Holt euch frühzeitig Feedback ein: Rausgehen, testen und weiter verbessern!

VentureVilla Startup-Förderprogramm für Early Stage-Startups

Stellen Sie sich und den Accelerator VentureVilla doch kurz unseren Lesern vor!

Ich bin Gründerin & geschäftsführende Gesellschafterin bei der Match-Watch GmbH seit 2015 und wurde mit dem New Work Award von XING ausgezeichnet. Seit Ende 2018 bin ich ehrenamtlich als Vorbild-Unternehmerin für die Initiative Frauen unternehmen vom BMWi unterwegs. Außerdem bin ich seit September 2018 Geschäftsführerin der VentureVilla Accelerator GmbH und beschäftige mich seitdem noch intensiver mit den Themen female founders, Venture Capital und Role Models. Die VentureVilla kenne ich seit ihrer Gründung, da ich bereits als Mentorin die Startups in ihrer Entwicklung seit 2016 mitbetreut habe.

Die VentureVilla ist ein Startup-Förderprogramm für Early Stage-Startups aus dem Bereich Web- und Softwaretechnologie. Startups aus ganz Deutschland können sich für das 100-tägige Programm qualifizieren und neben Workshops & Mentoring bis zu 100.000 Euro Investment erhalten. 

Warum wurde die VentureVilla gegründet?

Hannover ist ein toller Gründungsstandort mit vielen ambitionierten Gründer*innen. Die finanzielle Unterstützung durch die Fonds (hannover innovation fonds und Hannover Beteiligungsfonds) setzt jedoch erst in der Seed-Phase ein, sodass die Gründer*innen an der Stelle einen sehr langen Atem beweisen mussten. Mit der VentureVilla wollten wir hier zusätzliche Unterstützungsstrukturen schaffen und den Teams in dieser frühen Phase Rückendeckung geben, indem wir nicht nur Expertise, sondern auch ein Pre-Seed-Investment anbieten.

Welche Vision steckt hinter VentureVilla?

Unser Ziel ist es, mit der VentureVilla einen Knotenpunkt im Ökosystem Hannover und Niedersachsen abzubilden und die verschiedenen Akteure (Startups, Unterstützer*innen, Investor*innen, mittelständische Unternehmen und Konzerne) miteinander zu verbinden und Hannover als Startup-Standort noch weiter zu stärken. Unsere Startups zeigen, dass „the next big thing“ nicht aus einer Garage aus Palo Alto stammen muss, sondern genauso gut in Hannover entstehen kann.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Die Finanzierung eines solchen Projekts gehört sicherlich zu den größten Herausforderungen. Die Teams, die an unserem Programm teilnehmen, befinden sich noch in einem sehr frühen Stadium, wodurch das Investment natürlich immer ein gewisses Risiko darstellt, weil noch nicht genügend Zahlen vorhanden sind, auf die man sich bei der Evaluation stützen kann. Mit dem ersten großen Exit rechnet man nach ca. 8 bis 10 Jahren, weshalb wir bis zum ersten großen Cashflow noch etwas Wegstrecke vor uns haben. Bisher sind wir aus einer Anschubfinanzierung vom hannover innovation fonds sowie zum Teil aus Landesförderung und hannoverimpuls finanziert.

Wer ist die Zielgruppe von VentureVilla?

Wir sind in der VentureVilla stets auf der Suche nach aufstrebenden Teams mit innovativen und skalierbaren Geschäftsideen im Bereich der Web- und Softwaretechnologie. Dabei sind wir für offen für alle Branchen und nehmen Teams aus ganz Deutschland auf. Wichtig ist uns, dass das Team-Setup soweit steht und sich ein erster Prototyp mindestens in der Entwicklung befindet. Besonders freuen wir uns übrigens über Gründerinnen, die ja leider aktuell immer noch die Minderheit in der Gründungslandschaft darstellen.

Wie funktioniert VentureVilla? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Acceleratoren?

Wir haben uns in den bisherigen drei Jahren ein großartiges Netzwerk an Mentor*innen und Coaches aufgebaut (unser sogenanntes founders network), die in der Regel selbst Gründer*innen sind und daher die Herausforderungen eines Startups aus erster Hand kennen. Dieser Austausch auf Augenhöhe ist ein großer Benefit für unsere Teams. Hinzu kommt, dass wir nach dem Prinzip „Fair Funding“ investieren, sprich wir bieten den Teams in dieser frühen Phase Investments zu fairen Konditionen (bis zu 100.000 Euro für 6-10 Prozent). Zu guter Letzt profitieren unsere Programmteilnehmer*innen von einem eigenen Büro in unserer Villa im Herzen von Hannover.

Wie ist das Feedback?

Bisher ist das Feedback der Startups durchweg positiv. Natürlich sehen wir immer noch Optimierungsbedarf – auch wir funktionieren ja wie ein Startup (2016 gegründet), entwickeln uns immer weiter und passen uns den neuen Entwicklungen an – aber wir beobachten, dass inzwischen viele Startups auf Empfehlung unserer Alumni-Teams zu uns kommen, was wir als gutes Zeichen deuten. Und auch unsere Erfolgsquote gibt uns Recht: 13 von 13 Teams, die wir nicht nur betreut, sondern auch finanziert haben, existieren noch!

VentureVilla, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Im Optimalfall steht uns in 5 Jahren der erste große Exit aus unserem Portfolio bevor. Daneben wollen wir bis dahin unser Online-Accelerator-Programm erfolgreich ausgerollt und unser Corporate Accelerator-Programm in Niedersachsen etabliert haben – daran arbeiten wir bereits fleißig!

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

  1. Holt euch frühzeitig Feedback ein: Rausgehen, testen und weiter verbessern! Wir stellen immer wieder fest, dass selbst Startups noch viel zu selten den Lean-Ansatz verfolgen und zu lange an ihren Produkten und Services tüfteln, bis sie sich das erste Mal damit raustrauen.
  1. Sucht euch die richtigen Partner*innen an eurer Seite: Egal ob Mitgründer*innen, Förderprogramme oder Investor*innen, das richtige Team und ein gutes Netzwerk sind unverzichtbar für den Erfolg eines Startups und sollten daher mit Sorgfalt ausgewählt werden.
  1. Bleibt euch einerseits treu, aber andererseits auch flexibel: Hier gilt es die richtige Balance zu finden. Auf eurem Weg werdet ihr zahlreiche Ratschläge bekommen, aber auch mit einem noch so großen Geldbeutel und noch so viel Erfahrung können andere nicht immer wissen, was das Beste für euch ist. Daher unser Tipp: Nehmt Feedback ernst, aber lasst euch dabei nicht von eurem Weg abbringen.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Julia Kümper für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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