Dienstag, August 16, 2022

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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

Bei VanSite können Camper:innen naturnahe Stellplätze direkt bei Privatpersonen buchen

Stellen Sie sich und das Startup VANSITE doch kurz unseren Lesern vor!

Carolin König: Hi, wir sind VanSite: Alexander, Sebastian, Maximilian, David und ich, Carolin, bilden unser Gründungsteam. Wir wohnen und arbeiten alle im wunderschönen Bielefeld. Hier sind wir auch mit VanSite gestartet. Bei uns buchen Camper:innen per App und im Web naturnahe Stellplätze direkt bei Privatpersonen, die ihr Stück Land anbieten. Unser Geschäftsmodell funktioniert also wie Airbnb – nur, dass unsere Zielgruppe eben Camper:innen sind. So schaffen wir eine neue Reisemöglichkeit abseits von konventionellen Campingplätzen und dem Wildcampen, das in vielen Teilen Europas verboten ist. 

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Carolin König: Wir im Team sind selbst begeisterte Camper:innen. Langes Suchen und überfüllte Plätze haben uns unisono genervt. In den sozialen Medien wird ein Bild von #Vanlife suggeriert, das die Realität oft nicht halten kann. Wir wollten einfach mitten in der Natur, fernab von Massen und in Alleinlage stehen. In Skandinavien ist Freistehen erlaubt, in den meisten europäischen Ländern, wie auch Deutschland, ist es aber offiziell verboten. Und genau da lag unser Ansporn, VanSite zu gründen – um unsere Traumvorstellung vom Camping zu verwirklichen. Flexibel, unabhängig und naturnah sind die drei Adjektive, die uns wichtig waren. Dass wir damit ein Unternehmen gründen werden, war anfangs nicht der Plan. 

Welche Vision steckt hinter VANSITE?

Carolin König: In einer Welt voller Stress, Reizüberflutung und Unsicherheit wollen wir allen Menschen die beste Möglichkeit bieten, mithilfe der Natur zu neuer Kraft zu finden. Back to the roots! 

Von der Idee bis zum Start, was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Carolin König: Die größten Herausforderungen hingen für uns ohne jeden Zweifel mit der Pandemie zusammen. Als Team von Erstgründer:innen ist die Einbindung in Startup-Ökosysteme einer der wichtigsten Schritte zur erfolgreichen Entwicklung. Sei es um uns im Rahmen physischer Netzwerkveranstaltungen mit anderen Gründer:innen auszutauschen oder um uns mit Investor:innen zu vernetzen. Diese Verzögerungen spüren wir bis heute. 

Hinzu kam auch, dass wir durch die Pandemie remote gestartet sind. Nur ein Teil des Teams kannte sich bereits aus der Uni, die anderen haben sich ein einziges Mal vor der Gründung live gesehen. Daher mussten wir von Beginn an sehr auf Kommunikation und den bewussten Informationsaustausch achten, da das klassische „mal eben über den Tisch rufen“ nicht möglich war. Das war eine interessante Erfahrung, wir sind aber ehrlicherweise sehr froh, dass wir mittlerweile alle zusammen in einem Co-Working-Space in Bielefeld sitzen und regelmäßig bei Live-Events teilnehmen können.

Und zum Thema Finanzierung: Als Startup sind am Anfang vor allem die Faktoren Zeit und Geld entscheidend. So auch bei uns. Man muss mit wenig Geld über die Runden kommen, während man an einem Projekt arbeitet, das noch keinen Umsatz generiert – und dabei will man so wenig Zeit wie möglich verlieren. 

Anfangs haben wir das Gründerstipendium NRW bekommen. Da wir alle von Anfang an Vollzeit dabei sind, waren die 36.000 Euro im ersten Jahr mehr als wichtig für unser Team aus Erstgründern.

Wer ist die Zielgruppe von VANSITE?

Carolin König: Grundsätzlich sprechen wir bei uns zwei Arten von Nutzer:innen an.
Da sind die Gastgeber:innen, bei denen sich von Landwirt:innen über Großgrundbesitzer:innen bis hin zu Flugplatzbetreiber:innen ganz verschiedene Menschen finden. Wir sprechen da mit unserem Angebot prinzipiell jede:n an, der über große Flächen im Grünen verfügt.

Bei den Gästen wiederum waren wir anfangs davon überzeugt, dass wir vor allem junge Menschen ansprechen. Unsere zuerst definierten Persona waren: Mitte–Ende 20, naturverbunden und voller Reiselust. Mit der Zeit haben wir aber gemerkt, dass wir eigentlich durch die Demografien hindurch jede Altersgruppe ansprechen. Sei es die 18-jährige Abiturientin, die Familie mit zwei kleinen Kindern oder aber Reinhard und Beate, die ihre Pension am liebsten unterwegs im Camper genießen.  

Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Carolin König: Was VanSite besonders macht, sind zwei einfache Dinge: die Funktionalität der App und das riesige Angebot naturnaher Stellplätze von privaten Anbieter:innen.  

Mit der App können Camper:innen einfach unsere naturnahen Plätze suchen, buchen und bezahlen. Was trivial klingt, ist im Campingtourismus ein absolutes Novum. Die Realität ist, dass konventionelle Campingplätze bis heute entweder telefonisch oder über deren eigene Website reserviert werden müssen. Zentrale Lösungen gibt es nicht. 

Der zweite Faktor sind die Stellplätze, die man in der App finden kann. Diese werden, anders als beim klassischen Campingplatz, meist von landwirtschaftlichen Betrieben oder Privatpersonen bereitgestellt. Das Modell basiert auf dem Gedanken der Sharing-Economy. Zudem ist ein großer Vorteil, dass die Plätze nur einen Nebenverdienst für Gastgeber:innen darstellen. Dadurch ist es möglich, dass Stellplätze besonders naturnah und in Alleinlage angeboten werden können. Dies wäre andernfalls nur schwer möglich. So fühlt es sich wie Wildcampen an – nur hat man das Gedankenkarussell nicht, dass man nachts von der Polizei geweckt und weggeschickt werden könnte. 

Vansite, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Carolin König: Natürlich wollen wir weiter wachsen. In fünf Jahren sollen alle, die in Europa naturnah campen möchte, gleich um die Ecke einen tollen Stellplatz mit VanSite finden können. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

  1. Vernetzt euch und fragt nach. So viel ihr könnt. Es gibt keine blöden Fragen.
  2. Habt keine Angst, Fehler zu machen.
  3. Nehmt euch neben der vielen Arbeit bewusst Zeit für euer Team.

Und: Lasst euch nicht von der „Startup-Sprache“ verwirren

Bild: v.l.n.r:: Alexander Herbst, David Kogan, Carolin König, Sebastian Siegbert, Maximilian Buschmeyer Copyright: VanSite

Wir bedanken uns bei Carolin König für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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