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Valuedesk – Smart Procurement. Better results. Together.

Stellen Sie sich und das Startup Valuedesk doch kurz unseren Lesern vor!
Mein Name ist Torsten R. Bendlin, ich bin CEO von Valuedesk und habe das Unternehmen mit meinem vierköpfigen Gründerteam aus Bielefeld im April 2017 gegründet.
Valuedesk ist ein cloudbasiertes Tool für den industriellen Einkauf. Wir ermöglichen es, dass sämtliche Einspareffekte sekundenschnell erfasst, analysiert und bis zur Realisierung der Maßnahme begleitet werden können. Wir glauben, dass der graue Verwaltungsalltag mit Excel der Vergangenheit angehören muss. Valuedesk ist die digitale Klammer für alle Optimierungsmaßnahmen in einem Unternehmen. Zudem bauen wir im Hintergrund eine Wissensdatenbank auf und kategorisieren Daten, um in Zukunft eine künstliche Intelligenz anbieten und nutzen zu können. Diese wird automatisiert und zielgerichtet Vorschläge für weitere Verbesserungen und neue Mehrwerte entwickeln.

Wie ist die Idee zu Valuedesk entstanden?
Ich bin viele Jahre als Konzerneinkaufsleiter tätig gewesen. Ganz ehrlich: die vielen Optimierungsmaßnahmen sind mit Hilfe von Excel nicht mehr zu überwachen und zu analysieren gewesen. Ich habe dann festgestellt, dass die meisten Einkaufsleiter das gleiche Problem haben und Excel oder Sharepoint- sowie Notes-Datenbanken nicht mehr ausreichen. Valuedesk ist aus meiner eigenen Problemstellung als Einkaufsleiter heraus entstanden. Ich kenne den Pain-Point der Unternehmen also ganz genau.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Die größte Herausforderung ist es gewesen, talentierte Software-Developer zu finden. Wir sind sogar so weit gegangen, die Job-Aushänge in Hochschulen mit der Kontaktmailadresse freibier@valuedesk.de auszuschreiben. Ich muss zugeben, das ging mir fast etwas zu weit. Es hat aber tatsächlich funktioniert. Das ist für mich ein wichtiges Learning gewesen.

Finanziell geht es uns gut: Ein Unternehmer unterstützt uns mit einem mittleren sechsstelligen Darlehen. Weitere Investoren und Business Angels sind namhafte Unternehmer und Professor Dr. Jan Brinckmann, der an der ESADE Business School in Barcelona als Professor für Entrepreneurship und Strategie tätig ist. Darüber hinaus konnten wir unsere Idee und damit Valuedesk in der Founders Foundation im halbjährigen Founders Camp in Bielefeld bestens entwickeln. Dort haben wir durch das umfassende Mentoring, Workshops und den optimalen Marktzugang zu den großen Industrieunternehmen profitieren können. Eine ähnlich positive Entwicklung wäre woanders kaum möglich gewesen – wir sind hier im Herzen der Industrie und des deutschen Mittelstands.

Wer ist die Zielgruppe von Valuedesk?
Ganz grundsätzlich der gesamte industrielle Mittelstand im Raum Deutschland, Österreich und der Schweiz. Wir sprechen zwar zunächst die Einkaufsabteilungen in den Unternehmen an, da in diesem Bereich Optimierungen und Einsparungen wichtige Kern-Leistungskennzahlen sind und diese jedes Jahr übertroffen werden müssen. Aber die Unternehmen sind aufgrund der immer stärkeren Wettbewerbssituationen und der Globalisierung gezwungen, im gesamten Unternehmen – in den Produkten, wie auch in den Prozessen – zu optimieren und neue Mehrwerte zu generieren. Dafür haben wir das Produkt ausgerichtet. Zum Beispiel kann auch das betriebliche Vorschlagswesen perfekt mit abgebildet werden.

Wie funktioniert Valuedesk genau?
Am Anfang reicht eine Titelzeile zur Erfassung einer neuen Maßnahme. Mit dem Smartphone bietet es sich an, gleich ein passendes Foto dazu zu machen, vergleichbar mit einem sozialen Netzwerk. Die Ideen für neue Maßnahmen bleiben so lange unveröffentlicht, wie es der Nutzer wünscht. Mit nur wenigen Klicks kann aus einer Idee eine Maßnahme gestartet werden.

Der Feed sorgt für mehr Aufmerksamkeit für die Maßnahmen innerhalb des Unternehmens. Zusätzlich bietet er eine Kommentarfunktion für einfachste Interaktionen und bessere Zusammenarbeit. Fotos sorgen für ein besseres Verständnis für die neuen Ideen.

Nachdem die Maßnahme veröffentlicht worden ist, durchläuft sie verschiedene Phasen: die Berechnungs-, die Entscheidungs- und die Umsetzungsphase. Das geht solange, bis sie erfolgreich abgeschlossen ist. Die Zusammenarbeit im Team ist dabei interaktiv und einfach. Und falls eine Maßnahme doch verworfen werden muss: das ist jederzeit, allerdings unter der Auswahl des Grundes, machbar.

Valuedesk versteht sich als die digitale Klammer aller Maßnahmen. Sie umschließt die Dokumentation von Dateien wie Excel, Word, PDFs oder Fotos, wie auch die Anlage und Organisation von Einzel-Aufgaben. Mail-Benachrichtigungen sorgen für die notwendigen Hinweise und Impulse zur Weiterbearbeitung und geben Information über den Fortschritt.

Unser Ziel und Anspruch ist es, dass unsere Kunden Spaß an der einfachen Handhabung und der Vielzahl der Analysemöglichkeiten haben. Mit Hilfe von Auswahlfiltern und Zoom-Möglichkeiten können Sie jederzeit auf verschiedensten Ebenen den Umsetzungsstand erkennen.

Wo liegen die Vorteile von Valuedesk? Was ist Ihr USP?
Valuedesk ist nicht nur ein Tool: gemeinsam mit sehr erfolgreichen Unternehmen wie Reifenhäuser, Boge, die Baumann Group, Nolte Küchen, Miele und Schüco haben wir auch den Methodenbaum für Maßnahmen entwickelt, der sich mit der Zeit zu einem Industriestandard entwickeln wird.

Das User-Interface ist startup-like sehr anwenderfreundlich und einzigartig im B2B-Segment. Ideen für neue Maßnahmen können sekundenschnell erfasst werden.

Mit unserem Maßnahmen-Feed geben wir den Einkaufsmitarbeitern und deren Maßnahmen die Aufmerksamkeit innerhalb der Unternehmen, die sie verdienen. Wir nennen dies „attention on procurement“.
Die extrem schnelle Implementierung „plug and save“ ist für unsere Kunden ebenfalls sehr wichtig. Wir benötigen maximal zwei Tage zur Bereitstellung. Die ersten Resultate sind also sehr schnell spürbar.

Valuedesk ist im ersten Step eine sehr smarte Datenbank für Maßnahmen, die bereits einen hohen Mehrwert liefert. Doch im Hintergrund labeln die Nutzer ihre Daten und Methoden, die wir messen. Damit schaffen wir die Voraussetzung für die Zukunft einer selbstlernenden Einkaufsoptimierung (SEKO), um Einkäufer automatisiert unterstützen zu können.

Valuedesk, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Im Jahr 2022 werden wir den Unternehmen dabei helfen, das Versprechen einzulösen, welches keine Einkaufsabteilung auf der Welt geben kann: jeden Einkaufsartikel, zu jedem Zeitpunkt mit der optimalsten Methode beschaffen zu können. Dies wird nur mit unserer einzigartigen Hilfe unserer selbstlernenden Einkaufsoptimierung (SEKO) gehen.
Natürlich sind die Herausforderungen der Unternehmen kein nationales Thema: Wir werden in den kommenden Jahren stark internationalisiert sein.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
1. Sucht euch Mitgründer, die ein anderes Skillset mitbringen!
2. Validiert eure Problemstellung mit der Zielgruppe. Aber nicht mit Friends oder Family. Denn wieviel Personen und Unternehmen sind tatsächlich bereit für eure Lösung Geld zu bezahlen? Schließt am besten ein Letter of Intent ab!
3. Sucht eure Chance in der Nische. Das gilt für das Produkt, als auch für die Stadt, aus der ihr startet. Die Founders Foundation in Bielefeld mit ihrem Startup-Camp ist für uns sehr wertvoll gewesen.

Bild: v.l.n.r. Judith Wend, Dennis Cutraro, Ingo Roßdeutscher, Torsten R. Bendlin und Rahul Indoria

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Torsten R. Bendlin für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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