Die wohl wichtigste Fragen beim Gründen ist: Mit wem soll ich Gründen?

Visit4me Visitenkarten per App digitalisieren

Stellen Sie sich und dass Startup Visit4me kurz unseren Lesern vor!

Ich bin Moritz, 20 Jahre alt und komme aus Berlin. Ende 2017 Habe ich mit meinem Kollegen Christoph Abs unser erstes IT-Startup „Visit4me“ gegründet

Unsere Lösung soll den Alltag im Außendienst, besonders im Außendienst stark vereinfachen und die Möglichkeit bieten sich auf das zu konzentrieren Was zählt: Effektiv Zeit mit dem Kunden zu verbringen und den Deal abzuschließen. 

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Während meiner Trainee-Zeit in der Vertriebsabteilung bei dem Startup neXenio hatte ich neben vielen spannenden Aufgaben auch die Verantwortung für den Prozess der Leaderfassung und -verwaltung auf Messen und Events.

Konkret bedeutet dies, Visitenkarten manuell nach dem Event zu digitalisieren, das CRM System mit einer großen Menge an Leads und Daten zu füttern und Follow-up Emails mit einigen Tagen Verzögerung an vielversprechende Leads zu senden. 

Bei einem kleinen Team steckt hinter dieser Nachbereitungsaufgabe ein großes Zeitinvestment, welches nicht nur die Kontaktaufnahme mit interessierten Leads verzögert, sondern auch durch den Zeitdruck und menschliches Versagen zu einer sehr schlechten Datenqualität im CRM System führt. Was es am Ende des Tages sehr schwer macht diese Leads wieder anzusprechen, weil oft die relevanten Informationen fehlen, falsch digitalisiert wurden und einfach nicht festgehalten wurden.

Alles in allem war es Sehr frustrierend, so viel Zeit und Potenzial mit manueller Nachbereitung zu verschwenden, während die Antwortrate unserer interessierten Leads währenddessen von Stunde zu Stunde weiter sank.

Welche Vision steckt hinter Visit4me?

Unsere Vision war es und wird es immer bleiben, moderne Vertriebsteams in die Lage zu versetzten flexibel im Außendienst zu agieren, neue Leads kennenzulernen, ohne dass die Nachbereitung und Outbound Aktivitäten einen zu großen Aufwand oder Verzögerungen darstellen, um effektiv seine neuen Kontakte zu verwalten.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Zu Beginn handelte es sich um ein kleines gemeinsames Projekt von 2 Trainees, welches in der Freizeit vorangetrieben wurde, um eine effektivere Lösung für die Nachbereitung unserer Messeleads zu finden.

Nach der Ausarbeitung des Konzepts und rund 3 Monaten Entwicklungszeit standen wir mit unserem ersten MVP (Minimum Viable Product) bereit, unsere Konzepte zu testen und wieder anzupassen. Da wir ein Spinnoff von einem bereits auf dem Markt etabliertem Startup mit konkretem Bedarf waren, hatten wir von Beginn an die Möglichkeit, unser Konzept in kleinen Prototypen MVP genannt unter realen Bedingungen zu erproben.

Zwischen jedem neuen Prototypen und jeder neuen Erkenntnis über die tatsächlichen Anforderungen lag nichts anderes als Zeit. Die einzige Ressource, die wir effektiv benötigten, war Zeit und die konnten wir uns nehmen. Von Beginn an wurde das Project mit Eigenkapital finanziert und das haben wir derzeit auch weiterhin vor. Die Produktentwicklung mit einem kleinen Gründerteam hat deshalb vom Start bis zur fertig einsetzbaren Lösung mehr als 20 Monate gedauert.

Seitdem können wir uns über die Projektarbeit mit unseren Partnern selbständig Finanzieren und das Visit4me Team wächst stetig.

Wer ist die Zielgruppe von Visit4me?

Wir haben Visit4me für alle klein- und mittelständischen Unternehmen konzipiert, welche zum einen bei Ihrem Vertrieb auf ein CRM System setzten, um ihre Leads bis zum Abschluss zu verwalten und zum anderen für Unternehmen, welche einen großen Teil Ihre neuen Kunden auf Messen, Events oder generell mit Ihrem Außendienst akquirieren.

Genau für diese Teams wurde Visit4me entwickelt, um eine effektive Schnittstelle zwischen der analogen und der digitalen Welt zu sein.

Wie funktioniert Visit4me? Wo liegen die Vorteile?  Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Mit einer App können Visitenkarten per Scan erfasst werden, wichtige Informationen und Daten können mittels sprach zu Text, Notiz oder Tag Funktionen hinterlegt werden. Basierend auf den angegebenen Daten kann noch auf dem Messestand eine individuelle Follow Up Nachricht generiert werden, welche schon 2-3 Minuten nach dem Gespräch in der der Inbox der Leads landet. 

Der große Vorteil von Visit4me ist es, den tatsächlichen Erfassungsprozess bereits auf dem Event mittels Visitenkartenscan durchführen zu können, anstatt dass das Karten mit unleserlicher Schrift und unvollständigen Notizen beschrieben werden und zu teilen Wochen später erst manuell abgetippt werden. 

Ob mit oder ohne BackOffice sind Vertriebsteams plötzlich in der Lage jeden Ihrer Eventleads noch am selben Tag das erste Mal zu kontaktieren und sie in einem Bruchteil der Zeit mit einem guten Datensatz in bestehende Systeme zu exportieren.

Wie ist das Feedback?

Wenn wir das das erste Mal unsere Lösung auf Messen dem Standpersonal und Vertrieblern vorstellen, gehen die Augen auf. Das allseits bekannte Problem der Kontaktnachbereitung im Außendienst ist größer denn je und zehrt an den Kräften und dem Potenzial der Vertriebsteams auf Messen.

Die Vertriebler freuen sich über die gesparte Digitalisierungsarbeit die Visti4me übernimmt und den klaren Überblick, der nach dem Event über jeden einzelnen Lead mit dem gesprochen wurde bereitsteht. 

Das größte Lob, dass wir bekommen ist, dass wirklich alle akquirierten Leads kontaktiert sowie dokumentiert werden und im CRM System später klar nachverfolgt werden können.

Keine Kontakte und kein Potential gehen verloren. Das Außendienstteam kann sich auf das konzentrieren wofür sie da sind: Neue Interessenten finden und Sie gezielt ansprechen.

Als ein sehr interessantes Feedback haben wir von unseren Nutzern berichtet bekommen und konnten es später selbst bestätigen, dass die Antwortrate einer Reihe von E-Mails, die hintereinander an Messeleads gesendet wird, signifikant niedriger ist, als wenn man über verschiedene Kanäle seine Leads anspricht.

Besonders gute Erfahrungen haben wir mit Business-Networks wie LinkedIn oder XING gemacht.

Visit4me, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Als ein Startup realistisch fünf Jahre in die Zukunft zu gucken oder zu planen ist unmöglich. Wir haben uns das Ziel gesetzt, genauso schnell zu wachsen wie unser neu aufgebauter Vertrieb in der Lage ist, uns aus eigenen Kräften zu finanzieren. Auf die kommenden Monate und Jahre bezogen heißt das, in erster Linie weiter den Vertrieb auszubauen und das Produkt immer weiter an die Kundenanforderungen anzupassen, um die bestmögliche Erfahrung zu kreieren. 

Beim Produkt befinden wir uns derzeit in einer Umbruchphase, wo wir neben E-Mail Nachrichten auch eine Kontaktaufnahme über LinkedIn erlauben, um noch mehr Zeit unserer Kunden sparen zu können, während wir gleichzeitig die Erfolgsrate von Messen steigern.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Für angehende Gründer haben wir 3 wichtige Tipps mit auf den Weg zu geben

#1 Die wohl wichtigste Fragen beim Gründen ist: Mit wem soll ich Gründen?


Ein Gründerteam muss unbedingt alle wesentlichen Geschäftsfelder und Aufgaben abdecken, die auf euch zukommen. Das unterscheidet sich je nach Industrie und Art der Gründung.
Bei einem IT-Startup war es war es beispielsweise wichtig, dass sowohl die kaufmännische als auch die technische Seite im Gründerteam vertreten ist. Alle Themenfelder, die man sich über externe Kräfte einkaufen muss, werden sehr teuer und sind für ein Startup meistens nicht erschwinglich.

Wer Gründen möchte muss sich sicher sein, dass er mit Kollegen, Freunden oder neuen Partnern gründet, die zusammen eine multidisziplinäre Gruppe bilden, die alleine, ohne Hilfe von Außen zu mindestens die erste, richtige Version des Produkt selbst entwickeln können.

#2 Wie lerne ich am besten?

Jeder der Gründet wird schnell lernen, dass im Alltag eines Startup Gründers ständiges Lernen im Mittelpunkt steht. Wie trage ich eine Gesellschaft ein, wie funktionieren Steuern, was für Pflichten hat man seinen Arbeitnehmern gegenüber… 

Ein Großteil deiner Zeit wird genau dafür drauf gehen. Wichtig ist es vorher heraus zu finden, wie man selbst am besten lernt. Beim Gründen hat man (bis auf seine Mitgründer) niemanden im Rücken, der dir ein Lehrplan schreibt, Informationen zur Verfügung stellt und Wissen abfragt.
Genau das liegt in der eignen Verantwortung der Gründer und ist die Grundvoraussetzung dafür, dass ein legales Unternehmen aufgebaut werden kann.

Wenn du gründen möchtest werde dir im Vorhinein darüber klar, dass du dich bei jeder dritten Aufgabe erst einmal wieder in neue Materie einlesen musst und neue für dich oft nicht spannende oder relevante Themen verstehen musst.

Finde heraus, ob du Spaß daran hast neues zu lernen und ob du alleine in der Lage bist, genug Motivation zu finden.

#3 Ship Early, Ship often

Als Gründerteam teilt man – Im Großen und Ganzen die Vision, wo sich das Produkt oder die Dienstleistung sich hin entwickeln soll und wie es dabei aussehen und sich anfühlen soll. 

Leider ist diese Vision oft knapp an der tatsächlichen Anforderung der Zielgruppe vorbeigeplant.
Deshalb sollten die Annahmen die von den Gründern als Grundlage für die Produktentwicklung aufgestellt wurden, über die Anforderungen und Zielgruppe unbedingt regelmäßig überprüft werden.

Sonst investiert ein Startup schnell zu viele Ressourcen in die falsche Richtung und stellt sich selbst ein Bein.

Besonders hilfreich fanden wir bei unsere Gründung die Ideen und Abläufe von Design Thinking, welche uns durch die Prozessschritte einer Produktentwicklung nah am Kunden genügen Struktur gaben und gleichzeitig eine schnelle und agile Entwicklung förderte. 

Sehr zu empfehlen.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Moritz für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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