VivoSensMedical setzt neue Standards im Breich Gynäkologie, Reproduktions- und Sexualmedizin

VivoSensMedical: OvulaRing ist eine e-health Lösung zur Bestimmung der fruchtbaren Tage der Frau, oder zur natürlichen, hormonfreien Verhütung

Stellen Sie sich und Ihr Unternehmen VivoSensMedical doch kurz vor!
Mein Name ist Bettina Brammer, ich bin Dipl. Medienwirtin und habe langjährige Erfahrungen im operativen und strategischen Marketing sowohl in der Konsumgüterindustrie als auch in Technologieunternehmen. Seit 2013 bin ich Gesellschafterin bei der VivoSensMedical und verantworte den Bereich Vertrieb und Marketing.
Die VivoSensMedical ist ein 2011 in Leipzig gegründetes Medizintechnik Startup, das sich der Frauengesundheit verschrieben hat. Unser Ziel ist es,neue Standards im Bereich Gynäkologie, Reproduktions- und Sexualmedizin zu setzen. Unser erstes Produkt OvulaRing ist dabei ein Baustein in der Entwicklung von Diagnostika für die komplette fruchtbare Phase der Frau von Empfängnisoptimierung über Verhütung bis hin zur Erkennung von Frühgeburten und der exakten Prognose für den Geburtstermin selbst. Der patentierte und als Medizinprodukt zugelassene OvulaRing ist eine e-health Lösung zur Bestimmung der fruchtbaren Tage der Frau, ideal bei unerfülltem Kinderwunsch oder zur natürlichen, hormonfreien Verhütung. Das Produkt kann sowohl vom Arzt zur Zyklusdiagnostik als auch von der Patientin zum self-tracking verwendet werden.

Wie ist die Idee zu VivoSensMedical entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
OvulaRing ist von Prof.Dr.Henry Alexander einem der führendsten Reproduktionsmediziner Deutschlands, basierend auf 40 Jahren medizinischer Forschung entwickelt wurden. In seiner Arbeit als Leiter der Abteilung für Reproduktionsmedizin am Universitätsklinikum in Leipzig, wurde er täglich mit den unzureichenden Methoden zur Zyklusdiagnostik und zur Bestimmung des Eisprungs konfrontiert. In der Literatur ist man bisher von einem weiblichen Standardzyklus ausgegangen, der zwischen 28 und 32 Tagen lang ist und einen Eisprung in der Zyklusmitte hat. Neuste Studien belegen aber, dass nur etwa 30% aller Frauen diesem Standard entsprechen. Der Großteil der Frauen hat unregelmäßige Zyklen. Zykluslänge und Eisprungtag variieren dabei von Frau zu Frau und von Zyklus zu Zyklus. Alle gängigen Methoden zur Zyklusdiagnostik wie Ultraschall oder Hormonbestimmung im Blut oder Urin basieren aber auf diesen Standardzyklen und auf Ein-Punkt-Messmethoden, d.h. sie sind sehr ungenau. Auf der Suche nach einer Methode die die Individualität der Frau abbildet und dabei einfach anzuwenden und auszuwerten ist, hat er in Zusammenarbeit mit dem Leipziger Ingenieur Holger Runkewitz OvulaRing entwickelt und zum Patent angemeldet. Zusammen mit seinem Schwiegersohn Sebastian Alexander, der vorher für das Sept Programm der Universität Leipzig Technologietransfer und Ausgründungen aus der Universität zum Unternehmen betreut hat, haben sie 2011 die VivoSensMedical GmbH gegründet.
2013 bin ich für den Bereich Marketing und Vertrieb und Alexander Heyn, ehemaliger Länder CEO von Schering und Bayer für den Bereich Business Development als Gesellschafter ins Unternehmen gekommen. 2014 kam dann noch Jan Petzel, ehemaliger Managing Director von Goldman Sachs in London an Bord.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Eine große Herausforderung bei der Produktentwicklung war es, die Welt des Arztes und die der Patientin miteinander zu vereinen. Wir wollten ein Produkt entwickelt, das einerseits den Anforderungen des Arztes an ein Diagnosetool genügt, andererseits von der Frau selbständig angewendet und einfach ausgewertet werden kann. Hierzu gehörte auch die CE Zulassung von OvulaRing als Medizinprodukt, ein enormer Aufwand für ein kleines Unternehmen, gerade im Hinblick auf die jährlichen Audits. Darüber hinaus ist und bleibt es eine Herausforderung, die Finanzierung für ein solch innovatives Produkt sicherzustellen. Mit den bisher eingeworbenen Mitteln in Form von Fördermitteln, Venture Capital, Crowd Investment und einer Finanzierungsrunde durch Business Angels, konnten wir das Produkt fertig entwickeln, für Europa zulassen uns am Markt testen. Nun benötigen wir weiteres Kapital für den Markt Roll-Out in Deutschland und Europa.

2014 hatten Sie eine erfolgreiche Crowdfunding Finanzierung auf Seedmatch zu Ihrem Produkt Ovula Ring. Warum hatten Sie sich für eine Crowdfunding Finanzierung entschieden?
Wir haben uns für Crowdfunding entschieden, weil uns die Symbiose aus Marketingeffekten und Kapitalakquisition überzeugt hat.

Wie war das Feedback aus der Crowd?
Das Feedback der Crowd war gemischt. Unsere Kampagne bei seedmatch ist solide gelaufen. Wir haben einerseits sehr viel Zuspruch bekommen, andererseits viele kritische Nachfragen vor allem in Hinblick auf die Funktionsweise und den Bedarf am Markt. Wir denken, dass das vor allem daran lag, dass OvulaRing ein erklärungsbedürftiges Produkt ist, das sich in einem Markt bewegt, der für die vor allem männlichen Crowd-Investoren nicht auf Anhieb attraktiv erscheint. Wir waren 2013 zudem das erste Medizinprodukt auf der Plattform. Das Thema e-health und self-tracking ist spätestens seit der Apple Watch in aller Munde, unter Umständen würde eine Kampagne in diesem Bereich jetzt besser laufen. Alles in allem war die Erfahrung für uns durchaus positiv. Wir konnten mit dem Geld wichtige Markttests realisieren und haben im Zuge der Kampagne sehr gute PR bekommen.

Wie funktioniert der OvulaRing?
OvulaRing ist eine moderne e-health Lösung, die Wearabale (vaginaler Biosensor) und mobile Software basierend auf medizinischen Algorithmen in einem zugelassenen Medizinprodukt miteinander verbindet. Dabei ist OvulaRing ein Produkt an der Schnittstelle zwischen Arzt und Patientin und kann zum self-tracking aber auch zur Zyklusdiagnostik sowie für individuelle, telemedizinischen Therapien angewendet werden.
OvulaRing wird einfach wie ein Tampon angewendet. In der Scheide misst der Sensor kontinuierlich die Körperkerntemperatur, ein wichtiger Indikator für die Zyklusgesundheit und den Eisprung. Die Daten werden mittels Lesegerät an die mobile Software übertragen und basierend auf medizinischen Algorithmen ausgewertet. OvulaRing basiert auf 288 Messpunkten täglich, damit ist es erstmals möglich, den kompletten Zyklus abzubilden und so die fruchtbaren Tage präziser als je zuvor zu bestimmen. Darüber hinaus können Aussagen über die individuelle Zyklusgesundheit getroffen und auf die Patientin abgestimmte und somit erfolgversprechendere Therapien eingeleitet werden.

Wo kann man ihn kaufen?
In unserem Onlineshop unter www.ovularing.com, auf Amazon oder in jeder Apotheke.

VivoSensMedical, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
In naher Zukunft werden wir OvulaRing für den amerikanischen Markt zulassen und das Produkt gerade im Hinblick auf den Verhütungsmarkt noch weiterentwickeln und optimieren. In fünf Jahren wollen wir OvulaRing erfolgreich in Europa und in den USA an den Markt gebracht und zu einem der führenden Produkte im Bereich der digitalen Zyklusdiagnostik bzw. self-tracking zur Optimierung der Empfängnis und zur natürlichen Verhütung etabliert haben. Darüber hinaus denken wir über den Einsatz des Produkte in anderen medizinischen Bereichen, wie z.B. Geburtsmedizin, Ernährungsmedizin und in der Immunologie nach.

Zum Schluss: Welche Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Ich finde es extrem wichtig, schon so zeitig wie möglich also während der Produktentwicklung den Marktzugang genau zu planen und die entsprechenden finanziellen Mittel dafür zu akquirieren. Was nützt einem ein noch so gutes Produkt, wenn man es am Ende am Markt nicht platziert bekommt. Darüber hinaus ist es, denke ich, für jedes Startup extrem wichtig flexibel zu sein und dynamisch zu planen. Idealerweise hat man mehrere Pläne in der Schublade, sollte täglich alles neu hinterfragen und überdenken und muss in der Lage sein, schnelle Entscheidungen zu treffen.

Bild Prof.Dr.Henry Alexander Bildquelle Anja Jungnickel

Wir bedanken uns bei Bettina Brammer für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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