Macht eine Liste eurer Mitbewerber und schreibt sie alle nacheinander an!

Uplink Netzwerk für professionelle Freelance-Entwickler

Stellen Sie sich und das Startup Uplink doch kurz unseren Lesern vor!
Ich heiße Manuel Meurer und bin Gründer von Uplink, einem Netzwerk für professionelle Freelance-Entwickler. Uplink ist eine simple, faire und transparente Alternative zu klassischen IT-Recruitern. Wir haben einen Pool von mittlerweile gut 250 Entwicklern und verknüpfen Kunden (Agenturen, Startups, Corporates…) schnell und unkompliziert mit den richtigen Experten, die fachlich passen und verfügbar sind.

Wie ist die Idee zu Uplink entstanden und warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?
Entstanden ist Uplink aus meinen persönlichen Erfahrungen mit der “IT-Recruiting” Branche – seit 2008 arbeite ich als freiberuflicher Entwickler in Berlin und werde immer wieder von Personalvermittlern und Recruitern über XING, LinkedIn und per Email angeschrieben. Die meisten Interaktionen mit Leuten aus diesem Metier sind für Entwickler sehr frustrierend – der durchschnittliche Recruiter hat nur sehr oberflächliche Kenntnisse im IT-Bereich und sucht die Kandidaten, die er mit meist unpersönlichen Massenmails bombardiert, nur anhand einer Liste von “Buzzwords” aus.

Da ich immer schon gern Kunden, deren Projekte ich selbst nicht machen konnte oder wollte, mit anderen Freelancern aus meinem Netzwerk verknüpft habe, habe ich dies mit Uplink quasi nur auf eine etwas strukturiertere (und finanziell erträgliche) Stufe angehoben. Was ich auf gar keinen Fall machen will, ist den kompletten Matching- und Vorstellungsprozess zu automatisieren – damit tut man meiner Meinung nach weder den Kunden noch den Freelancern einen Gefallen. Eine persönliche Vorstellung erzeugt eine einmalige Vertrauensbasis zwischen dem Kunden und Freelancer, die durch einen automatischen Such- oder Matching-Algorithmus nicht erreicht werden kann.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Finanziert habe ich Uplink ausschließlich durch die laufenden Einnahmen aus meiner Selbständigkeit. Anfangs hatte ich noch Kunden aus der Zeit vor Uplink, für die ich weitergearbeitet habe, und attraktive Projekte, die über Uplink reinkamen, habe ich auch mal selbst angenommen. Mittlerweile arbeite ich aber ausschließlich an Uplink, anders wäre das wachsende Arbeitsaufkommen gar nicht zu schaffen, und suche auch gerade jemanden, der mit einsteigt und mir einige Aufgaben abnimmt.

Die größte Herausforderung war und ist es, mit zuverlässigen Kunden, die attraktive Projekte anbieten, in Kontakt zu kommen. Mittlerweile kommen viele Projektanfragen durch Weiterempfehlungen zustande und Uplink wird auch bei Google für relevante Suchanfragen gut gefunden, aber die Qualität der Kunden und Projekte variiert stark.

Wer ist die Zielgruppe von Uplink?
Zum einen Firmen, die freiberufliche Entwickler suchen, egal ob einmalig für ein kurzes Projekt oder zur längeren Zusammenarbeit. Diesen Firmen bietet Uplink einen schnellen und einfachen Prozess, um mit zu ihnen passenden und auch verfügbaren Entwicklern in Kontakt zu kommen.
Und zum anderen suchen wir natürlich immer erfahrene Freelance-Entwickler, die bei dieser neuen und stressfreien Art, mit neuen Kunden und Projekten in Kontakt zu kommen, mitmachen wollen!

Welchen Service bieten Sie an?
Der Ablauf bei Uplink ist sehr einfach:

– Ein Kunde kontaktiert uns (per Email oder über das Formular auf unserer Webseite), weil er einen Freelance-Entwickler sucht.
– Wir nehmen mit dem Kunden (meist telefonisch) Kontakt auf und klären die Anforderungen (Projektstart, Deadline, Voll- oder Teilzeit, vor Ort oder Remote, etc.)

– Dann schreiben wir eine Projektbeschreibung, bei der wir oft von der Sprache des Kunden in die der Entwickler “übersetzen”. Diese Projektbeschreibung beinhaltet alle Informationen, die ein Freelancer braucht, um eine qualifizierte Aussage darüber zu treffen, ob das Projekt für sie/ihn interessant ist.

– Danach wählen wir aus unserem Expertenpool diejenigen Kandidaten aus, die verfügbar sind und sowohl technisch zum Projekt als auch von den Vorlieben her zum Kunden passen (einige Entwickler wollen z.B. nicht mit Agenturen arbeiten, andere lieber mit Agenturen als mit Startups, etc.) und kontaktieren diese mit der Projektbeschreibung.

– Die Kandidaten, die antworten, dass sie interessiert sind, stellen wir dem Kunden vor.
– Ab dem Punkt läuft alles zwischen dem Kunden und Kandidaten direkt – also erstes Kennenlernen, Besprechung der Zusammenarbeit, Einigung auf das Honorar etc.

– Wenn es zu einer Zusammenarbeit kommt, stellt der Freelancer seine Rechnungen direkt an den Kunden. Wir stellen unsere Rechnung über die Gebühr an den Freelancer, diese muss aber erst bezahlt werden, wenn die entsprechende Rechnung des Freelancers vom Kunden bezahlt wurde.
Der ganze Prozess ist darauf ausgelegt, so transparent, schnell und einfach wie möglich beide Seiten zusammenzubringen.

Welche Vorteile haben Freelancer mit Ihnen?
Die drei Hauptvorteile von Uplink gegenüber klassischen IT-Recruitern sind:
– Unser technisches Verständnis und die Erfahrung als Freelancer. Sowohl ich als auch alle weiteren Mitarbeiter, die in den nächsten Monaten und Jahren zu Uplink stoßen werden, haben einen IT-Background oder haben selbst als IT-Freelancer gearbeitet. Dadurch wissen wir, was den Freelancern wichtig ist, und können die Kunden schon bei der Projektbesprechung beraten.

– Die faire und offen kommunizierte Erfolgsgebühr. Wer längerfristig (mehr als 1,5 Monate) für einen Kunden arbeitet, hat diese Gebühr schnell abbezahlt und behält danach 100% seines Honorars. Bei kürzeren Projekten beträgt die Gebühr max. 10% des Honorars. Die Kunden wissen um diese Gebühr und sind daher nicht überrascht, wenn die Freelancer sie auf ihren Tagessatz aufschlagen.

– Das Vertrauen, das wir den Freelancern entgegenbringen. Klassische IT-Recruiter erzählen dem Freelancer so wenig wie möglich vom Kunden und Projekt und zwingen ihn erst, einen Vertrag mit oft haarsträubenden Klauseln zu unterschreiben. Der Grund dafür ist, dass sie keine Vertrauensbasis mit dem Freelancer haben. Wir dagegen versuchen, dem Freelancer so früh wie möglich alle Informationen zu geben, die wir über den Kunden und das Projekt haben, und verlassen uns darauf, dass die allermeisten uns NICHT betrügen wollen. Wenn es dann doch mal passiert, können wir damit leben.

Wo liegt Ihr USP?
Eindeutig in der Qualität und Breite unseres Netzwerks. Wir achten darauf, nur erfahrene Senior Entwickler in unseren Pool mit aufzunehmen, und bauen mit allen Kandidaten eine Vertrauensbasis auf, so dass es schnell gehen kann, wenn dann ein passendes Projektangebot reinkommt.

Uplink, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
In fünf Jahren sind wir ein in allen deutschen Großstädten agierendes exklusives Netzwerk von IT-Freelancern und haben die Reputation, schnell, persönlich und unkompliziert den richtigen Experten für jedes Projekt finden zu können. Darüber hinaus wird die Uplink-Plattform sowohl die Freelancer als auch die Firmen bei allen Aspekten der Zusammenarbeit unterstützen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
1. Verliebt euch nicht in die technischen Herausforderungen eures Projekts! Wählt die einfachste und langweiligste Technologie, die es auf dem Markt gibt und mit der ihr (oder euer Entwickler) schon viel Erfahrung habt, um euer System zu bauen. Dem Kunden ist es völlig egal, ob es mit dem neuesten JavaScript-Framework und der performantesten Backend-Sprache oder mit WordPress läuft, solange es nutzerfreundlich ist und sein Problem löst!

2. Fangt klein an und denkt nicht gleich an eine Finanzierung, einen großen Artikel in einem Startup-Magazin oder den ersten Angestellten! Die meisten Ideen lassen sich (quasi) gratis mit einer Domain, einer Landing-Page und ein paar Emails, Telefonaten und Lunch Dates mit potentiellen Kunden testen. Vereinfacht eure Idee soweit, dass sie quasi keine monatlichen Fixkosten generiert und kümmert euch so intensiv um eure ersten 10 Kunden wie möglich.

3. Macht eine Liste eurer Mitbewerber und schreibt sie alle nacheinander an! Sagt, dass ihr mit ihnen telefonieren oder, wenn sie in der gleichen Stadt wohnen, Mittagessen gehen wollt. Ihr werden überrascht sein, wie viele einwilligen und euch einfach so helfen, wenn ihr offen und ehrlich fragt. Schlagt eine Kooperation vor und seid großzügig – gerade am Anfang geht es nicht darum, möglichst schnell viel Geld zu verdienen, sondern mehr über den Markt zu lernen. Ich hatte einige der aufschlussreichsten Telefonate mit IT-Recruitern, die mir erklärt haben, warum Uplink nie funktionieren wird, weil ich keinen Pool von mehreren Zehntausend Entwicklern habe.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Manuel Meurer für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

KOSTENLOSER NEWSLETTER

Erhalten Sie regelmäßig die neuesten Updates der internationalen Startup-Szene!

Hier finden Sie unsere Datenschutzerklärung

X