Upcycling Deluxe verwandelt vermeintlichen Abfall in echtes Design

Upcycling Deluxe: Nachhaltig, stylisch, einfach geile Scheisse

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen Upcycling Deluxe doch bitte unseren Lesern kurz vor!
Upcycling Deluxe ist in erster Linie ein Onlineshop für Upcycling-Design. Das heißt, vom Hut aus einem Kaffeesack bis hin zurLampe aus einem Ölfass verwandeln wir vermeintlichen Abfall in echtes Design.
Upcycling verleiht Reststoffen und vermeintlich ausgedienten Dingen wie gebrauchten Airbags, Zementsäcken oder Schallplatten eine neue Form und ein neues Leben als Designobjekt. Wir vertreiben online und auch auf Messen und Events Designs von mehr als 50 deutschen und internationalen Upcycling-Designern und ökosozialen Kooperativen. Alles natürlich fair gehandelt. Darüber hinaus haben wir auch ein paar eigene Produktlinien, wie zum Beispiel „Coffee2go“ eine Hut- und Mützenkollektion aus Kaffeesack. Diese und ein paar weitere ausgewählte Sachen vertreiben wir im Großhandel an Wiederverkäufer in ganz Europa. Auch individuelles Auftragsdesign ist bei uns möglich. Und seit April 2013 gibt es Upcycling Deluxe auch als eigenen Concept Store in der Kastanienalle 22 in Berlin.

Wie ist die Idee zu Upcycling Deluxe entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Die Idee zu Upcycling Deluxe entstand auf einer Reise in Südostasien, wo uns der kreative Umgang mit vermeintlichem Müll aufgefallen ist. Dort werden zum Beispiel gebrauchte Zementsäcke in Taschen umgenäht, anstatt sie einfach zu entsorgen. Unsere Idee war dann, zum ersten Mal diese ganzen kreativen Ideen an einem Ort zusammenzubringen. Unser Team ist eigentlich aus Freundschaften und Bekannten heraus entstanden, die jeweils Lust hatten, etwas Eigenes auf die Beine zu stellen und dafür auch teilweise ihre bisherige „typische“ Karriere verlassen haben.

Von der Idee bis zum Start, was waren die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Die sicher größte Herausforderung war es, das anfänglich auf den klassischen Direktverkauf vor Ort ausgerichtete Unternehmen in ein skalierbares Startup mit Onlineshop umzustrukturieren. Hier haben wir im letzten Jahr unglaubliche Sprünge gemacht und sehr vielversprechende Geschäftsbereiche aufgebaut. Das Wachstum auf diesem Weg haben wir zum allergrößten Teil umsatzfinanziert. Mitte 2015 kam ein Kredit zur Warenfinanzierung der Sparkasse Berlin hinzu.

Wie hat sich Upcycling Deluxe seit dem Start entwickelt?
Gestartet sind wir mit einem relativ überschaubaren Sortiment, das wir von verschiedenen NGOs aus verschiedenen Ländern bezogen haben. Das Feedback auf unseren ersten Stand auf dem Berliner Mauerpark war so überwältigend, das wir in der Folge schnell über ganz Deutschland hinweg auf Events, Messen und Weihnachtsmärkten verkauft haben. Anfang 2013 haben wir unseren Laden eröffnet und den Plan gefasst, mit upcycling-deluxe.com den ersten großen Onlineshop für Upcycling aufzuziehen. Wir wollten zum ersten Mal die ganze Welt des Upcycling an einem Ort vereinen. Mit vielen verschiedenen Materialien und den ungewöhnlichsten Ideen. Ende 2013 haben wir den Onlineshop dann gelauncht. Seit 2015 sind wir auch als Großhändler tätig und designen und produzieren Upcycling Design auch auf Auftrag unter anderem aus Material, das uns Kunden zur Verfügung stellen. Unter unseren Kunden befinden sind unter anderem z.B. Umweltschutzorganisationen oder auch Getränkehersteller. Für sie verarbeiten wir unter anderem ihre Werbebanner zu Taschen.

Welche Produkte findet der Kunde bei Ihnen? Woher stammt das Material?
In erster Linie vertreiben wir Accessoires wie Taschen, Hüte, Gürtel. Aber auch Dekoobjekte wie Schalen, Wanduhren und Lampenschirme finden die Kunden bei uns. Die Materialien reichen von A wie Airbag über E wie Elefantenscheisse (aus der wir – natürlich sterile – Papierprodukte anbieten) bis Z wie Zementsäcke haben wir ca. 30 verschiedene Materialien im Angebot.

Wie sieht ein typischer Kunde aus?
Upcycling kommt bei den unterschiedlichsten Leuten ziemlich gut an. Von der weltreise erfahrenen Studentin bis zum Mittfünfziger der sich einen außergewöhnlichen Hut leistet. Der Wow-Effekt „was man denn da draus noch machen kann“ ist in allen Alterschichten umwerfend. Ganz wichtig ist uns auch, dass unsere Produkte nicht nur nachhaltig sind, sondern auch und vor allem gut aussehen.

Wie kam es dazu, dass Sie sich für die Startup Show 2 Minuten 2 Millionen beworben haben?
Wir sind über die Medienberichterstattung auf die Show aufmerksam geworden. Es ist für ein Startup natürlich toll, wenn es sein Konzept einer breiteren Masse präsentieren kann. Wir wollen DIE Adresse für Upcycling in Europa werden und dafür ist ein Investment natürlich hilfreich.

Wie haben Sie sich auf die Show 2 Minuten 2 Millionen vorbereitet?
Wir haben unseren Pitch ein paar mal einstudiert und mögliche Rückfragen besprochen. Für das Studieren des Pitches war auch die lange Autofahrt nach Wien hilfreich –Zeit ist immer ein knappes Gut. Wir Gründer sind auch sehr im Tagesgeschäft eingebunden. Bei unserem Auftritt wollten wir vor allem unsere Produkte sprechen lassen. Das hat auch sehr gut geklappt. Die Begeisterung war definitiv da.

Sie sind eines der wenigen Startups die es in die Show 2 Minuten 2 Millionen geschafft hat. Wie motivierend ist das für Sie und was hatten Sie sich von der Show versprochen?
So ein Feedback ist natürlich sehr motivierend für uns und zeigt uns einmal mehr, dass unser Konzept wirklich begeistert. Wir verkaufen etwas, hinter dem man voll und ganz stehen kann. Nachhaltig, stylisch, einfach geile Scheisse. Das spürt man natürlich auch.

Ziel der Show „ 2 Minuten 2 Millionen “ ist es, das Startups einen Investor bekommen und ein Deal zustande kommt. Welchen der Investoren hatten Sie im Fokus?
Wir hatten am ehesten damit gerechnet, dass Frau Ametsreiter oder Herr Hillinger auf uns eingehen würden. Am Ende haben wir tatsächlich Gesprächsangebote von Frau Ametsreiter und Herrn Prokop mit nach Hause genommen, zu einem direkten Investment ist es ja leider nicht gekommen.

Wie war nach der Sendung das Feedback aus der Presse sowie von den Kunden?
Ich glaube, wir waren eines der wenigen Startups, das direkt im Studio schon einen Teil seiner Ware verkauft hat. Sowohl Herr Prokop als einer der Investoren als auch das Fernsehteam haben unter anderem mehrere Taschen, Mützen und eine Deckenleuchte quasi von der Bühne weg gekauft. Nach der Ausstrahlung ist dann prompt unser Onlineshop unter dem Andrang zusammengebrochen, obwohl wir die Kapazitäten hochgefahren hatten. Nach 10 Minuten ging dann zum Glück alles wieder. Sowohl auf Facebook als auch per Mail im Kundenservice haben wir unglaublich viel positives Feedback bekommen. Wir arbeiten hier alle hart daran, ein erfolgreiches Unternehmen hochzuziehen und da ist solches Feedback eine tolle Bestätigung.

Welchen Tipp würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Wichtig ist bei jedem Gründerteam, dass man sich menschlich sehr gut versteht und sich vollständig vertrauen kann. Nicht fehlen darf eine klare gemeinsame Vision. Man sollte sich auf das Wesentlichste fokussieren und für alles, was nicht mit dem Kerngeschäft zu tun hat, wie Verwaltung, Versand, etc. die richtigen Tools besorgen und/oder Dienstleistern übergeben. Sonst geht wichtige Energie im operativen Klein-Klein verloren.

Wo sehen Sie sich in den nächsten fünf Jahren?
Wir sind der Anbieter für Upcycling Design in Europa und haben unsere Eigenmarken, wie unsere Hüte und Mützen aus Kaffeesack, erfolgreich auch in der „normalen“ Mode/Design-Branche etabliert.

Fotorechte: Puls4, 2Minuten2Millionen, Fotograf: Bernhard Eder

Wir bedanken uns bei Stefan Korn für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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