Committet euch auf einen Marathon!

Ventecon: Network Mining rekonstruiert Netzwerke innerhalb und außerhalb von Organisationen

Stellen Sie sich und das Startup Ventecon kurz unseren Lesern vor!

Organisationen, Geschäftsmodelle und Wertschöpfung finden sich zunehmend in dynamischen und vernetzten Umgebungen wieder. Dies ist nicht zuletzt in der fortschreitenden Globalisierung und Digitalisierung begründet. Langfristiger Erfolg ist in Folge dessen abhängig von Verständnis über das eigene Ökosystem. Als Teil komplexer Netzwerke sind Organisationen nicht zu unterschätzenden Risiken ausgesetzt. Gleichzeitig entgehen ihnen oftmals Chancen, weil sie Informationen aus Netzwerken in der Regel nicht systematisch verwerten. Noch immer verlassen sich viele Organisationen auf ihr Bauchgefühl oder auf formale Beschreibungen, die der wahren Natur von dynamisch-komplexen Netzwerken nicht gerecht werden. Kritische, verborgene Strukturen, Wechselwirkungen und Abhängigkeiten finden sich in jedem Netzwerk und hinterlassen digitale Spuren. Hier setzt Ventecon an. Unsere Technologie Network Mining – die digitale Spurenleserin – rekonstruiert Netzwerke innerhalb und außerhalb von Organisationen basierend auf digitalen Fährten in IT-Systemen. Sonst verborgenes Netzwerkwissen wird somit greifbar und bietet Organisationen einen großen Mehrwert.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Patrick und ich teilen lustigerweise denselben Kindheitstraum. Wir beide wollten Erfinder werden und die Welt mit unseren Erfindungen ein Stück weit besser machen. Der Wille zur Schöpfung spiegelte sich in unserer Kindheit bereits in Projekten, wie etwa Baumhäusern, selbstgegründeten Fußballclubs oder eigenen Kartenspielen wieder. Mit der Unternehmungsgründung im Jahr 2019 haben wir uns unseren Kindheitstraum offiziell erfüllt. Unter dem Namen „Ventecon – Beckedorf und Wiest GbR“ entwickeln wir in einem siebenköpfigen Team etwas, das größer ist, als wir es uns je hätten vorstellen können. 

Welche Vision steckt hinter Ventecon?

Mit Ventecon möchten wir wirtschaftliche Netzwerke (oder auch sogenannte Ökosysteme) aller Welt unterstützen. Diese Vision steht in absolutem Einklang mit unseren Werten, nach welchen wir unser tägliches Handeln und Denken ausrichten: Nachhaltigkeit, Systemdenken bzw. vernetztes Denken und Open Innovation. 

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Die Öffentlichkeitsarbeit ist und bleibt herausfordernd. Vor allem zu Beginn wurde unsere Suche nach Aufmerksamkeit oftmals missverstanden. Es ging uns nie darum einen Wirbel um die eigene Person zu veranstalten. Wenn eine Leidenschaft zum Beruf gemacht werden soll, erlangt das Thema Aufmerksamkeit einen vollkommen anderen Stellenwert – nämlich einen existentiellen. 

Pivots sind und bleiben herausfordernd. Früher sind wir davon ausgegangen, dass eine Idee sich aus dem Nichts in ihrer vollständigen Form manifestiert. So ist dem jedoch nicht. Ideen entwickeln sich, nehmen spezielle Formen an, verändern sich in Nuancen oder werden komplett über den Haufen geworfen. Wir sind damals mit der Idee gestartet eine Plattform für Startups zu entwickeln und sind nun bei einer Software zur Analyse und Simulation von wirtschaftlichen Netzwerken gelandet. 

Aktuell finanzieren wir uns über unsere eigenen Ersparnisse. Um das Bootstrapping langfristig aufrechtzuerhalten, fahren wir nun das Projektgeschäft hoch. Das bedeutet nicht, dass wir Investitionen den Rücken zukehren. Im Falle eines Investments müssen jedoch einige Rahmenbedingungen stimmen.

Wer ist die Zielgruppe von Ventecon?

Grundsätzlich jede Organisation oder Institution, die ihre Netzwerke verstehen und optimieren möchte. Aktuell adressieren wir mit unserer Software Unternehmen mit einer geringen Wertschöpfungstiefe, d.h. Unternehmen, die große Wertschöpfungsnetzwerke handhaben müssen. In letzter Zeit äußern vermehrt auch Unternehmensberatungen, Cluster, Städte, Hochschulen, Vereine und Stiftungen Interesse an unserer Lösung.

Wie funktioniert Ventecon? Wo liegen die Vorteile?

Im ersten Schritt konsolidiert und visualisiert unsere intelligente Software die relevanten Netzwerkinformationen in Echtzeit und reichert diese in einem Knowledge Graph an. Darauf aufbauend kann sich die Nutzerin oder der Nutzer explorativ durch die Dimensionen des Netzwerks navigieren und sich intuitiv mit der Struktur vertraut machen. Die Navigation wird von KI-gestützten Analysen begleitet, die Muster, Risiken und Potentiale im Netzwerk aufdecken. Zudem können Simulationen durchgeführt werden, um das Netzwerkverhalten unter variierenden Bedingungen gefahrlos zu testen. Sonst verborgenes Netzwerkwissen wird somit greifbar; Optimierungspotentiale werden sichtbar. So können jetzt beispielsweise versteckte, einflussreiche Netzwerkteilnehmer identifiziert, periphere Akteure reintegriert, oder auch verborgene Kollaborationsbarrieren aufgedeckt und beseitigt werden, um die Zusammenarbeit entlang der Netzwerkteilnehmer zu stärken. Nur wenn Organisationen ihre Netzwerke wirklich kennen und verstehen, können sie auch in Zukunft bestehen.

Wie ist das Feedback?

Unsere technische Lösung befindet sich mittlerweile in der dritten Prototyp-Generation. Über verschiedene Tests haben wir bis zu dieser Generation bereits sehr positives Feedback erhalten. Insbesondere unser gelebter Open Innovation-Ansatz stößt auf Begeisterung, da wir so eine Lösung entwickeln, die den Bedürfnissen unserer Zielgruppe zu 100% gerecht wird. Das hat uns übrigens dazu veranlasst, die Open Innovation-Thematik als Feature miteinfließen zu lassen. Unsere Software schlägt Akteure vor, die im Rahmen einer gegebenen Problemstellung, optimal unterstützen können – die Routenfindung im Wertschöpfungsnetzwerk.

Ventecon, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Aktuell sitzen wir in der Technologiefabrik, dem Tech-Inkubator Karlsruhe. Gleichzeitig nehmen wir am Programm upCAT teil, dem Accelerator des Karlsruher Instituts für Technologie. Für die nächste Station im CyberForum haben wir erst letzte Woche die Zusage erhalten. Wo geht der Weg danach hin? Immer weiter raus in die Welt. Wir sind offen für neue Stationen und Pilotprojekte. Jede weitere gewonnene Perspektive hat das Potential unsere Lösung zu stärken. In fünf Jahren möchten wir wirtschaftliche Ökosysteme aller Welt mit unserer Software unterstützen. Vente con nosotros!

Wir sind offen für weitere Pilotprojekte, strategische Partnerschaften sowie neue Mitstreiterinnen und Mitstreiter. In naher Zukunft möchten wir eine Crowdfunding-Kampagne starten.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Baut euch ein Netzwerk auf. Konzentriert euch auf eure Kernkompetenzen und holt weitere Akteure an Bord, die fehlende Kompetenzbereiche abdecken. Geht beim Netzwerkaufbau systematisch vor und behaltet (mit unserer Software ) die Übersicht. 

Committet euch auf einen Marathon. Macht euch bewusst, dass die Startup-Reise vielmehr einem Marathon, als einem Sprint gleicht. 

Bleibt in Balance. Vernachlässigt andere Lebensbereiche nicht. Nur so könnt ihr den Marathon bewältigen. 

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Marvin Wiest für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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