Warum Frauen mehr Tech-Firmen gründen sollten

Das vegane Café, der Kinderklamottenladen, das Yoga-Studio oder das Interior-Geschäft – wenn Frauen gründen, dann häufig in Nischen. Technologiegetriebene Geschäftsmodelle sind primär Männerdomänen. Warum eigentlich?

Ein Startup ist der beste und schnellste Weg, um selbst zu gestalten. Ideen zu verwirklichen, Lösungen zu finden und anzubieten. Um nachhaltig Prozesse anzuschieben, die für dauerhaften Wandel in der Gesellschaft und für mehr Gerechtigkeit sorgen. Klar, es gibt bereits viele Frauen, die sich für wichtige Themen einsetzen. Stichwort Bildung, Gleichberechtigung und Gesundheit. Ihre Stimmen werden lauter und zunehmend gehört. Aber noch von zu wenigen, weil sie meist in kreativen oder sozialen Branchen aktiv sind, weniger in der digitalen.

Laut Studien gründen Frauen deutlich öfter im Bildungsbereich als Männer, die währenddessen Technik- bzw. Softwarefirmen aufbauen. 

Die Software- und Technologie-Startups von heute werden unser Leben in den kommenden Jahren zentral prägen und verändern. Autonomes Fahren, künstliche Intelligenz, virtuelle Zusammenarbeit, Dezentralität dank Blockchain, Sprachassistenten und Automatisierung sind nur einige dieser Bereiche.

Wenn wir dieses Innovationspotential komplett entfalten und eine gerechtere, nachhaltigere Gesellschaft damit bauen wollen, brauchen wir eine Vielzahl von Ideen und Perspektiven. Vielen Technologiefirmen fehlt es jedoch an Diversität. Wie oft belegt bringen Gründerinnen wichtige Eigenschaften mit, wie das Denken in langfristigen Strategien und kooperativen Ansätzen. Sie sind genauso ambitioniert wie Männer, bringen aber an vielen Stellen eine andere Perspektive und mehr Menschlichkeit ein. Das kann an vielen Stellen nicht nur das Richtige sein, um die Leistungsfähigkeit von Teams zu steigern, sondern auch, um eine bessere Welt zu gestalten.

Und doch betrug im Jahr 2018 die Quote der Startups mit ausschließlich weiblichen Gründerinnen nur 14,6 Prozent. Gemischte Teams erzielen bekanntlich die besten Ergebnisse, doch auch hierzu zählt weniger als jedes dritte Startup in Deutschland.

Zwei häufig genannte Gründe: Frauen haben Angst vor der Tech-Branche oder scheuen das Risiko.

Dabei wird meist übersehen: Auch die Investoren sind überwiegend männlich. Sie geben ihr Geld nachweislich lieber in männerdominierte Teams, weil sie sich in ihnen eher wiedererkennen.

Es gilt also von allen Seiten anzugreifen. Wir Frauen dürfen uns bei diesen Themen nicht ins Private oder in die Nische zurückziehen. Lasst uns unsere Ideen groß denken und groß aufziehen. Vor uns liegt die Chance, ganze Branchen zu disruptieren und unsere Gesellschaft gemeinsam zu gestalten. Nutzen wir sie!

Autor Varena Junge

Varena Junge ist Gründerin von enyway, der weltweit ersten Peer-to-Peer-Plattform für Ökostrom direkt vom Erzeuger. Als Geschäftsführerin ist sie im Schwerpunkt für die strategische

Produktentwicklung, den Vertrieb und das Marketing zuständig. Das Thema Energiewende beschäftigt Varena seit ihrem 15. Lebensjahr, ausgelebt sowohl im Studium als auch in ihren zehn Jahren bei Greenpeace. Im enyway Gründerteam bringt sie internationale Erfahrungen, Produktmanagement-Hintergrund und Perspektiven der Generation Y ein.

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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