Keine halben Sachen

VAAY Produkte auf Basis von Cannabinoiden und Hanfextrakt

Stellen Sie sich und das Startup VAAY doch kurz unseren Lesern vor!

VAAY ist eine Wellness Marke aus Berlin, deren Launch im Februar 2020 stattfand. Ziel von VAAY ist es, ein Gegenmittel zu stressigen Zeiten zu sein und Menschen zu helfen, in Balance zu bleiben. Dazu hat VAAY sich der ganzheitlichen Nutzung von Cannabinoiden für Gesundheit und Wohlbefinden verschrieben. VAAY setzt auf die Verwendung von CBD, oder auch Cannabidiol, und Hanfextrakt ohne THC in den Produkten und versteht sich als Lifestyle-Marke für den Alltag. Muttergesellschaft der VAAY ist die Sanity Group GmbH, ein Unternehmen für Cannabis, das sich auf die medizinische und gesundheitliche Nutzung von Cannabinoiden spezialisiert hat.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Das ist nicht das erste Unternehmen, das ich gründe und ich bin leidenschaftlicher Unternehmer. Warum wird man Unternehmer, wäre hier die bessere Frage. Unternehmer wird man, weil man etwas sieht, was andere übersehen und weil man etwas Nachhaltiges aufbauen möchte. Das Potential von Cannabis habe ich schon in 2002 erkannt, als ich mich politisch damit beschäftigte. Als sich dann zum richtigen Zeitpunkt die Chance ergeben hat, habe ich zusammen mit meinem Co-Founder Fabian Friede die Sanity Group gegründet, zu der auch VAAY gehört.

Welche Vision steckt hinter VAAY?

Während wir im Berufsleben in der Vergangenheit immer mehr beschleunigt haben und uns mehr aufbürden, denken wir, dass es wichtig ist, auch einmal einen Gang zurückzuschalten und sich selbst zu reflektieren. Mit den VAAY Produkten wollen wir den Status Quo Challenges und die Lebensqualität verbessern. Weg von dem hektischen Alltag, dem Druck der Selbstoptimierung und Leistungssteigerung hin zu Entschleunigung und innerer Balance. Wir möchten jeden befähigen und ermutigen, sich gut und entspannt zu fühlen, sodass die Kombination von CBD und natürlichen Inhaltsstoffen in VAAY ein integraler Bestandteil eines gesunden Lebensstils wird. Dabei macht es nicht high, sondern hält in Balance.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Zuerst einmal war es persönlich für mich ein großer Schritt, nach vier Jahren Movinga als CEO zu verlassen. Das war meine persönliche und ganz emotionale Herausforderung. Danach ging es um das Herausarbeiten des Geschäftsmodells und die Vision. Wer einmal in die USA schaut, sieht, dass in der Cannabisbranche ein ganz eigenes Ökosystem entsteht. Da galt es, die in Deutschland heute schon möglichen und nachhaltigen Geschäftsmodell zu identifizieren. Und dann natürlich die Finanzierung: Cannabis hängt immer noch ein Stigma an: Teilweise in der Bevölkerung, aber besonders in der Politik und auch unter Investoren. Hier hatten Fabian und ich Glück, dass wir bereits einen Track Record und gute Netzwerke im VC Bereich haben. Und so konnten wir starke VCs und hochkarätige Business Angels von unserer Vision zu überzeugen – gepaart mit unserer Erfahrung im Bereich Unternehmertum.

Wer ist die Zielgruppe von VAAY?

Mit VAAY sprechen wir primär junge Erwachsene an, die einen Ausgleich zu ihrem stressigen Leben suchen. CBD ist hier nicht die alleinige Wunderwaffe, aber Teil eines gesunden Lebensstils, den wir als Firma auch propagieren. Unsere Kunden stehen Innovationen, CBD und auch Cannabis grundsätzlich offen und neugierig gegenüber, aber wissen nicht notwendigerweise viel darüber. Hier besteht für uns auch die große Aufgabe, über CBD und andere Bestandteile der Hanfpflanze aufzuklären. Generell sind wir aber für all diejenigen, die sich nach Entspannung und innerer Ruhe im hektischen Alltag sehnen und dabei Wert auf natürliche Inhaltsstoffe legen. So können wir der optimale Begleiter im Alltag sein.

Was ist das Besondere an den Produkten? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Unsere Produkte enthalten das Beste aus der Hanfpflanze und dabei sind wir sehr innovativ und bieten mehr als das Standardprodukt „CBD Öl“, was man hauptsächlich kennt. Wir haben ein Produktentwicklungsteam aus Ärzten, Lebensmittelentwicklern und Biologen bei VAAY, die Produkte einzigartig für uns formulieren – und das machen wenig andere Wettbewerber. Dabei wirken unsere Produkte nicht berauschend, sondern entspannend. Mit unserer großen Produktpalette haben wir schon jetzt für jeden Geschmack und jede Tageszeit etwas dabei. So können wir ein integraler Bestandteil des täglichen Lebens sein und flexibel angewendet werden. Und das alles Made in Europa bzw. zum Großteil sogar Made in Germany.

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Wir sind gewachsen. In einer Art und Weise, von der wir es niemals erwartet hätten. Unsere Produkte sind gefragter denn je. Teilweise sind wir momentan ausverkauft. Offensichtlich ist unsere Message angekommen und die Menschen nehmen sich Zeit, sich etwas Gutes zu tun. Ganz persönlich glaube ich auch, dass wir als Firma in dieser Phase im Miteinander gewachsen sind.

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

In Bezug auf unsere Produkte: Wir hatten volle Lager und wussten auch nicht so genau, wie die Nachfrage reagieren wird. Von daher haben wir nichts explizit umgestellt. Als wir bemerkt haben, dass die derzeitige Phase die Nachfrage an unseren Produkten sogar erhöht hat, haben wir unsere Produkte darauf eingestellt und spezielle, rabattierte Sets für zuhause zum Verwöhnen gemacht. Was das Miteinander in der Sanity Group angeht, sind wir sehr schnell auf Home Office umgestiegen und laut unserer Mitarbeiterumfrage empfindet sich der Großteil der Mitarbeiter als effizienter als vorher. Es ist spannend, was diese Phase auch für langfristige Implikationen auf unser Selbstverständnis als Kollegen haben wird: Ich gehe davon aus, dass selbst nach Corona Business Trips eher weniger werden und selektives Home Office ein fester Bestandteil des Arbeitens wird.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Es gibt einen Spruch von Ayrton Senna, der sagt “You can not overtake 15 cars in sunny weather… but you can when it’s raining” und ich glaube, das beschreibt ganz gut die Chance in dieser Phase. Während die Industrie als solche in unserem Segment nicht betroffen ist, so ist doch die Großwetterlage im Bereich Finanzierung betroffen und es wird auf absehbare Zeit schwieriger werden, VC Investments zu sichern. Da wir gut finanziert sind, ist eine solche Phase auch eine Chance, jetzt erst recht mit voller Kraft das Marktsegment aufzubauen.

VAAY, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Jetzt bringen wir erstmal zwei neue Produkte heraus. Dann überlegen wir eine Expansion nach UK. In fünf Jahren werden unsere Produkte in den großen Drogerieketten und im Handel neben anderen Pflegeprodukten stehen. Der Markt wird sich immer weiter liberalisieren gegenüber CBD und wir sind ganz vorne mit dabei. Spannend im Gesamtkontext der Sanity Group ist natürlich die Frage, wie sich der gesamthafte Cannabismarkt entwickelt – wir sind davon nicht abhängig, aber es ist eine spannende Entwicklung, dass der Umgang mit Cannabis gleichzeitig verantwortungsvoller aber auch unverkrampfter wird.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

  1. Go hard or go home: Keine halben Sachen. Entweder stürzt man sich vollkommen in eine Idee und arbeitet daran mit aller Energie – oder man lässt es lieber gleich.
  2. A bad decision on Monday is better than a good decision on Friday: Schnelle Entscheidungen und Mut haben, auch einfach mal Dinge zu machen statt ewig zu grübeln
  3. Never ask for permission. Always ask for forgiveness: Wenn man immer auf Erlaubnis warten würde, würde sich in unserer Welt nie etwas zum Besseren wenden

 Bildquelle Sanity Group

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Finn Hänsel für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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