Macht auch einmal eine Pause

Valsight  hilft Startups und etablierten Unternehmen dabei, bessere Management-Entscheidungen zu treffen

Stellen Sie sich und das Startup Valsight doch kurz unseren Lesern vor!
Valsight hilft Startups und etablierten Unternehmen dabei, bessere Management-Entscheidungen zu treffen. Unsere Software ermöglicht die Übersetzung strategischer Ziele in konkrete Maßnahmen und transparente Handlungsempfehlungen. Dafür verwenden wir intuitive, nachvollziehbare Finanzmodelle, die jeder einfach erstellen kann.

Valsight ist eine Ausgründung aus dem Hasso-Plattner-Institut (HPI), die meisten meiner Mitgründer und unserer Mitarbeiter haben dort studiert. Ich selbst bringe langjährige Erfahrung als Unternehmensberater mit ein.

Wie ist die Idee zu Valsight entstanden?
Die Idee für das Unternehmen entstand im Rahmen eines Forschungsprojekts mit einem großen Konsumgüterhersteller aus den USA. In diesem Projekt am HPI wurde das MVP einer „What-if“-Simulationslösung für die Konzern-Gewinn-und-Verlustrechnung entwickelt. Ziel war, die Auswirkungen von veränderten Währungskursen und Rohstoffpreisen auf wichtige Kennzahlen zu simulieren – und das auf Basis von Millionen von Datensätzen und in kürzester Zeit.

Dieser Prototyp hat so gute Ergebnisse gebracht, dass das Partner-Unternehmen die Software direkt nutzen wollte. Der Rest ergab sich dann mehr oder weniger von selbst…

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Fangen wir bei der Finanzierung an: Wir hatten das große Glück, dass Prof. Hasso Plattner in das erwähnte Forschungsprojekt stark eingebunden war. Da er vom Potenzial der Software überzeugt war, hat er uns bereits bei der Gründung mit einer Seed-Finanzierung unterstützt.

Die Herausforderungen fingen dann allerdings erst an. Uns war klar, dass es als junges, unbekanntes Startup gerade am Anfang schwierig sein würde, betriebswirtschaftliche Software an Unternehmen zu verkaufen. Bis wir mit dem ersten Projekt bei einem großen Konzern beginnen konnten, verging fast ein ganzes Jahr. In dieser Zeit mussten wir sicherstellen, dass unser Geld bis zu den ersten Umsätzen ausreicht – was nicht immer einfach war. Wir haben sicherlich mehr als einmal an uns und unserem Vorhaben gezweifelt – aber glücklicherweise immer weitergemacht.

Wer ist die Zielgruppe von Valsight?
Unsere Software wird von Controllern, Finanzvorständen, aber auch Startup-Gründern genutzt. Dabei haben wir keinen besonderen Branchen-Fokus: Glücklicherweise sind Planung und Forecast etwas, das alle Unternehmen betrifft, egal, mit welchen Produkten und Lösungen sie unterwegs sind, oder wieviel Umsatz sie machen.

Welche Vorteile bietet Valsight?
Wir sagen immer: Unsere Software ist ein „Enabler“. Mit Valsight können Gründer und Manager ohne tiefen Controlling-Background mit Finanzdaten arbeiten und verschiedene Handlungsalternativen ad-hoc simulieren.
Startups können so die berühmten „Was-wäre-wenn“-Fragen einfach und schnell beantworten: Ist genug Budget da, um das Team zu vergrößern? Wie viel muss unser Produkt kosten, damit wir profitabel arbeiten? Wie lange reicht unser Cash?

In großen Konzernen fokussieren wir uns auf die strategische Planung: Statt in unzähligen Iterationen basierend auf einer Vielzahl von Positionen und KPIs und sehr aufwändig einen Plan zu erstellen, konzentriert man sich mit Valsight auf eine geringe Anzahl wichtiger Einflussfaktoren. Somit werden Detailgrad und Aufwand in der Planung reduziert, ohne die Planungsqualität zu beeinträchtigen.

Wie funktioniert Valsight?
Valsight ist eine komplett web-basierte Software-Lösung. Ihr könnt also direkt loslegen und ein Kennzahlenmodell erstellen, das euer Geschäftsmodell abbildet. Das funktioniert ganz einfach per Drag & Drop, es sind keine Programmierkenntnisse erforderlich.
Basierend auf Annahmen über die Entwicklung wichtiger Werttreiber (z. B. Preis, Menge, aber auch Conversion Rates, Growth, Churn usw.) könnt ihr unterschiedliche Zukunftsszenarien ohne großen Aufwand simulieren.

Sind die Zahlen fertig, bietet Valsight vielfältige Analyse- und Visualisierungsmöglichkeiten. Tabellen und Grafiken lassen sich einfach erstellen und zu aussagekräftigen Präsentationen für das Management oder Investoren kombinieren.

Wie ist das Feedback?
Der spezielle Fokus auf Werttreibermodelle, einfache „What-if“-Simulationen und Planung/ Forecast kommen generell sehr gut an. Unsere Software ist mittlerweile bei verschiedenen Unternehmen im Einsatz, darunter einem DAX-Konzern, einem der größten Arbeitgeber in der Schweiz, und ein paar sehr spannenden Startups aus Berlin.

Sicherlich gab es hier und da technische Herausforderungen, die wir aber jeweils sehr schnell gelöst haben. Die Kundenzufriedenheit ist sogar so hoch, dass unsere Kunden uns weiterempfehlen – und unsere Software beispielsweise im Rahmen größerer Events und Kongresse vorstellen.

Valsight, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Mit unserem Fokus auf agiles Performance Management, Werttreibermodelle und flexible Simulationen besetzen wir eine Nische, in der wir weiter wachsen wollen. Dies schließt die Erweiterung sämtlicher Teams mit ein und die Expansion in weitere Länder auch außerhalb der DACH-Region.
Einmal abgesehen davon wollen wir auch in fünf Jahren ein Unternehmen sein, das begeistert – seine Kunden, wie auch seine Mitarbeiter. Wir haben ein tolles Team mit einer angenehmen Arbeitskultur geschaffen, die wir uns erhalten wollen. Bei all dem Streben nach Wachstum bleibt dies eine unserer Herzensangelegenheiten.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
1.Arbeitet nicht „umsonst“, insbesondere bei Pilotprojekten. Wenn ihr bei allem, was ihr tut, den Kundennutzen berücksichtigt, wird jeder noch so kleine POC (Proof-of-Concept) euren Kunden etwas wert sein. Wenn nicht, überlegt, wie hoch dann die Wahrscheinlichkeit eines „richtigen“ Projekts nach Abschluss des POC sein wird.
2.Rechnet damit, dass alles länger dauert. Der erste große Deal, die Einstellung der nächsten Entwicklerin, das Closing einer Finanzierungsrunde. Habt daher immer ein Auge auf euer Cash und die Runway!
3.Macht auch einmal eine Pause. „24/7“ gilt für die meisten Spätis in Berlin, aber selbst der krasseste Gründer muss zwischendurch seine Akkus aufladen. Eure Mitarbeiter übrigens auch.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Khai Tran für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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