Food Themen brauchen Zeit. Geduld und Ausdauer sind deswegen wichtig.

Vadoli: On-Demand Food Delivery Startup das Premium Pizza, Pasta und Salate liefert

Stellen Sie sich und Ihr Startup Vadoli doch kurz unseren Lesern vor!
Mein Name ist Beschir, ich bin 30 Jahre alt und arbeite seit etwa 8 Jahren mit jungen Unternehmen. Vadoli ist ein On-Demand Food Delivery Startup, das Essen über verschiedene eigene Food-Marken vertreibt. Im Gegensatz zu den klassischen Marktplätzen verfolgen wir einen vertikal integrierten Ansatz: Unsere Bestellungen werden in hauseigenen Kitchens zubereitet und über die eigene Logistik ausgeliefert. Dadurch können wir die Qualität an allen Kundenkontaktpunkten kontrollieren, hohe Deckungsbeiträge erzielen und überdurchschnittlich hohe Wiederkaufsraten realisieren.

Was haben Sie zuvor gemacht und wie ist die Idee zu Vadoli entstanden?
Vor der Gründung von Vadoli habe ich den Food Online Marktplatz Hellofood im Nahen Osten gegründet und aufgebaut, welcher nach der Integration in die Foodpanda Struktur von der Delivery Hero Holding übernommen wurde. Ein wesentliches Problem von Marktplätzen ist die schwankende Qualität beim Essen und der Lieferung – beides Bereiche, die von den Partnerrestaurants übernommen werden. Vadoli ist aus dem alltäglichen Bedürfnis entstanden, hochwertiges Essen zu moderaten Preisen bequem zu beziehen. Dabei war uns besonders wichtig, den gesamten Prozess entlang der Wertschöpfungskette gründlich zu überdenken und an jedem Schritt zu optimieren.

Von der Idee bis zum Start, was waren bis jetzt die größten Herausforderungen?
Vadoli ist die erste Marke, mit der wir vor einem Jahr gestartet sind. Unter dieser Marke vertreiben wir Premium Pizza, Pasta und Salate. Unsere Pizzen werden in einem Steinofen mit horizontal rotierender Steinplatte drei Minuten lang gebacken und in Liefertaschen mit eingebauten Induktionssystemen zum Kunden geliefert. Die Lieferzeit zum Kunden beträgt im Durchschnitt 22 Minuten. Die Gerichte wurden in Zusammenarbeit mit dem Pizza- Weltmeister aus Neapel, mit minimalen Anpassungen, für den Delivery Channel kreiert. Das Feedback war super.

Vidali Pizza Pasta Food DeliveryDie größte Herausforderung bestand allerdings darin, dass sich bei diesem Produkt die Nachfrage zum Abend hin sehr konzentriert, mittags hingegen auf moderatem Level bewegt. So ist schließlich der Ansatz von multiplen Food-Brands entstanden, die wir entlang der Tageszeitachse positionieren. Kitchen, Personal, Software und Logistik gehören uns; sie können dadurch über den gesamten Tag nur besser ausgelastet werden. Der Ansatz erlaubt uns, mit sehr geringem Kapitalaufwand in nur einem Tag zu einem neuen virtuellen Restaurant mit neuen Gerichten zu werden.

Wie hoch ist Ihr Umsatz und wie haben Sie sich bisher finanziert?
Im ersten Jahr konnten wir über die Marke Vadoli, über eine halbe Million EUR einnehmen. Dabei hat sich die Anzahl an Online-Bestellungen mehr als verzwanzigfacht. Das Unternehmen ist vollständig eigenfinanziert.

Wer ist die Zielgruppe von Vadoli?
Vadoli spricht ganz unterschiedliche Leute an, das Konzept zieht tendenziell mehr urbanes Klientel an, ernährungsbewusste und zeitgeistige Personen vom Typ. In unseren Flagship Store in Berlin kommen am Wochenende allerdings auch oft Familien, Jugendliche zu ihrem ersten Date oder auch Touristen.

Wir haben aber auch institutionelle Kunden, die wir regelmäßig beliefern. Dazu gehören zum Beispiel Porsche, RTL, Mercedes Benz, Expedia, Deloitte, aber auch namenhafte Hotels wie seit neuestem die InterContinental Hotel Group für die wir den Room-Service am Ku’damm übernehmen.

Herr Hussain, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Unsere Mission ist, einen direkten Anlaufpunkt für hochqualitative Essenlieferungen zu schaffen. Kurzfristig planen wir den Launch weiterer Premium Marken und ab nächstem Jahr auch die Eröffnung weiterer Kitchens, um geographisch weiter zu wachsen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben, die im Bereich Food durchstarten möchten.
1. Kein Geschäftsmodell auf kurzfristige Food-Trends aufbauen.
2. Food Themen brauchen Zeit. Geduld und Ausdauer sind deswegen wichtig.
3. Ein Team mit komplementären Stärken, das eine genaue und vor allem die gleiche Vorstellung davon haben sollte, in welche Richtung das Unternehmen gebaut werden soll.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Beschir Hussain für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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