Sei stets offen für Feedback

Veertly Video-Konferenz-Plattform für Events Schulungen und Veranstaltungen

Stellen Sie sich und das Startup Veertly doch kurz unseren Lesern vor!

Mein Name ist Alexander Spahn, ich bin 30 Jahre alt und wenn ich nicht gerade neue Ideen realisiere, bin ich häufig auf Trails mit meinem Mountainbike zu finden. Während des Abiturs hab ich mit 18 Jahren zum ersten Mal Unternehmer-Luft geschnuppert und für sechs Jahre erfolgreich eine Event- und Digital-Agentur geleitet. Nach dem BWL Studium in Stuttgart und den USA, habe ich mehrere Jahre als Unternehmensberater bei Deloitte in Zürich das Handwerkszeug gelernt, um digitale Strategien und Geschäftsmodelle zu entwickeln und diese operativ umzusetzen. Seit Dezember 2019 fokussiere ich mich Vollzeit auf eigene Projekte wie Veertly.

Veertly ist quasi das Zoom für Events und Schulungen. Die Video-Konferenz-Plattform schafft mittels digitalen Räumen und einer Networking Area ein interaktives Erlebnis für Event Teilnehmer ähnlich der physischen Erfahrung. 

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Mein Mitgründer Joao und ich haben nach Lösungen gesucht, um Meetups online abzuhalten. Nach ausgiebiger Recherche haben wir folgende zwei Feststellungen gemacht. 1) Networking ist der Hauptgrund für die Teilnahme an Events und Konferenzen. 2) Es gibt keine gute und intuitive Lösung die Networking als Teil von Online-Events ermöglicht. 

Da es mich begeistert und mir viel Spaß bereitet Probleme anzugehen und digitale Lösungen zu entwickeln, haben wir direkt begonnen einen ersten Prototypen zu entwickeln und mit potenziellen Kunden und Nutzern zu testen. Dies ist auf großen Anklang gestoßen und die Anfragen sind – verstärkt durch Corona – in die Höhe geschnellt.

Welche Vision steckt hinter Veertly?

Unsere Vision ist es bedeutungsvolle Interaktionen für Menschen auf der ganzen Welt zu ermöglichen. Derzeit nutzen wir das weit verbreitete Mittel der Video-Konferenz um möglichst authentische Begegnungen zu schaffen. In Zukunft planen wir digitale Interaktionen mittels virtuelles Realität (VR) noch greifbarer zu machen. Meine erste persönliche Erfahrung mit einer VR Brille war unglaublich! Es ist erstaunlich wie schnell man sich der virtuellen Welt hingibt und die reale Welt um sich komplett ausblendet, wenn man eine solche Brille aufsetzt. Speziell im Bereich Online-Events und interaktive digitale Workshops sehe ich ein riesen Potenzial für diese noch junge Technologie.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Eine große Herausforderung zu Beginn eines Unternehmens ist die Priorisierung der unglaublich vielen Aufgaben, die anfallen, und diese mit den begrenzten Ressourcen schnell und agil zu bewältigen. Bisher ist Veertly von uns, den Gründern, eigenfinanziert. Aktuell finden erste Gespräche mit potentiellen Investoren statt.

Wer ist die Zielgruppe von Veertly?

Unsere Zielkunden sind Organisatoren von Veranstaltungen, Konferenzen, Schulungen und Workshops zwischen 10 und 300 Teilnehmern. Die Interaktionen und die Einbeziehung des Publikums sind für die Veranstalter wichtig. Darüber hinaus wurde Veertly bereits für verschiedenste Formate genutzt, z.B. für eine Vorstandssitzung, Online-Konzerte oder gemeinsames LiveStream und Video schauen unter Freunden. 

Wie funktioniert Veertly? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Veertly besticht durch sein schlichtes und aufgeräumtes Design und erlaubt Organisatoren innerhalb weniger Klicks ihre Online-Veranstaltung zu erstellen. Veertly digitalisiert das gesamte physische Event-Erlebnis. Auf der Plattform gibt es 1) eine Lobby in welcher man sich bereits vor dem Start mit anderen Teilnehmern austauschen kann, 2) die Hauptbühne, dort finden die Präsentationen, Vorlesungen und Vorträge der Veranstaltung statt, 3) in Räumen tauschen sich Teilnehmer über vorher festgelegte Themen aus oder arbeiten in einer Art Workshop zusammen und 4) in der Networking Area kann man sich direkt mit anderen Teilnehmern per Video-Chat 1-on-1 oder in kleinen Gruppen austauschen.  

Während z.B. Zoom eine gute Software für Meetings ist, schaffen wir mit Veertly eine Plattform die speziell auf die Bedürfnisse von online und hybriden Veranstaltungen eingeht, z.B. durch die Möglichkeit sich selbstbestimmt mit anderen Teilnehmern zu vernetzen, denn Networking ist der Hauptgrund für die meisten Menschen an Events und Konferenzen teilzunehmen.

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Veertly hat durch Corona einen regelrechten Boom erlebt, da ein Großteil der Veranstalter, sofern die Events nicht ganz abgesagt wurden, spontan nach digitalen Alternativen für ihre physischen Events gesucht haben. 

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Aufgrund der großen Nachfrage hatten wir Bedarf an zusätzlichem Personal, um die Entwicklung der Plattform weiter zu beschleunigen. Da physische Vorstellungsgespräche eine zeit lang undenkbar waren, haben wir begonnen unsere Mitarbeiter online zu rekrutieren. Um die besten Kandidaten zu erreichen, haben wir die Suche geographisch nicht eingeschränkt, da es im Grunde irrelevant ist, ob der Kandidat in Tokyo, Mumbai oder Berlin sitzt. So kam es, dass sich unser Team nun über Deutschland, die Schweiz, England, Indien und Kanada verteilt und vollständig remote arbeitet.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Die Krise stellt für Veertly eine große Chance dar, da Unternehmen mehr oder weniger dazu gezwungen sind, die Digitalisierung voranzutreiben und sich auf neue Konzepte wie Online-Events und Workshops einzulassen. Denselben Wandel stellen wir im Bildungsbereich fest, wo wir zahlreiche Anfragen von Bildungsinstituten erhalten.

Veertly, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Nach der “Corona Zeit” werden einige Veranstaltungen wieder physisch stattfinden. Nichtsdestotrotz bin ich überzeugt, dass viele Organisatoren die Vorteile von virtuellen Events schätzen gelernt haben wir z.B. den geringeren Planungsaufwand, niedrigere Kosten und die größere Reichweite ihrer Veranstaltungen. Einige werden die Vorteile aus beiden Welten kombinieren und wir werden zeitnah Funktionen speziell für diese hybride Events (online und offline) veröffentlichen. Demnach werden sich virtuelle Events auch nach Corona in vielen Bereichen als fester Bestandteil einer neuen Unternehmenskultur etablieren.

In fünf Jahren soll Veertly die führende Software für virtuelle und hybride Veranstaltungen sein und sich zu einem bedeutenden europäischen Tech-Unternehmen entwickelt haben.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

„Start now, start simple” – dieser Spruch stammt von unserem Freund, Coach und 5-maligen TedX Speaker Dan Ram. Sich von Beginn an mit allen Details und komplexen Fragestellungen zu beschäftigen, ist überwältigend und hält Viele davon ab, sich in das Abenteuer “Gründung” zu wagen.

Verliebe dich nicht in deine Idee! Sei stets offen für Feedback, lerne von deinen Kunden und sei bereit, deine Idee auf die Bedürfnisse des Marktes anzupassen.

Fail fast! Stelle unabdingbare Hypothesen auf, welche für den Erfolg deiner Idee elementar sind. Priorisiere diese und verifiziere sie durch Interviews oder dein Minimum Viable Product (MVP) so früh wie möglich.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Alexander Spahn für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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