Es wird viele Menschen geben, die nicht an euer Ziel glauben

Vitalmonitor misst deinen Regenerationsstatus, Stresslevel und dein BioAge

Stellen Sie sich und das Startup Unternehmen Vitalmonitor doch kurz unseren Lesern vor!
Ich bin Martin Konrad, Chef vom Vitalmonitor. Ich führe ein Team von 12 Angestellten. Gemeinsam entwickeln wir den Vitalmonitor, ein System aus Brustgurt, Smartphone/Tablet App und Web Portal, das deinen Regenerationsstatus, dein Stresslevel und dein BioAge misst und dir außerdem auf deinen körperlichen Zustand zugeschnittene Trainingsempfehlungen in Echtzeit liefert.

Wie ist die Idee zur Vitalmonitor entstanden?
Ich war früher Zehnkämpfer und hatte einen Trainer, der mir meine Pläne schrieb. Leider habe ich mich nie daran gehalten. Ich wollte immer mehr erreichen und dachte mir viel hilft viel. Damals als Jugendlicher denkt man ja nicht an Übertraining und ein damit verbundenes Verletzungsrisiko. Ich trainierte also immer viel umfangreicher, als mein Körper verarbeiten konnte und erhielt eines Tages die Quittung dafür: eine chronische Entzündung meiner Wade. Somit war es vorbei mit Zehnkampf.
Einige Jahre später traf ich Mag. Bernhard Schimpl, seines Zeichens Sportwissenschaftler. „Warum kann man körperliche Leistungsfähigkeit nicht so einfach messen wie Gewicht oder Fieber?“ war meine Frage an ihn. Er müsste das doch wissen. „Klar geht das!“, war seine überraschende Antwort, „komm mit, ich zeigs dir!“
In seiner Praxis stand ein monströser Apparat, an den er mich mittels Handklemmen anschloss. Ich führte also meinen ersten Herzratenvariabilitäts-Test durch und ließ mir die Auswertung von Herrn Mag. Schimpl erklären. Das Gerät selbst war monströs und die Auswertung für einen Laien völlig unverständlich, aber in diesem Moment wusste ich, dass die dahinterstehende Technik den Sport revolutionieren wird.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Ich habe zum Glück schnell den ersten Investor für mein Projekt gefunden. Der wissenschaftliche Background hinter dem Vitalmonitor, die Messung der Herzratenvariabilität war nicht neu. Auch unser erster Investor hatte schon davon gehört. Ich habe ihm also das Konzept des Vitalmonitors vorgelegt und recht schnell die Zusage erhalten. Der nächste Schritt war dann der Bau des Vitalmonitors und die Programmierung der Software. Die ersten Tests führten wir noch mit Laptops durch. Zum Glück verbreiteten sich aber Smartphones mit Bluetooth sehr rasch und wir konnten eine passende App programmieren.
Den Vitalmonitor selbst zu bauen war deutlich schwieriger. Heutzutage lässt ja beinahe Jeder in China produzieren und so war es schwierig einen passenden Partner in der Nähe zu finden. Apple CEO Tim Cook sagte in einem Interview 2015 „Sie könnten vermutlich jeden Werkzeugbauer in den USA in dieses Studio packen. In China bräuchten Sie mehrere Football-Stadien.“ Zu unserem Glück haben wir einen verlässlichen Partner gefunden, der uns bei der Entwicklung mit technischen Know-How unterstützte und so können wir auch heute noch mit Stolz sagen, dass der Vitalmonitor zu 100% in Österreich hergestellt wird.

Wie hat sich das Unternehmen seit dem Start entwickelt?
Nach dem Start des Vitalmonitors bin ich noch selbst mit Berni durchs Land getingelt und habeden Vitalmonitor potentiellen Kunden vorgeführt. Das war manchmal hart. Oft wurden wir gefragt, wer den Vitalmonitor denn bereits einsetzt. Das ist direkt nach der Gründung natürlich schwierig und manchmal demotivierend. Aber es waren auch viele schöne Momente dabei. Als uns der Olympiastützpunkt Stuttgart 100 Vitalmonitore auf einmal abkaufte oder als wir in unserem ersten Jahr bereits einen sechsstelligen Umsatz erzielen konnten, den wir seitdem jedes Jahr verdoppeln.

Wer ist die Zielgruppe von Vitalmonitor?
Zu Beginn waren wir der Meinung, dass der Vitalmonitor von hochbezahlten Athleten gekauft wird. Der Preis von 399€ würde diese nicht stören und wer würde sonst in diesem Ausmaß von einer Leistungssteigerung und einer Reduktion der Verletzungswahrscheinlichkeit profitieren? Sie können sich vorstellen, wie überrascht wir waren, als wir bekannten Fußballspielern den Vitalmonitor gratis zur Verfügung stellen wollten und daraufhin die Frage erhielten, wie viel wir zahlen würden, damit sie damit messen.
Nach diesem Ausflug fokussierten wir uns auf bestehende Kunden und sahen und an, aus welchen Bereichen sie kamen. Zu Beginn waren es vor allem Triathleten, Ultrarunner und Marathonläufer, die nebenbei noch Vollzeit arbeiteten und 15-20 Stunden Training/Woche möglichst effizient verteilen wollten. Mit der Zeit wurden aber auch die Kunden aus dem Gesundheitsbereich immer zahlreicher. Diese messen mit dem Vitalmonitor Stress und ihr biologisches Alter und sehen dadurch mittel- und langfristig, wie sich Änderungen in ihrem Lebensstil auswirken. Mir fällt da direkt ein Kunde ein. Gut bezahlter Manager bei einer großen Versicherung. Er wollte als Ausgleich zu seinem stressigen Job Sport betreiben. Also ging er 3 Mal die Woche gegen 21:00 direkt aus dem Büro ins Fitness Studio und hat sich 90 Minuten lang intensiv ausgepowered. Das tat er ein paar Wochen lang und beschwerte sich dann, dass sein BioAge trotzdem immer weiter stieg. Was er nämlich nicht wusste ist, dass intensives Krafttraining ähnliche Hormone wie Stress freisetzt. Anstatt Stress abzubauen tat er also das genaue Gegenteil. Um sein BioAge zu senken haben wir ihm dann leichtes Ausdauertraining verordnet und siehe da: das BioAge ist über die folgenden Wochen stark gesunken. Circa einen Monat später hat uns dann seine Assistentin angerufen und sich persönlich mit den Worten „Mein Chef war noch nie so ausstehlich“ bedankt.

Wie funktioniert der Vitalmonitor?
Der Vitalmonitor ist ein 62g leichter Vitalsensor, der während der 3-minütigen Messung um die Brust getragen wird. Während dieser Messung siehst du in Echtzeit dein EKG, das vom Vitalmonitor an dein Smartphone/Tablet gesendet wird. Nach Beendigung der Messung werden deine Werte an unsere Sicherheitsserver gesendet, dort berechnet und innerhalb von nur wenigen Sekunden erhältst du die Auswertung mit Regenerationsstatus, Trainingsempfehlungen, Stresslevel und BioAge.
Am Morgen vor der Sendungsaufzeichnung haben meine Werte so ausgesehen:

vitalmonitor misst Regenerationsstatus,Stresslevel BioAgeWie kam es dazu, dass Sie sich für die Startup Show 2 Minuten 2 Millionen beworben haben?
Naja bei 2 Minuten 2 Millionen sitzen ja einige der erfolgreichsten Unternehmer des Landes in der Jury. Recht viel bessere Investoren könnte man sich ja gar nicht wünschen. Mir geht es vor allem auch um das Know-How, wie man ein Start-Up Unternehmen in kurzer Zeit maximal erfolgreich macht.

Wie haben Sie sich auf die Show 2 Minuten 2 Millionen vorbereitet?
Auf die Vorausscheidung haben wir uns ehrlich gesagt zu wenig vorbereitet. Ich war dort mit Klemens unserem Marketingleiter. Wir sind es beide gewohnt Präsentationen aus dem Stegreif zu geben. Bei der Vorausscheidung waren wir allerdings so nervös, dass das nicht mehr so richtig geklappt hat. Für die Show selbst haben wir dann die ersten 2 Minuten auswendig gelernt. Außerdem hat 2 Minuten 2 Millionen einen Vorbereitungsworkshop organisiert. Das hat uns auch nochmal sehr geholfen.

Sie sind eines der wenigen Startups die es in die Show 2 Minuten 2 Millionen geschafft hat. Wie motivierend ist das für Sie und was versprechen Sie sich von der Show?
Für das ganze Unternehmen ist das natürlich ein Riesenerfolg. Wir sind nur deshalb so weit gekommen, weil wir ein außergewöhnliches Team haben in dem Jede/r das Beste gibt. Nachdem der Vitalmonitor vielen Menschen in unterschiedlichen Situationen hilft gehen wir davon aus, dass ein Grundinteresse an unserem Produkt besteht. Wir haben uns im Vorfeld natürlich zahlreiche Folgen von 2 Minuten 2 Millionen angesehen und dabei gesehen, dass das Interesse an den teilnehmenden Startups nach der Sendung extrem gestiegen ist. Wir hoffen natürlich, dass das bei uns auch so ähnlich funktioniert.

Wie wichtig ist dieser Schritt für Sie als Startup-Unternehmen? Auch unter dem Gesichtspunkt, dass durch die Show viele Interessenten und auch Medien auf Vitalmonitor aufmerksam werden?
Natürlich hilft uns das Interesse an unserem Startup, aber auch das Feedback von der Jury ist für uns sehr wichtig. Diese Juroren haben ja schon in zahlreiche Startups investiert und können uns mit ihrer Rückmeldung wichtige Inputs für die weitere Entwicklung liefern.

Ziel der Show „ 2 Minuten 2 Millionen “ ist es, das Startups einen Investor bekommen und ein Deal zustande kommt. Welchen der Investoren haben Sie im Fokus?
Nachdem wir stark technikgetrieben sind würde sich Herr Altrichter anbieten. Aber auch Frau Ametsreiter mit ihrem internationalen Netzwerk wäre eine gute Investorin.

Vitalmonitor, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Unsere Vision ist es ein Gerät oder besser gesagt eine Möglichkeit zu entwickeln Vitalparameter, wie Stress oder Regenerationsstatus zu erhalten ohne extra eine Messung durchführen zu müssen. Vielleicht ist es auch möglich das mit einer Art Plan zu verbinden, bei dem man das Ziel auswählt (Marathon unter 4 Stunden, Stressreduktion, Abnehmen, etc) und anhand der Körpermessdaten immer genau die auf den Körper angepasste Aktion zu erhalten. Das ist aber natürlich noch Zukunftsmusik.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Es wird viele Menschen geben, die nicht an euer Ziel glauben. Wenn ihr vorher intensiv recherchiert habt und euch sicher seid, dann lasst euch von eurem Weg nicht abbringen.
Genauso wichtig ist es aber auch berechtigte Kritik anzunehmen und daraus zu lernen.
Aus eigener Erfahrung kann ich außerdem nur dazu raten so schnell wie möglich einen Prototyp zu entwickeln, um zu sehen, wie das Produkt ankommt. Oft ist man verleitet zu sagen „Dieses Feature sollten wir noch vor dem Start implementieren und das wär auch noch wichtig“, aber dadurch entsteht die Gefahr, dass man ein Produkt am Markt vorbei entwickelt.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Martin Konrad für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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