Die Löwen sind los – was ist zu tun?

Ein Warm-up zur vierten Staffel der Start-up Show bei VOX

Was ist eigentlich dran an „Die Höhle der Löwen“? Dieser nun schon in der vierten Staffel erfolgreichen Start-up Show bei VOX. Auch Claus Fahlbusch, selbst Gründer eines erfolgreichen Start-ups, des Hamburger Shipping Service Providers shipcloud, bringt es für sich so auf den Punkt: „Ich finde die Show gut, weil sie ein hierzulande in der breiten Öffentlichkeit noch immer unterbelichtetes Wirtschaftsthema auf populäre Weise medial nach vorne bringt. Und weil sie Menschen, die als Unternehmer selbst etwas auf die Beine stellen wollen, Mut macht, es auch zu wagen. Außerdem ist es für die ausgewählten Start-ups eine klasse Chance, sich und ihrer Geschäftsidee so richtig Wind unter die Flügel blasen zu lassen.“

Von diesem Wind werden Fahlbusch und sein Team von shipcloud wohl auch in diesem Herbst wieder einiges mitbekommen. Denn wie es der Zufall oder der von den Hamburgern angebotene Service will, in jeder Staffel waren Kandidaten dabei, die beim Thema Logistik auf shipcloud setzten. Auch diesmal ist wieder einer mit von der Partie, der hier aber nicht geoutet werden darf.

Welchen guten Rat kann man den aktuellen Kandidaten mit auf den Weg geben? Wer wüsste da besser Bescheid als ehemalige Teilnehmer der Show. Michael Ziegler, der zusammen mit seinem Freund Manuel Stöffler und ihrem Start-up Grillido nichts weniger als die Wurstrevolution ausrufen will, erinnert sich an die größten Herausforderungen. „Am Tag der Ausstrahlung und in den zwei Tagen danach war der Traffic auf dem Shop sehr groß. Damit hatten wir IT-seitig unsere Probleme, aber auch mit Produktion, Logistik und Service kamen wir an unsere Grenzen.“

Eine Erfahrung, die Tobias Degen vom Hamburger Gemüsechips Hersteller Heimatgut nur all zugut bestätigen kann. „Schon in der Nacht der Ausstrahlung hat sich gezeigt, was da auf uns zu-kommt. Unser Shopsystem beziehungsweise der Server dahinter konnte den aufkommenden Be-sucheransturm kaum stemmen. Das hat sich selbstverständlich auch in der Anzahl der Bestellungen widergespiegelt.“

Ähnlich lief es in Berlin Kreuzberg ab, wo den Jungs von einhorn ihre nachhaltig hergestellten Öko-Kondome offenbar nur so aus den Händen gerissen wurden. „Bumms! Da war was los. Alle wollten es haben und wir hatten weit über 1.000 Bestellungen, geil!“ – lacht Philip Siefer, wenn er sich an die Nacht der Nächte, respektive der Ausstrahlung des legendären Einhorn-Auftritts in der Höhle der Löwen erinnert.

Halten wir also fest, wer in der Show vor einem Millionenpublikum seine Geschäftsidee präsentiert, sollte sich auf einen Ansturm im Shop einstellen. Wie kann man dem am besten begegnen? „Der Austausch mit anderen Startups der Show zeigt deutlich, dass es Sinn macht, vorgefertigte Sets anzubieten, damit man diese am Tag der Ausstrahlung bestenfalls nur noch mit Lieferschein und Versandetikett beklebt auf den Weg schicken kann. Die Vorbereitung ist ausschlaggebend dafür, wie viel Mehrwert man aus seinem Auftritt ziehen kann.“ – empfiehlt Tobias Degen von Heimatgut.

Der Wurstrevolutionär Michael Ziegler warnt vor Experimenten und empfiehlt, sich an folgender Agenda zu orientieren: „Arbeitskräfte gemäß Forecast einplanen und sich darauf vorbereiten, dass man sehr kurzfristig reagieren muss. Genügend Verpackung vorrätig halten und die Ware nach Möglichkeit bereits vorgepackt haben, am besten zwei Wochen vor der Show. Und das Transportvolumen beim Carrier schriftlich bestätigen lassen.“ Eine Sache, die in diesem Fall unter Mithilfe von shipcloud offensichtlich gut geklappt hat, denn der Löwen-Hype führte laut Ziegler zu keinerlei Problemen beim Versenden.

„Seit wir in der Höhle der Löwen waren, haben wir ein anderes Niveau an Bestellungen erreicht. Diese PR-Auftritte sind unbezahlbar und für ein Start-up gerade in der Anfangsphase Gold wert.“ – so Ziegler und Tobias Degen von Heimatgut ergänzt. „Wenn man es schafft, bei seinem Auftritt eine große Zahl an Kundenadressen zu gewinnen und die technischen Weichen stellt, um Kunden via retargeting zu erreichen, dann hat man sehr gute Chancen, lange von dem Auftritt zu zehren.“

Sowas hört Claus Fahlbusch natürlich gerne. Noch zufriedener macht ihn aber, dass die drei ehe-maligen Kandidaten shipcloud treu geblieben sind und die seitdem nachhaltig gestiegenen Paket-zahlen weiter über den Hamburger Shipping Service Service abwickeln. „Aufgrund der gestiegenen Volumina teilweise mit einem eigenem Carrier-Vertrag. Denn auch weil wir unseren Service gerade für Start-ups im gestaffelten Abo-Modell anbieten, ist es kein Problem, später mit uns gemeinsam in neue Dimensionen hineinzuwachsen.“

Autor: Wolfgang Schilling, Bestsidestory

Bild: Die „Löwen“. v.l.n.r.: Carsten Maschmeyer, Judith Williams, Frank Thelen, Dagmar Wöhrl und Ralf Dümmel. Bild: Die Löwen Foto: MG RTL D / Bernd-Michael Maurer

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

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