Kooperation statt Wettbewerb: Die digitale Zukunft der Versicherer

Beim Versicherungs.Dialog der Unternehmensberatung BearingPoint standen zukünftige Anforderungen an Versicherer, der Umgang mit dem digitalen Wandel und der Austausch mit Start-ups im Fokus

Die Versicherungsbranche sieht sich einer Vielzahl von Herausforderungen gegenüber. Neue Produkte und Innovationen, Ideen und Methoden überrollen den Markt. Die Kundenwünsche verändern sich und neue Marktteilnehmer nutzen das, um sich zu positionieren und neuen Mehrwert aufzuzeigen. Dies zwingt Versicherer dazu, sich mit dem Kulturwandel auseinanderzusetzen und sich in Teilen neu zu erfinden. Wie das im Einzelnen aussehen kann, haben Führungskräfte aus großen und mittelständischen Versicherungsunternehmen, Branchenexperten sowie Innovationstreiber aus der Start-up-Szene beim BearingPoint Versicherungs.Dialog im HeadQuarter[s] Köln diskutiert. Unter dem Titel „Versicherung 2025 – Start up!“ stand vor allem der Kooperationsgedanke mit Vernetzung und Interaktion anstelle von Konkurrenzdenken auf der Tagesordnung. Neben Keynotes zu Themen wie Innovationsmanagement, Coopetition und Digitalen Ökosystemmodellen hatten die Versicherer die Möglichkeit, über ein Business-Speed-Dating ausgewählte Start-ups persönlich kennenzulernen und sich über mögliche Kooperationsansätze auszutauschen. Aktuelle Herausforderungen wurden identifiziert und Lösungsansätze sowie mögliche Geschäftsmodelle diskutiert.

Kundenzentrierte Innovation als Schlüsselfaktor

Andreas Nothdurft, Partner im Bereich Digital & Strategy bei BearingPoint und Ausrichter der Veranstaltung, machte auf die Treiber des Wandels aufmerksam: „Getreu des Mottos ‚Start up‘ haben wir es mit vielen Treibern zu tun, die heute bei den etablierten Versicherern Leidensdruck erzeugen oder in absehbarer Zeit erzeugen werden. Haupttreiber ist aber sicherlich der kritische und anspruchsvolle Kunde. Dieser möchte schnell und flexibel verschiedene Angebote haben und artikuliert das heute auch deutlich.“

Dr. Ulrich Schmitz, Geschäftsführer Axel Springer Digital Ventures, betonte die Notwendigkeit für strategische und geschäftspolitische Überlegungen: „Das Papier ist als Trägermedium für Nachrichten endlich. Sie müssen jetzt überlegen, was das Papier Ihrer Branche ist. Wenn der Zug abfährt, hilft Hinterherlaufen in den meisten Fällen nicht.“

Eine Frage der Kultur

Die Diskussionen haben gezeigt, dass der Großteil der Versicherer den Transformationsbedarf grundsätzlich erkannt hat. Bezüglich der Positionierung im Hinblick auf das Zielbild 2025 sind die Reifegrade in den einzelnen Unternehmen jedoch noch sehr unterschiedlich ausgeprägt. Damit beschäftigte sich bereits die BearingPoint-Studie „Readiness 2025“ im vergangenen Jahr. Demnach verändert die Digitalisierung Geschäftsmodelle auf unterschiedlichsten Ebenen und betrifft nicht nur die IT, sondern nahezu alle Prozesse im Unternehmen sowie die komplette Produktwelt.

Dies bekräftigte auch Dr. Alexander Bernert, Head of Proposition & Innovation der Zurich Gruppe Deutschland. Dr. Bernert sieht die Transformation als eine ganzheitliche und kulturelle Aufgabe: „Nie wieder wird der digitale Wandel so langsam wie heute sein, jeden von uns kann er überholen. Innovation ist immer auch eine Frage der Einstellung und was man den Mitarbeitern mitgibt bzw. vorlebt. Wenn wir einer der kundenorientiertesten, schnellsten und agilsten Versicherer, ggf. auch als ‚Second Mover‘ in Reaktion auf disruptive Marktänderungen, sein wollen, dann müssen wir das nicht nur mit einem kleinen Team leben, sondern dann müssen wir es als ganzes Haus verwirklichen.“ Aus diesem Grund gründet der Versicherer interne Start-ups, die kundensegmentorientierten sogenannten Champions, und setzt in erster Linie auf Transformation zu mehr Innovation von innen.

Strategische Kooperationen und Erfahrungsaustausch für neue Geschäftsmodelle

Für Dr. Johannes Dick, Leiter Konzernentwicklung der AXA Konzern AG und Mitinitiator des AXA Innovation Campus, spielen im Innovationsprozess Start-ups für etablierte Versicherungsunternehmen eine zentrale Rolle: „Wir glauben daran, dass durch die gezielte Zusammenarbeit von Start-ups und großen Konzernen, wie AXA, Innovationen schneller vorangetrieben werden können: Auf der einen Seite die Erfahrung, große Kundenbasis, das Verkaufsnetzwerk bzw. der Marktzugang sowie Funding-Möglichkeiten und auf der anderen Seite die kreativen, schnellen und technisch versierten Start-ups. Kundenorientierung, Agilität und Innovationskraft – das treibt eben nicht nur Start-ups.“ Durch strategische Investitionen in Kooperationen mit Start-ups zu unterschiedlichen Entwicklungsphasen könnten Kontaktpunkte mit Kunden gezielt erhöht und Versicherungsprodukte auf die Geschäftsmodelle der Start-ups zugeschnitten werden, so der Experte.

Diese unterschiedlichen Sichtweisen und der persönliche Dialog mit ausgewählten Start-ups standen beim BearingPoint Versicherungs.Dialog im Mittelpunkt und haben die Veranstaltung zu einem interaktiven Hub gemacht. Darüber hinaus wurden am Beispiel digitaler Ökosysteme konkrete Möglichkeiten für neue Geschäftsmodelle als Antwort auf die aktuellen Herausforderungen aufgezeigt.

Mehr zur Atmosphäre auf dem Event und weitere Stimmen zur Veranstaltung gibt es hier

Quelle BearingPoint

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