Eine alte Weisheit: früh rausgehen und testen, testen, testen

Voice Republic die erste Plattform für das gesprochene Wort

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen Voice Republic doch kurz unseren Lesern vor!
Ich heiße Patrick Frank und gemeinsam mit Ole Kretschmann habe ich Voice Republic, die erste Plattform für das gesprochene Wort, gegründet.
Ich bin Komponist und Kulturtheoretiker, Ole ist Autor und betreibt in Berlin eine Firma für analoge Photoautomaten.

Wie ist die Idee zu Voice Republic entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Ole und ich sind Cousins. Wir haben über Jahre hinweg einen intensiven Diskurs über die Möglichkeiten des Internets geführt. Es gibt Musikplattformen und Videoplattformen aber das, was der Mensch am intensivsten tut, um miteinander Ideen auszutauschen – das Reden und Diskutieren – ist nicht verortet. Wir fragen uns: Warum nicht?
Es gibt unzählige Veranstalter, die Konferenzen, Tagungen, Lesereihen oder universitäre Vortragsreihen organisieren. Ein Großteil der dort entstehenden Inhalte wird nicht digitalisiert. Hier verschwindet viel Wissen und wir sind überzeugt, dass es sich unbedingt lohnt, dieses Wissen zu digitalisieren und einer größeren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dieses Problem wollen wir mit Voice Republic lösen. Wir bieten für Hörer einerseits eine dezidierte Plattform, die sich diesen Inhalten widmet, für Veranstalter andererseits eine optimale, einfach zu bedienende und kostengünstige Lösung für das Archivieren ihrer Veranstaltung in einem hochwertigen Umfeld.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Die Grundidee, den gesellschaftlichen Diskurs im Internet abzubilden und Aufnahmen aus den Bereichen Kultur, Politik, Wissenschaft und Wirtschaft frei zugänglich zu machen, hat uns bis heute getragen. Die richtigen Personen haben sich von der Idee angesprochen gefühlt, ein Team hat sich geformt und ein Investor aus unserem Netzwerk hat die erste Finanzierung gestellt. Jetzt geht es in die nächste Finanzierungsrunde.
Die größte Herausforderung besteht in der Gratwanderung zwischen Kommerzialisierung (quantitative Optimierung) und der Verteidigung inhaltlicher Authentizität. Wir sind eine werbefreie Plattform und monetarisieren keine Userdaten – und das wollen wir beibehalten.
Wie hat sich das Unternehmen seit dem Start entwickelt?
Voice Republic’s Technologie hat sich seit dem Start verändert. Wir haben früh mit professionellen Veranstaltern zusammengearbeitet und uns entsprechend viel fachspezifisches Wissen aneignen können. Dieses ist entsprechend in die Weiterentwicklung der Technologie geflossen. Ein Prozess, der Geduld benötigt.
Unsere Wurzeln liegen in Zürich, dort haben wir angefangen. Inzwischen haben wir auch in Berlin ein großartiges Team aufgebaut. Die Zusammenarbeit der beiden Standorte ist einerseits täglich zu meistern, eröffnet vor allem aber viele neue Möglichkeiten.

Wer ist die Zielgruppe von Voice Republic?
Voice Republic hat zwei Zielgruppen: einerseits die Veranstalter, andererseits die Hörer. Erstere kommen derzeit hauptsächlich aus dem DACH-Markt. Vor allem professionelle Veranstalter wie Konferenzen, Tagungen, universitäre Einrichtungen, Stiftungen, etc. nutzen bereits unsere Plattform.
Die Hörer kommen – natürlich, Internet! – aus allen Regionen der Welt und sind an relevanten Inhalten interessiert.

Welchen Service bieten Sie an?
Für Veranstalter bieten wir eine Audiostreaming-Lösung, die – ja, sagen wir es ruhig – revolutionär ist. Veranstaltungen mit einem Programm auf einer oder mehreren Bühnen können live gestreamt und automatisch archiviert werden – ohne Personal vor Ort. Es ist die einfachste Lösung auf dem Markt um Inhalte zu digitalisieren: kostengünstig und intelligent.
Für Hörer wird’s noch besser: kostenloser Zugang zu überwiegend exklusiven Inhalten von professionellen Veranstaltern. ‘Pinnen’ kann der Hörer bei uns zwar keine lustigen Katzenbilder, dafür Vorträge von bekannten PhilosophInnen, SchriftstellerInnen und engagierten Persönlichkeiten aus verschiedensten Themenbereichen.

Warum sollte man Voice Republic nutzen?
Weil es nichts Vergleichbares gibt! Als Hörer, ganz klar, bekommt man aktuelle und relevante Vorträge von namhaften Sprechern zu hören.
Als Veranstalter sollte man Voice Republic dann nutzen, wenn man sich um die Themen Livestreaming und Vortragsdokumentation keine Sorgen mehr machen möchte. Zu teuer, zu kompliziert, zu aufwendig – das sind Probleme der Vergangenheit.

Wie viel kostet der Service von Voice Republic?
Jeder kann Voice Republic kostenlos nutzen, wenn er die Plattform selbst bedient.
Darüber hinaus bieten wir Event-Services an. Das heißt, unser Team übernimmt das Aufsetzen des Profils, die Steuerung der Livestreams und ggf. die Nachbearbeitung der Recordings – gegen Entgelt.
Die StreamBoxx, eine von uns entwickelte Hardware, mit der das Streamen per Fernsteuerung möglich wird, kann gemietet oder erworben werden.
Weitere Premium-Features sind in Planung: geschlossene Räume, in denen der Veranstalter entscheidet, wer hörberechtigt ist, oder auch die Möglichkeit, dass Veranstalter ihre Inhalte auf Voice Republic verkaufen. Wir beteiligen uns dann an den Erträgen.

Voice Republic, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Das Feature-Set von Voice Republic ist schon jetzt beträchtlich – der Use Case ‘gesprochenes Wort’ bietet aber noch zahlreiche Entwicklungsmöglichkeiten. Voice Republic zielt darauf, die zentrale Plattform für das gesprochene Wort zu werden. In den nächsten fünf Jahren möchten wir auch Digitalisierungskritiker überzeugen, ihre hochwertigen Inhalte bei uns zu archivieren.
Dem Hörer wollen wir ein Diskurs-Universum bieten, in dem er zielgenau die für ihn interessantesten Beiträge findet. Wir wollen keine Filter-Bubbles errichten, sondern das Neuentdecken fördern.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
1. Eine alte Weisheit: früh rausgehen und testen, testen, testen. Was du willst und was der User will ist mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht identisch. Dabei aber trotzdem…
2. …deine Idee, deine Vision nicht verraten. (Auch nicht an Investoren!)
3. Und das geht nur mit sehr viel: Geduld, Geduld, Geduld. Und einem tollen Team!

Wir bedanken uns bei Patrick Frank und Ole Kretschmann für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer ist 39 Jahre jung, Gründerin und leitende Redakteurin der StartupValleyNews. Ihre Karriere startete sie in verschiedenen internationalen Direktvertriebsunternehmen. Seit 2007 ist sie hauptberuflich als Journalistin tätig. Während dieser Zeit lernte sie die Startup-Szene kennen und schätzen, was Sie dazu bewogen hat mit StartupValleyNews ein internationales Startup Magazin aufzubauen!

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