallen zunächst die deutlich komplexeren Satzkonstruktionen auf, die bei der Voice Search verwendet werden. Statt „Rote Schuhe kaufen“ könnte der Sprachbefehl eher „Wo kann ich in der Nähe rote Schuhe für mich kaufen“ lauten. Die größte Besonderheit liegt jedoch in der Präsentation der Suchergebnisse. Denn der Kunde erwartet anschließend im Idealfall anstatt einer großen Auswahl nur ein einziges detailliertes und personalisiertes Ergebnis. Ob es sich dabei um das bestmögliche Ergebnis für den Nutzer handelt, bleibt aktuell natürlich fraglich. Fakt ist aber, dass somit nicht nur Einnahmen für bezahlte Suchergebnisse wegfallen. Für Shopbetreiber, die vom Traffic der Ads profitieren und Impressions benötigen, bedeutet dies zwangsläufig spürbare Verluste.

Interessanter Lösungsansatz: Featured Snippets

Konventionelle und einfache Maßnahmen, wie etwa Landingpages zu installieren, die nur auf ein einziges Keyword optimiert sind, werden durch Voice Search noch mehr an Wirkung verlieren als ohnehin schon. Für Googles Berechnungen sind diese bei der Sprachsuche schlichtweg irrelevant. Um sprachbasierte und textbasierte Suche besser unter einen Hut zu bekommen, setzte Google in Vergangenheit das KI-System Rank Brain ein. Auch mit dem Hummingbird-Update konnte das Unternehmen durch Algorithmen eine Verbesserung der Suchergebnisse bewirken. Bis den Usern bei beiden Suchtypen die besten Ergebnisse geliefert werden, steckt Google auch in Zukunft immer mehr Energie in weitere Updates für den Suchalgorithmus. Ein attraktives Mittel, um die Sprachsuche bereits jetzt erfolgreich für sich einzusetzen, sind die sogenannten Featured Snippets. Ein optimiertes Snippet mit einer detaillierten Zielgruppen- und Keywordanalyse verspricht bei beiden Suchmethoden sehr gute Chancen, berücksichtigt zu werden.

Vielversprechend: Shopping per Sprachsuche nicht nur im Low-Interest-Bereich

Bislang haben sich Käufe per Sprachsuche vor allem in der „Low-Interest“-Kategorie etabliert. In diesem Bereich sind visuelle Anreize meist nicht erforderlich. Es genügt daher, die Bestellung bei seinem Sprachassistenten mit nur wenigen Befehlen aufzugeben. Doch auch darüber hinaus gibt es interessante Ansätze, die das Shopping per Sprachsuche weiter nach vorne bringen können. Das beste Beispiel hierfür ist der Echo Show von Amazon, das neben dem Sprachassistenten Alexa auch ein eingebautes Display integriert hat.

Leicht umzusetzen: Die wichtigsten SEO-Tipps für Voice Search

Auf absehbare Zeit bleibt die textbasierte Websuche zwar weiterhin in der Gunst der Nutzer, doch die Entwicklung zeigt, dass Voice Search immer größere Relevanz gewinnt. Die folgenden Tipps zur Suchmaschinenoptimierung bieten die wichtigste Grundlage, um schon jetzt für die veränderten Ansprüche gerüstet zu sein:

      • Mobile Friendly: Trotz Google Home und Amazon Echo werden die meisten Sprachbefehle bisher auf mobilen Geräten genutzt. Inhalte sollten daher selbstverständlich vor allem für die Darstellung auf Smartphones optimiert sein. Gleichzeitig sollte die Ladezeit so kurz wie möglich gehalten werden. Wer per Sprachbefehle Suchanfragen tut dies häufig aus Zeitersparnisgründen und ist oft in Eile.
      • Bei der Suche nach Keywords sollte der Blick vor allem auf Longtail-Keywords liegen. Unter strenger Vermeidung von doppeltem Content sollten zudem mehrere Phrasen auf einer großen Landingpage gesammelt werden. Hilfreich für die Suche nach sinnvollen Phrasen ist das Keyword Tool von Google, sowie Google Suggest.
      • Texte für die Voice Search sollten die Fragen des Nutzers eindeutig und schnell beantworten. Zudem sollte der Sprachstil angepasst werden, damit sich die Antworttexte gut vorlesen lassen. Für die bestmögliche Orientierung des Nutzers ist es hilfreich, im FAQ-Bereich Fragen wie, „Wer?“, „Wie?“ und „Was?“ zu beantworten.
    • Die Absprungraten zu neu veröffentlichten Seiten sollten noch genauer im Blick behalten werden. Google kann User-Signale noch detaillierter analysieren. Die Relevanz der Zielseite gewinnt dadurch an Bedeutung.
  • Das Erstellen und Pflegen von Alt-Tags lohnt sich, da über die Voice Search auch Bilder gesucht werden können.
  • Verwenden Sie Schema Markups, um Google die Inhalte zu „erläutern“, was zu prominenteren SERP-Platzierungen führen kann.

 

Über den Autor


Marian Wurm ist Gründer und geschäftsführender Gesellschafter der Löwenstark Online-Marketing GmbH. Online-Marketing ist für Marian Wurm und seine 150 Mitarbeiter nicht nur ein Beruf, sondern eine Berufung. Seit der Gründung im Jahr 2001 wurden von der Internetagentur bereits über 2.500 Kundenprojekte erfolgreich realisiert. An inzwischen 10 Standorten im gesamten D-A-CH-Gebiet werden sowohl SEO-, SEA-, Affiliate-Marketing-, E-Mail-Marketing- als auch Social Media-Strategien für Kunden aller Branchen von der Löwenstark Online-Marketing GmbH entwickelt und betreut.

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