Silodenken grenzt die Zukunft aus

UZE Mobility: KI gesteuerter Geo-Targeting Marktplatz für mobile Außenwerbung

Stellen Sie sich und das Startup UZE Mobility doch kurz unseren Lesern vor!

Wir bieten Werbetreibenden orts-, situations- und wetterabhängige mobile Außenwerbung in Echtzeit an. Möglich ist dies dank intelligenter Werbedisplays (UZE Ads Kits) an Fahrzeugen. Sensoren in den UZE Ads Kits erkennen auf den Fahrten der Fahrzeuge, wie gerade das Wetter ist oder bspw. aktuelle Veranstaltungen in der Umgebung. Um all diese Daten zu bündeln und zu orchestrieren, bauen wir einen KI-gesteuerten Geo-Targeting-Marktplatz für mobile Außenwerbung auf. Inzwischen setzen namhafte Werbekunden wie McDonlads, DEKRA, Caritas, Sparkasse, Thyssenkrupp, Hövding und TF Bank auf UZE Mobility.

Beispiel:

Scheint plötzlich die Sonne in Köln, wird Eiswerbung auf Kölsch ausgestrahlt. Regnet es auf der Fahrt nach Düsseldorf, wird Werbung für Regenschirme geschaltet. Aber wichtige regionale Informationen für die Menschen vor Ort (Vermisstensuchen, Unwettermeldungen oder ähnliches) können binnen Sekunden ausgestrahlt werden. Per WiFi und Bluetooth erfassen wir dann personenneutral, wie viele Handys sich in Sichtweite befinden, um eine reale Erreichbarkeit messen zu können.

Eine unserer wichtigen Wachstumsstrategie ist dabei die weltweite Vernetzung mit den unterschiedlichsten Datenbanken, Startups und Werbeformaten, um als agiles und silofreies Eco-System der Außenwerbung den Big Playern eine alternative Skalierungsmethode zu bieten. Von Deutschland über die USA bis in den Osten. Außerdem sollen die Werbeeinahmen Flottenbetreibern helfen, ihre Fahrzeuge auf saubere Antriebe umzustellen.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Weil ich wieder mal an dem Punkt gekommen bin, diese Thematik mit einem starken innovativen Team umzusetzen, dass sich aus vielen verschiedenen Kompetenzen zusammengefunden hat. So kann ich frei von vorhandenen Strukturen und Prozessen agieren und unser Geschäftsmodell mit der erforderlichen Geschwindigkeit umsetzen. Dies ist die Grundvoraussetzung dafür, unsere digitalen Business Cases zu starken Säulen aufzubauen, um die Mobilität der Welt zukunftsfähiger zu machen. Beispielsweise indem wir Flotten durch Werbeeinnahmen helfen, ihre Fahrzeuge auf saubere Antriebe umzustellen. Dies gelingt nur, wenn wir als Gamechanger die digitale Außenwerbung auf ein völlig neues Level heben. Außerdem hatte ich persönlich einfach mal wieder den Drang gehabt, das Boot zu rocken.

Welche Vision steckt hinter UZE Mobility?

Wir wollen Städte zukunftsfähiger und lebenswerter machen: Unser Eco-System nutzt die urbanen (Mobilitäts-)Daten als Treibstoff, um das Leben der Bewohner gesünder und komfortabler zu machen – von der Mobilität bis hin zur autarken Energieversorgung. Wir betrachten die so oder so anfallenden Daten in den Städten und der Fahrzeuge daher mehrdimensional. So können wir auch neben dem mobile Digital-out-of-Home Bereich, weitere datengetriebene Geschäftsmodelle aufbauen. Etwa im Bereich des urbanen Handels und der Stadtlogistik. Dazu verbünden wir uns mit verschiedenen Marktplayern und Startups, die sich sowohl gegenseitig ergänzen als auch befeuern. So wollen wir eine wichtige Säule werden, um die emissionsfreiere Mobilität der Zukunft durch Werbeeinnahmen zu subventionieren.

Am Ende gibt es bereits viele brillante Ideen, um unseren Planeten emissionsfreier voran zu treiben. Neue Technologien sind aber auch mit hohen Einstiegskosten verbunden, die deren Markteinführung und Skalierung verlangsamen. Darauf wartet der Klimawandel jedoch nicht. Daher müssen wir alle schnell sein, wenn wir die Welt emissionsfreier machen wollen. Aus diesem Grund arbeite ich gerade daran, neue Business Cases zu erschaffen, die bspw. die Kosten der Mobilitätswende für Unternehmen schnell senken.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Wir haben Ende 2019 gemeinsam mit unseren Investoren einen Strategiewechsel vollzogen, da uns der Ausbau einer eigenen Flotte zu sehr ausgebremst hätte. Zudem gibt es bereits massenweise Flotten und bspw. neue Sharing-Lösungen. Darüber hinaus lassen sich datengetriebene Geschäftsmodelle wie unseres auch international ideal skalieren. Außerdem haben wir unsere UZE Ads Kits mit Blick auf das internationale Wachstum modular entwickelt, damit man sie an nahezu jedes Fahrzeug der Welt anbringen kann.

In unserem ersten UZE CASE (die digitalen Business Cases von UZE Mobility) konzentrierten wir uns auf das Werbegeschäft mit unserem programmatischen Geo-Targeting-Marktplatz. Das hat unsere strategischen Investoren überzeugt, die einen Mehrwert für die jeweiligen Kerngeschäfte sehen. Außerdem machen uns die strategischen Investoren besonders agil, da wir neben der Expertise unseres Kernteams auch auf deren langjährige Erfahrung im Bereich unserer Fokus-Themen zählen können. Unterm Strich konnten wir von unseren Investoren für unsere Phase 1 in der Seed-Runde 7,2 Mio. € einsammeln.

Heute erweist sich der gemeinsame Strategiewechsel als goldrichtig. Inzwischen können die Werbekunden von UZE Mobility auf insgesamt gut 1.000 digitalen Werbedisplays in vier Großräumen werben: Berlin, Essen, Hamburg, Stuttgart (Stand 24.09.2020). Mittlerweile wird UZE Mobility auch von der Bremer Aufbau-Bank gefördert und hat die ersten namhaften Kunden wie McDonlads, DEKRA, Caritas, Sparkasse, Thyssenkrupp, Hövding und TF Bank.

Wer ist die Zielgruppe von UZE Mobility?

Von unserem Geo-Targeting-Marktplatz profitieren mehrere Marktteilnehmer gleichzeitig. Es gibt Flottenbetreiber, die mit ihren ungenutzten Fahrzeugflächen durch die digitalen UZE Ads Kits Geld verdienen können. Es gibt den Milliarden-Markt der kaum digitalisierten (mobilen) Außenwerbung. Und da sind die großen als auch kleinen Werbetreibenden, die ihre Zielgruppen nun ortsgenau und in Echtzeit erreichen. Letztendlich machen wir das urbane Leben lebenswerter und das Wirtschaften in den Städten nachhaltiger. Ob in Berlin, Los Angeles oder Dubai.

Wie funktioniert UZE Mobility? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

UZE verwendet personenneutrale (Umfeld-)Daten von Fahrzeugen zum Ausbau seines KI-gesteuerten Geo-Targeting-Marktplatzes. Diese Daten – die Abseits von Mobilitäts-Apps oder dem autonomen Fahren unbeachtet bleiben – steuern die mobilen Werbedisplays in Echtzeit. Dazu erfassen Sensoren in den fahrenden Werbedisplays laufend situative Geo-Targeting-Kriterien (z.B. Wetter, Verkehrslage, Ort, Uhrzeit). In Kombination mit den sozio-demographischen Informationen zur Anwohnerstruktur und zur Infrastruktur im Umfeld der Fahrzeuge wird orts- und wetterabhängige mobile Werbung in Echtzeit möglich. Dabei müssen wir nicht auf die Personendaten im Umfeld (bspw. Smartphones) zugreifen.

Außerdem bündelt und orchestriert UZE Mobility auf seinem Geo-Targeting-Marktplatz sämtliche Displayarten digitaler Außenwerbung seines stetig wachsenden Netzwerks. So können Werbetreibende völlig neuartige digitale Out-of-Home-Kampagnen ohne Medienbrüche konsistent über alle digitalen Out-of-Home-Formate schalten. Ob die große Weltmarke oder der Schuster um die Ecke. Denn für uns gibt es keinen lokalen Point of Interest, an dem wir starre Werbetafeln aufstellen. Vielmehr betrachten wir das gesamte städtische Eco-System und seine Außenwerbe-Möglichkeiten als lebendigen Point of Interesst. Dadurch können wir Marketingbotschaften jederzeit dort schalten, wo es unsere großen und kleinen Werbekunden wünschen.

Ein weiterer wichtiger Baustein ist unsere programmatische Werbung. Das bedeutet: Die erforderlichen Werbeplätze kaufen die Werbetreibenden unter vorab definierten Merkmalen und Preisen vollautomatisiert und in Echtzeit nach dem Auktionsprinzip ein. Wir verbinden damit die analoge Offline Welt der Werbung mit der digitalen Online Welt und können Werbebotschaften an jedem gewünschten Ort ohne Medienbrüche wiedergeben.

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Als Schnittstelle zwischen der Online und Offline Welt mussten wir uns natürlich auch erstmal etwas justieren. Dabei konnten wir sehen, dass wir bereits die richtigen Andockpunkte ausgewählt haben. Zudem hat diese Krise die Offenheit unserer Stakeholder gegenüber der Digitalisierung forciert. Wir sind als Unternehmen sogar noch schneller geworden, da wir ohnehin schon sehr agil mit unserem Homeoffice Konzept in vier verschiedenen Ländern zusammengearbeitet haben. Das hat uns auch geholfen, viele Themen früher umzusetzen als geplant. Da wir nicht in einer Blase arbeiten, achten wir natürlich sehr darauf, wie sich unsere Kundenwelt durch die Coronaphase verändert respektive verändern wird.

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Wir haben unser sehr flexibles und effizientes Homeoffice Konzept mit entsprechenden Kollaborations-Tools ausgebaut. Zudem haben wir unseren US-Angang erstmal um einige Monate auf den Oktober 2020 geschoben. Wir sind zwar eine digitale Company aber am Ende geht es um Menschen, die wir mit auf die Reisen nehmen wollen und müssen. Ich habe das erste Mal in meiner Laufbahn wichtige Funktionen in einer Company komplett digital bewertet und entsprechend Mitarbeiter eingestellt.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Letztlich bemerken wir, dass Investoren aber auch Politiker für datengetriebene Geschäftsmodelle offener geworden sind. Die Krise macht uns alle nachdenklicher, da wir sehen, wie anfällig unsere Wirtschaft für unvorhersehbare Störfaktoren ist. Dabei wird vielen auch bewusst, wie wertvoll die Digitalisierung für ist. Beispielsweise setzen viele Verbraucher, Unternehmen oder Bildungseinrichtungen im Alltag vermehrt Videokonferenzen ein. Kollaborations-Tools zur Zusammenarbeit aus den Ferne heraus werden viel besser verstanden und genutzt. Und Unternehmen, die ihre Prozesse digitalisieren, erkennen Risiken aber auch Chancen früher, um agiler auf Marktveränderungen oder Kundenwünsche zu reagieren.

UZE Mobility, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Unser klares Ziel ist, dass wir uns gemeinsam mit unseren vielen Innovationspartnern in fünf Jahren als der Geo-Targeting-Marktplatz und das Eco-System der digitalen Außenwerbung etabliert haben und kontinuierlich wachsen. Wir werden in diesem Jahr noch die meisten Ballungsräume in Deutschland erreichen. Und wir werden noch dieses Jahr über den großen Teich springen, wo unser US-Satelliten Team schon an der Vorbereitung arbeitet. Dann werden wir kontinuierlich in Europa und den Vereinigten Staaten ausrollen. Angetrieben durch unsere technologische Innovationskraft als auch unsere strategischen Partner wie z.B. dem MIT in Boston oder dem PEM der RWTH Aachen werden immer neue digitale Uze Cases in die modularen Systeme integriert.

Mittels der Einnahmen aus dem Werbegeschäft und weitere UZE Cases wollen wir in fünf Jahren belegen, dass unser Eco-System eine wichtige Säule der Welt von morgen ist. Beispielsweise indem wir Flottenpartner höher incentivieren, die ihre Fahrzeuge auf emissionsfreie Antriebe umstellen, um Städte und Ballungsräume rund um den Globus grüner und lebenswerter zu machen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Erster Tipp: Silodenken grenzt die Zukunft aus. Silofreies Denken halte ich für erfolgsentscheidend, um sich die Märkte mit vielen anderen Verbündeten schnell zu erschließen.
Zweiter Tipp: Baut ein starkes Team auf, welches ihr mit Blick auf die Unternehmens-Vision hinter Euch zusammenschweißt.
Dritter Tipp: Betrachtet Euer Geschäftsmodell aus vielen verschiedenen Perspektiven und immer mit einem gesunden kritisch Mindset, um neue Märkte zu erschließen, an die zuvor keiner gedacht hat.
Denkt dran: Ihr seid nicht hier für den Sprint, sondern für den Marathon!

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Alexander N. Jablovski  für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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