Macht Euch von Stunde Null an bewusst, mit welche Art von Menschen Ihr zusammen arbeiten wollt

VISI/ONE ist der Marktführer für Preisauszeichnung im stationären Fahrzeughandel

Stellen Sie sich und das Unternehmen VISI/ONE doch kurz unseren Lesern vor!
Sehr gerne. Ich bin Reike und bei VISI/ONE für Finance und Operations verantwortlich. VISI/ONE ist der Marktführer für Preisauszeichnung im stationären Fahrzeughandel. Jeder, der schon einmal in Autohäusern war, kennt wohl das typische Blatt Papier mit Angaben zu Preis, Fahrzeugtyp und Ausstattungsmerkmalen, das standardmäßig hinter den Windschutzscheiben der dort zu verkaufenden Autos haftet. Irgendetwas hält dieses Blatt Papier dort fest. Und genau das sind unsere Produkte. Selbstklebende Folien, hochwertige Metallboards, oder komplett digitale Lösungen, Stichwort elektronisches Preisblatt. Mit unseren analogen Produkten beliefern wir bereits mehr als 40 Fahrzeugmarken in mehr als 70 Ländern. Bei der digitalen Preisauszeichnung sind wir noch ein Startup.

Wie ist die Idee zu VISI/ONE entstanden?
Bevor es VISI/ONE gab, fand die Preisauszeichnung an Fahrzeugen mit dem Stift per Hand statt, oder bestenfalls mit Standardanzeigen für Zahlen aus dem Bürobedarf. Wegwerfartikel, die häufig schlecht zu bedienen waren und noch schlechter mit Sonneneinstrahlung oder Kälte klar kamen. Jedes Autohaus kochte sein eigenes Süppchen. Da steckte überhaupt kein Produkt-Konzept hinter und von mit Herstellermarken abgestimmten Designs war man noch Lichtjahre entfernt. Kein schöner Anblick, wenn Du als Privatmensch auf Autosuche gerade vor einer so großen Kaufentscheidung stehst. Den Fahrzeugmarken mit ihrem Anspruch an Design und Ästhetik war das natürlich auch ein Dorn im Auge. Diesen Bedarf hat VISI/ONE erkannt und setzt seither Standards im Automotive Retail als geschätzter Partner von Marken und Händlern.

Welche Vision steckt hinter VISI/ONE?
Die ganze Branche des Fahrzeughandels hinkt im Vergleich zu anderen Branchen in Sachen Digitalisierung noch stark hinterher. Die Systeme stammen teilweise aus den 90’ern. Vor allem im stationären Handel. Der Online-Handel mit Fahrzeugen ist da bereits deutlich weiter. Genau wie viele Dienstleister für den Fahrzeughandel. Aber die Kette ist immer nur so stark wie ihr schwächstes Glied. Medienbrüche sind die Folge. Und schlechte Datenqualität. Wenn ein Fahrzeug den Besitzer wechseln soll, sind viele damit verbundene Vorgänge aufwändig und fehlerbehaftet. Für die Verkäufer, und leider auch für den Kunden, wenn zum Beispiel der Online-Preis ein anderer ist als der Preis im Autohaus. Preisupdates in Autohäusern sind aktuell also ein aufwändiger, nerviger und teurer Prozess. Das muss sich ändern. Unsere Vision: Mit CSI Pricing laufen Preisupdates im Autohaus künftig in Sekundenschnelle, bequem und sicher vom Rechner oder Smartphone. Profitabilität rauf. Fahrzeug-Standzeiten runter.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Nehmen wir mal die Digitale Preisauszeichnung. VISI/ONE ist ja seit jeher Innovator. Trotzdem ist der Wandel vom Anbieter analoger Produkte hin zum Technologieunternehmen eine Herausforderung. Die ganze Organisation ändert sich dabei und man muss seine Mitarbeiter auf diese Reise mitnehmen. Zum Glück sind wir extrem Branchen fokussiert. Wir kennen den Fahrzeughandel wie kein zweites Unternehmen. Wenn man eine Branche so intensiv begleitet, Teil von ihr ist, dann fällt es Dir auch viel leichter, den Wandel mitzugehen und sogar voran zu treiben. Wir entwickeln uns ja nicht nur selbst als Organisation weiter, sondern verändern einen kompletten Markt mit unseren digitalen Produkten.

Dann auf technologischer Seite: Mit unserer Produktlinie CSI Pricing haben wir mit Hilfe hochmoderner Technologien eine global skalierbare IoT-Plattform von Null auf selbst entwickelt, die zuverlässig und von den Kunden sehr leicht bedienbar ist. CSI steht hier übrigens nicht für eine Krimiserie, sondern für Car Sales Intelligence. Hardware und Software parallel zu entwickeln ist anspruchsvoll.
Und dann sind da Herausforderungen auf der Personalseite. Wir haben viele neue Rollen und Positionen geschaffen und ein ganz unglaublich gutes Team aufgebaut an unserem neuen Tech-Standort Berlin. Aber wir sind sehr wählerisch bei neuen Mitarbeitern. Damit leisten wir uns heutzutage natürlich einen großen Luxus. Denn es sind letztlich die Köpfe, Herzen und Hände hinter den Produkten, die den Erfolg eines Unternehmens ausmachen.

Was die Finanzierungsseite angeht, sind wir lange den Weg der Selbstfinanzierung gegangen. Wir wollten zunächst sehen und sichtbar machen, dass der Bedarf nach digitaler Preisauszeichnung vorhanden ist, und dass wir in der Lage sind, mit unseren Produktinnovationen auf diesen Bedarf zu reagieren. Proof of Concept sozusagen. Dafür sind wir als Gesellschafter selbst hoch ins persönliche Risiko gegangen. Heute ist klar, dass es funktioniert. Wir haben kürzlich eine Finanzierungsrunde im Millionenbereich erfolgreich schließen können, um die nächste digitale Produktgeneration fertig zu entwickeln und die Marktdurchdringung in Deutschland weiter voran zu treiben. Aber wir liefern vereinzelt auch schon ins Ausland und planen bereits die weitere internationale Ausweitung. Dafür werden wir die kommenden Monate weitere Gespräche mit potentiellen Investoren führen.

Wer ist die Zielgruppe von VISI/ONE?
Unsere Zielgruppe ist der Fahrzeughandel. Und dabei insbesondere Herstellermarken, Banken im Kfz-Gewerbe und Autohändler.

Wie funktioniert VISI/ONE?
Ganz einfach. Unsere Kunden kaufen von uns analoge oder digitale Lösungen zur Preisauszeichnung ihrer Fahrzeuge ein. Wir bieten verschiedene Kaufoptionen, von Einmalkauf bis Leasing an.

VISI/ONE PreisauszeichnungWelche Vorteile bietet VISI/ONE? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?
Der ganz sicher größte Game Changer ist, dass unsere GPS-fähigen Digitalen Preisschilder in der nächsten Generation nicht mehr auf WLAN oder Funk basieren werden, wie es sämtliche aktuellen Lösungen am Markt tun, sondern auf Mobilfunk. Bei WLAN und Funk muss man Gräben buddeln, Kabel verlegen, Funkmodule kaufen, It-Administratoren beschäftigen. Bei Mobilfunk entfällt all das. Der Kunde holt sein neues Preisschild aus dem Karton, loggt sich zur Aktivierung ein, fertig. Das ist die Zukunft. Und nur so kann die Skalierung klappen. WLAN und Funk werden in wenigen Monaten zur Randerscheinung.

Darüber hinaus gibt es keinen anderen Anbieter von Preisauszeichnungs-Lösungen, der sich ausschließlich auf den Fahrzeughandel konzentriert. Das ermöglicht uns, auf die Bedürfnisse im Automotive Retail maßgeschneidert Produkte und Leistungen zu entwickeln. Wir kennen die großen Höfe, sind mit den Wetterbedingungen im Auto vertraut. Bei branchenrelevanten Innovationen sind wir dadurch auch schneller, weil wir nicht für viele Branchen mitdenken müssen. Als Qualitätsführer haben wir in der Vergangenheit bewiesen, dass wir in diesem Markt Standards setzen. In den letzten Jahren haben mehr als 200 Millionen Fahrzeuge weltweit mit der Unterstützung von VISI/ONE Produkten den Besitzer gewechselt. Es gibt aktuell auch kein anderes Unternehmen, welches in der Lage ist, Projekte für die Digitale Preisauszeichnung weltweit auszurollen. Das ist für viele Entscheider im Einkauf tatsächlich sehr wichtig. Ein digitales Preisschild und ein Stück Software reichen da nicht aus. Deswegen tun sich unsere Wettbewerber auch so schwer. Noch zumindest.

Und wir denken natürlich immer auch drei Schritte voraus und haben unsere IoT-Cloud so gebaut, dass wir perspektivisch sämtliche Systemlösungen in den Autohäusern an unsere Software per Schnittstelle andocken können. Standortübergreifend. Für viele Dealer Management Systeme (DMS) haben wir bereits Integrationen im Einsatz. Dadurch werden vorhandene Prozesse im Autohaus nicht nur für Mehrmarkenhändler sogar einfacher und nicht komplexer.

VISI/ONE, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Preisauszeichnung findet im stationären, markenbewussten Fahrzeughandel überwiegend digital statt. Unsere CSI Produkte haben dafür weltweit den Standard gesetzt. Drittanbieter haben dank unserer offenen Plattform-Architektur neue Services für den Fahrzeughandel entwickelt, die zusammen mit unseren Lösungen das Leben des Verkäufers einfacher machen, die Marge der Autohändler erhöhen und das Käufererlebnis positiv aufwerten.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
1) Wenn man es schafft, mit seinen Entscheidungen überdurchschnittlich oft richtig zu liegen, ist es langfristig lukrativer, seine Entscheidungsgeschwindigkeit zu erhöhen, als die Erfolgswahrscheinlichkeit jeder einzelnen Entscheidung optimieren zu wollen.
2) Macht Euch von Stunde Null an bewusst, mit welche Art von Menschen Ihr zusammen arbeiten wollt und entwickelt ein System, solche Menschen zu identifizieren und andere Menschen auszugrenzen.
3) Wenn Ihr es vordergründig fürs Geld macht, sucht Euch lieber einen Job als Angestellter. Da haben dann alle mehr von.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Reike Treder für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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